Kroppen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Kroppen führt kein Wappen
Kroppen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kroppen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 23′ N, 13° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Amt: Ortrand
Höhe: 112 m ü. NHN
Fläche: 15,25 km2
Einwohner: 676 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01945
Vorwahl: 035755
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 168
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fachwerkhaus im Park
01945 Kroppen
Webpräsenz: www.kroppen-osl.de
Bürgermeister: Reiner Krämer
Lage der Gemeinde Kroppen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Sachsen Cottbus Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Elbe-Elster Landkreis Spree-Neiße Landkreis Teltow-Fläming Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf (Amt Ortrand) Großkmehlen Großräschen Grünewald Guteborn Hermsdorf (bei Ruhland) Hohenbocka Kroppen Lauchhammer Lindenau (Oberlausitz) Lübbenau/Spreewald Luckaitztal Neupetershain Neu-Seeland Ortrand Ruhland Schipkau Schwarzbach (Lausitz) Schwarzheide Senftenberg Tettau (Brandenburg) Vetschau/SpreewaldKarte
Über dieses Bild

Kroppen (sorbisch: Kropnja) ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Süden Brandenburgs und Teil des Amtes Ortrand.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pulsnitz zwischen Heinersdorf (links) und Kroppen (rechts)

Kroppen liegt in der Oberlausitz. Der Ort befindet sich im südwestlichen Teil des Landkreises. Zum Ort gehört das südlich angrenzende Heinersdorf, einer der wenigen Orte im südlichen Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, der nicht in der Lausitz sondern im Schraden liegt.[2]

Durch den Ort fließt die Pulsnitz, die die Grenze zwischen den beiden Orten und die Grenze zum Schraden bildet.

Die Stadt Ortrand und ihr Ortsteil Burkersdorf grenzen im Westen an Kroppen, weiter westlich folgt die Gemeinde Großkmehlen. Nordwestlich liegt die Gemeinde Frauendorf. Im Nordosten liegen die Stadt Ruhland und ihr Ortsteil Arnsdorf. Im Osten folgt die Gemeinde Hermsdorf mit den Orten Lipsa und Jannowitz. Weiter im Süden liegen der sächsische Ort Böhla, der zur Gemeinde Schönfeld gehört.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehört der Wohnplatz Heinersdorf.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroppen auf einer Karte von 1759

Bei mehreren Grabungen wurden bronzezeitliche Siedlungsspuren bei Kroppen festgestellt. Die älteste Entdeckung des Kroppener Gräberfeldes stammt aus dem Jahr 1846 als neben der Ortrander Straße auf dem Rande Urnen gefunden wurden. Das sorbische Straßendorf Kroppen wurde 1329 mit der Nennung eines Henricus dictus de Crupin erstmals erwähnt. Bereits 1472 wird der Name Kroppen gebraucht. Andere Formen sind im Jahr 1540 Kruppen und wiederum Kroppen 1548. Im Jahr 1572 sind die Formen Kropenn, Kroppin und Kropinn in den Quellen genannt. Bei der Ortsnamendeutung besteht Unsicherheit. Folgende Variante sind möglich: Ort am Kropf der Pulsnitz, Ort am sprudelnden Wasser oder Ort am Rieselbach, Besitz des Chropa beziehungsweise des Chrapa. Ab 1551 gehörte übte das Rittergut Kroppen die Grundherrschaft über den Ort aus. Haubold von Militz ließ 1679 ein vierflügliges Schloss erbauen. Von der zweigeschossigen Anlage führte eine Freitreppe zum Schlossteich.

Um 1500 wurde in Kroppen eine Pfarrkirche errichtet, die dem Archidiakonat Oberlausitz unterstand. Die Pfarrkirche war bis zur Reformation eigenständig, dann war sie als Filialkirche an Ruhland angegliedert. Ungefähr seit dem Jahr 1700 war die Pfarrkirche wieder eigenständig. Nach Kroppen waren die umliegende Orte Burkersdorf, Frauendorf und Heinersdorf eingepfarrt.

Nach dem Wiener Kongress kam Kroppen 1815 vom Königreich Sachsen zum Königreich Preußen und gehörte hier bis zum Jahr 1825 zur Provinz Brandenburg und später zum Landkreis Hoyerswerda in der Provinz Schlesien, nach 1945 zum Land Sachsen. Im Jahr 1952 kam Kroppen zum neugegründeten Kreis Senftenberg im DDR-Bezirk Cottbus.

Der Hoyerswerdaer Landrat ließ 1948 das Kroppener Schloss sprengen und abreißen.

Im Jahr 1938 wurde der auf der gegenüberliegenden Seite der Pulsnitz gelegene Ort Heinersdorf eingemeindet. Während der DDR-Zeit war hier die Fla-Raketenabteilung 313 des Fla-Raketenregiment 31 Straßgräbchen stationiert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 500
1890 540
1910 550
1925 589
1933 580
1939 707
1946 820
1950 908
1964 1 008
1971 971
1981 925
Jahr Einwohner
1985 916
1989 860
1990 848
1991 840
1992 835
1993 827
1994 826
1995 819
1996 823
1997 814
1998 828
Jahr Einwohner
1999 817
2000 825
2001 804
2002 775
2003 778
2004 770
2005 762
2006 753
2007 759
2008 746
2009 721
Jahr Einwohner
2010 721
2011 710
2012 697
2013 682
2014 679
2015 676

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[4][5] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Kroppen besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister.

  • Freie Wählergruppe der Vereine und Organisationen der Gemeinde Kroppen 5 Sitze
  • CDU 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 fand sich kein Bewerber für das Amt des Bürgermeisters. Entsprechend dem Brandenburgischen Kommunalwahlgesetz[7] wählte die Gemeindevertretung am 18. Juni 2014 aus ihrer Mitte Reiner Krämer für eine Amtszeit von fünf Jahren[8] zum ehrenamtlichen Bürgermeister.[9]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche
Ehemalige Mühle in Kroppen

Die evangelische Barockkirche in Kroppen wurde von 1717 bis 1721 erbaut. Der schlanke Kirchturm wurde nach einem Brand im Jahre 1921 wieder aufgebaut. Renoviert wurde die Kirche 1995. Der Kanzelaltar stammt aus den Jahren 1721 bis 1722 und wurde von Johann Benjamin Thomae geschaffen. Von Thomae stammt auch das Grabmal für Georg Graf von Werthern in der Kirche. Von Werthern war Kanzler und Minister in der Regierung August des Starken. Vor der Kirche befindet sich ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs sowie ein Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalttaten.

In Kroppen befindet sich ein 18 Hektar großer Park, der nach Entwürfen von Eduard Petzold gestaltet wurde[10]. Der allmählich in die Landschaft übergehende Park ist von der Pulsnitz und dem nördlich verlaufenden Mühlgraben durchflossen. Zum Gutspark gehörte das 1948 abgerissene Schloss. Von den Schlossanlagen sind noch das Kellerhaus und ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1715 erhalten. Das Fachwerkhaus wird als kulturelles Zentrum der Gemeinde genutzt. Kirche und Park gehören zu den Baudenkmale in Kroppen.

Nördlich von Kroppen befinden sich Flächennaturdenkmale wie das Waldgebiet nördlich des Kaupenteichs.

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mühlenfest wird alljährlich am Deutschen Mühlentag in und bei der Korn- und Sägemühle an der Pulsnitz im Ortsteil Heinersdorf gefeiert. Die Tradition hat Wolfgang Merbeth, der verstorbene Vater des jetzigen Besitzers, begründet. Die Mühle ist Technisches Denkmal und wurde bereits 1565 erwähnt[11].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich von Kroppen liegen zahlreiche Fischteiche, die jährlich abgefischt werden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroppen liegt an der Landesstraße L 55 zwischen Ortrand und Ruhland. Durch das nördliche Gemeindegebiet verläuft die A 13 BerlinDresden. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist Ortrand.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[12] 447 449 439 448 441 438 429

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kroppen sind der Fußballverein SG Kroppen 1958 und der Anglerverein 1983 Kroppen beheimatet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 9. August 2008
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Kroppen
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  7. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 72 (5)
  8. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  9. Dorf und Radweg auf Kroppener Plan In: Lausitzer Rundschau, 13. August 2014
  10. Kathleen Weser: Erste Finanzspritze für den Kroppener Petzold-Park in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 30. November 2016; abgerufen am 30. November 2016
  11. Kathleen Weser: Stimmung auf Mühlenhof in Kroppen in: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg, 6. Juni 2017; abgerufen am 7. Juni 2017
  12. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2, S. 231 bis 234.
  • Schriftenreihe für Heimatforschung Kreis Senftenberg, Heft Nr. 1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kroppen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien