Ortrand

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ortrand
Ortrand
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ortrand hervorgehoben
Koordinaten: 51° 23′ N, 13° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Amt: Ortrand
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 7,36 km²
Einwohner: 2154 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01990
Vorwahl: 035755
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 240
Adresse der
Stadtverwaltung:
Altmarkt 1
01990 Ortrand
Webpräsenz: www.stadt-ortrand.de
Bürgermeister: Niko Gebel (CDU)
Lage der Stadt Ortrand im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Sachsen Cottbus Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Elbe-Elster Landkreis Spree-Neiße Landkreis Teltow-Fläming Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf (Amt Ortrand) Großkmehlen Großräschen Grünewald Guteborn Hermsdorf (bei Ruhland) Hohenbocka Kroppen Lauchhammer Lindenau (Oberlausitz) Lübbenau/Spreewald Luckaitztal Neupetershain Neu-Seeland Ortrand Ruhland Schipkau Schwarzbach (Lausitz) Schwarzheide Senftenberg Tettau (Brandenburg) Vetschau/SpreewaldKarte
Über dieses Bild

Ortrand ist eine amtsangehörige Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg. Sie ist Amtssitz der Amtsverwaltung des Amtes Ortrand.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtkern ist eingeschlossen von der Pulsnitz im Norden, der A 13 im Westen (Anschlussstelle Ortrand) und der Eisenbahnlinie Großenhain–Cottbus (als Cottbus-Großenhainer Eisenbahn durch Karl Eduard Zachariae von Lingenthal begründet). Ortrand ist einer der wenigen Orte im südlichen Teil des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, der nicht in der Lausitz, sondern im Schraden liegt. Der Ortsteil Burkersdorf hingegen befindet sich noch in der Oberlausitz.[2]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nördlich der Pulsnitz in der Oberlausitz gelegene Dorf Burkersdorf wurde 1960 eingemeindet. Gepfarrt war es jedoch noch bis in die 1990er Jahre nach Kroppen, seitdem nach Ortrand. 1802 lebten 235 und 1820 220 Einwohner in Burkersdorf, das einst zum Rittergut Lindenau gehörte.

Lage Ortrands am Schraden

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Barbara-Kirche

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortrand entstand an dem Schnittpunkt zweier Handelswege, so kreuzten sich vor einer Furt durch die Pulsnitz Nebenzweige der von Nord nach Süd verlaufenden Handelsroute von der Ostsee nach Böhmen und der Hohen Straße, die in Ost-West-Richtung verlief und eine wichtige Verbindung auf dem Jakobsweg war. Es ist anzunehmen, dass hier im Hochmittelalter ein Rastplatz entstand, der zum Ostteil des Burgwards Strehla gehörte.[3] Im Zuge der deutschen Ostkolonisation entstanden möglicherweise bereits eine Jakobskirche und eine Kaufmannssiedlung. Auch die Anlage einer Burg am Grenzfluss zur Überwachung der Handelswege ist anzunehmen, jedoch fehlen dafür noch archäologische Nachweise. Auffällig ist, dass sich um Ortrand ein deutsches Siedlungszentrum ohne slawisches Fundgut entwickelte. Die Stadt Ortrand wurde vermutlich zum Ende des 12. Jahrhunderts gegründet, die einzelnen Siedlungsteile Burgviertel, Kaufmanns- und Marktsiedlung mit Jakobskirche wurden zusammengelegt. Die zentrale Lage des Marktes lässt eine geplante Anlage der Stadt erkennen, die die Nord-Süd-Handelsstraße einschließt. Der Name Ortrand weist auf die Grenzlage der Stadt zwischen den Gauen Daleminzi, Lusizi und Milzeni hin, die an der Grenzpulsnitz aneinanderstießen.[4][5][6]

Seine erste schriftliche Erwähnung fand das oppidum Ortrant in einem Vergleich zwischen dem Naumburger Bischof Engelhard und Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen, vom 26. November 1238. In dieser in Groitzsch ausgestellten Urkunde bestätigt der Markgraf dem Bischof das Anlegen von Befestigungen, das Münzrecht und gelobt den Besitzstand des Bischofs zu schützen. Im Gegenzug belehnte der Bischof den Markgrafen unter anderem mit Ortrand, das zum Hochstift Naumburg gehörte. In der Urkunde wird ausdrücklich erwähnt, dass dies bereits Heinrichs Vorfahren erteilt wurde. Im Vertrag von Rochlitz 1289 trat Markgraf Albrecht II. der Entartete Ortrand und weitere Gebiete an seinen Sohn Friedrich I. den Gebissenen ab. Im Jahr 1292 belehnte erneut der Bischof von Naumburg Friedrich I. mit Ortrand, das lockere Lehnsverhältnis zum Bistum bestand bis zum Jahr 1446. Ortrand kam 1312 durch den Friedensvertrag von Tangermünde an Brandenburg. Ab 1319 war die Stadt wieder sächsisch und gehörte fortan als Vogtei dem Amt Hayn (Großenhain) an. Dem Schuhmacherhandwerk wurden 1329 durch Heinrich von Schenkwitz Innungsrechte bestätigt. Im Jahr 1407 wurden erstmals Marktfreiheiten erwähnt, die Markgraf Wilhelm I. vergab.

Frühe Neuzeit bis zum Dreißigjährigen Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Stadtbrand wird um das Jahr 1400 angenommen, da die Fleischhauer im Jahr 1420 den Markgrafen Friedrich baten, Innungsbriefe zu erneuern. Diese wurden von Markgraf Wilhelm I. vergeben und beim Stadtbrand vernichtet. Der städtische Rat wurde 1411 erstmals bezeugt, damit erhielt die Stadt die niedere Gerichtsbarkeit. Ortrand wurde während der Hussitenkriege 1429 verwüstet und 1431 niedergebrannt. Im Jahr 1466 wurde mit Bestätigung der Statuen der Schützen erstmals ein Ortrander Bürgermeister, Peter Gösgen, erwähnt. In den Jahren 1469/1470 erfolgte die erste Erwähnung als Amt. Das Amt ging aus der Vogtei hervor, zu dem die Dörfer Heinersdorf und Lüttichau sowie zeitweilig im 17. Jahrhundert Kostebrau gehörten. Ortrand erwarb im Jahr 1496 die Höllengüter und schloss damit die bereits seit dem 13./14. Jahrhundert zur Stadtflur gehörende Flur der Wüstung Minckwitz an. Im Jahr 1480 nahm es an einem Landtag in Leipzig teil. Herzog Georg erteilte der Stadt 1525 das Privileg, ein Rathaus zu bauen, das an der Nordostecke des Marktes errichtet wurde.

Die erste Information über die Reformation in Ortrand stammt aus dem Jahr 1522, als der Ortrander Bürger Lorenz Grubner in Senftenberg eingesperrt wurde, weil er beim Zechgelage Reden führte wie er selbst Martinus wer.[7] Der Ortrander Pfarrer wurde am 1. November 1536 wegen Ungebührlichkeiten beim Abendmahl beschuldigt. Der sächsische Herzog Heinrich der Fromme führte am 22. August 1539 die Reformation in Ortrand ein. Die Kalandhäuser wurden verkauft und dienten als Knaben- beziehungsweise Mädchenschule. Da die Wallfahrer ausblieben, wurde die Herberge in das städtische Spital und Armenhaus umgewandelt.

Am 26. September 1546 ereignete sich der zweite große Stadtbrand, dabei wurden 56 Wohnhäuser zerstört. Entsprechend dem Erbbuch des Amtes Hayn hatte die Stadt acht Hufen im Besitz. Wann Ortrand schriftsässig wurde, ist nicht bekannt. Im Jahr 1554 erlangte Ortrand die höchste Form städtischer Selbständigkeit in Sachsen, als es pachtweise die Ober- und Erbgerichte sowie Nieder- und Erbgerichte erhielt. Im Jahr 1560 schlioss sie einen neuen Pachtvertrag mit dem Kurfürsten über die Schriftsässigkeit.

Im Jahr 1565 entstand an der Stelle des ehemaligen Schlosses ein Brauereigebäude. Aufgrund des Meilenzwangs wurde das Bier in 23 Ortschaften ausgeschenkt. Neben der Brauerei war die Tuchmacherei ein florierendes Gewerbe in Ortrand. Im Jahr 1566 wurde die Holzrohrwasserleitung aus dem Buchengarten in die Stadt gelegt.

Der dritte große Stadtbrand ereignete sich im Jahr 1612. Die Hälfte der Stadt, etwa 60 Häuser, die Schule, Pfarrkirche und die Lindenauer Vorstadt sowie das benachbarte Burkersdorf brannten nieder. Im Jahr 1616 wurden Ober- und Erbgerichte bestätigt, und beim Landtag 1622 in Torgau war die Stadt vertreten.

Während des Dreißigjährigen Kriegs blieb Ortrand bis 1631 vom Kriegsgeschehen verschont. Der Heerführer der Katholischen Liga Tilly ließ nach der Zerstörung Magdeburgs Truppen ins Kurfürstentum Sachsen marschieren. Um den schwedischen Truppen den Weg zu erschweren, zerstörten sie den Mückenberger Damm bei Ortrand, der den Ort mit Mückenberg und Bockwitz verband.

Aufgrund der bevorstehenden Kriegswirren rief die Stadt Meißen einen Benachrichtigungsdienst auf Gegenseitigkeit ins Leben, dem die Städte Oschatz, Mügeln, Döbeln, Großenhain, Radeburg und Ortrand angehörten. Am 17. September 1631 erhielt man aus Ortrand die Nachricht, dass 30 vom kaiserlichen Kriegsvolk Vertriebene in Ortrand angekommen seien.

Am 29. September 1631 lagerte nach der Schlacht bei Breitenfeld ein Teil des sächsischen Heeres mit 18.000 Mann bei Ortrand. Als es nach drei Tagen abzog, blieb die Pest zurück. Bis zum Jahr 1633 gab es 577 Opfer in der Stadt. Im Jahr 1632 musste Ortrand 28 Personen zur Landesverteidigung stellen.

Hans Georg von Arnim-Boitzenburg erstattete am 19. Juni 1633 dem Kurfürsten Johann Georg I. in Ortrand Bericht über seine Zusammenkunft mit Wallenstein. Wallenstein hatte von Arnim die Grundlagen seines Friedensvertrags mitgeteilt. Nachdem er eine nichtssagende Antwort erhalten hatte, ließ er zwei friedländische Kompanien in Ortrand einfallen. Diese nahmen den Bürgermeister gefangen und drohten, die Stadt in Brand zu setzen. Im Jahr 1634 wurden sächsische Reiter in Ortrand einquartiert, die Kosten in Höhe von über 3200 Talern musste die Stadt tragen.

Aufgrund aufgelaufener städtischer Schulden in Höhe von 9500 Gulden aus den Jahren 1560 bis 1636 entzog am 28. Mail 1636 eine kurfürstliche Kommission dem Stadtrat die Gerichtsbarkeit über die Stadt, Heinersdorf und Lüttichau. Stattdessen wurde ein Amtsverwalter eingesetzt. Der erste Amtsverwalter Genherreff wurde nach drei Jahren wegen Unterschlagung und unrichtiger Rechnungsführung abgesetzt. Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Fischer, über den sich der neu eingesetzte Rat 1639 beschwerte. Auch er musste persönlich Haftung für Veruntreuung leisten. Im Jahr 1644 wurden die städtischen Rechte erweitert und 1658 völlig zurückgegeben. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Ortrand völlig verarmt, belastet war die Stadt durch Schulden, Hypotheken und den Kauf des Ortes Heinersdorf. Den Ort verkaufte die Stadt 1681 unter Vorbehaltung gewisser Rechte an Haubold von Miltitz auf Kroppen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen Versumpfungsgefahr wurde 1674 eine Anordnung erlassen, dass Abwässer durch einen gemauerten Kanal unterhalb des Mühlgrabens in die Pulsnitz geleitet werden sollten.

In den Jahren 1661 und 1680 wurde bestätigt, dass die Breslauer Straße wegen der Pestgefahr über Bautzen, Ortrand und Strehla führt. Im Jahr 1682 wurde sie aber bereits nach Ruhland und Kroppen mit Anschluss über Großenhain und Königsbrück umgelegt. Im Jahr 1682 wurde in Ortrand eine Garnison errichtet, dadurch ließ sich auch der erste Arzt in der Stadt nieder.

Während des Nordischen Kriegs kam es am 19. April 1707, verursacht durch die schwedischen Truppen, zum vierten Stadtbrand. Der Brand zerstörte 60 Wohngebäude sowie einige Malzhäuser und das Lindenauer Torhaus mit der Hauptwache und beschädigte die Pfarrkirche. Bis zum Jahr 1736 zahlte die Stadt Kontributionsgelder zurück.

Am 16. September 1778 kam es in der Vorstadt durch Brandstiftung von Bettlern zu einem erneuten Brand. Betroffen waren 17 Scheunen und 25 Wohnhäuser darunter die Friedhofsgasse mit dem 1602 erbauten Pfarrhaus. Eine Aufstellung aus dem Jahr 1679 weist 102 bewohnte und 100 unbewohnte Häuser aus. Im Ort lebten 700 Einwohner, darunter vier Händler, sechs Bäcker, sieben Fleischer, acht Leineweber, 44 Wollmanunfakturweber, 102 Brauer und 67 andere Handwerker. Hauptbeschäftigungszweige waren das Herstellen von Tuchen und Bierbrauen. Das Ortrander Bier war sehr begehrt. Im Jahr 1697 wurden 468 Fass gebraut und teilweise an den Hof in Dresden verschickt. Schon zu Zeiten des Pirnschen Mönches lebte die Stadt vorwiegend vom Hopfenanbau. Später verlor die Brauerei wegen des Meilenzwangs ihre Bedeutung, und sie besteht jetzt nicht mehr.

Im Jahr 1771 trat aufgrund von Schlechtwetterperioden eine Hungersnot ein, bei der Strohdächer abgedeckt wurden, um das Vieh zu füttern. Die Zimmerer- und Mauerinnung gründeten sich 1775.

Die Ortrander Garnison musste 1812 mit auf den napoleonischen Russlandfeldzug. Mit Napoleon verbündete westfälische Truppen rasteten am 15. Juni 1812 in Ortrand. Nach dem Feldzug zogen ab dem 6. März 1813 Bayern, Westfalen, Russen und russisch-preußische Truppen in Ortrand ein.

Im Ergebnis des Wiener Kongress kam die Oberlausitz mit Ortrand am 22. Mai 1815 unter preußische Herrschaft. Ab 1816 war Ortrand Bestandteil des Kreises Liebenwerda in der preußischen Provinz Sachsen. 1820 lebten 1500 Einwohner in der Stadt, wobei das Militär einberechnet ist, denn Ortrand war Garnisonsstadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen 1952 mit der Gebietsreform in der DDR die Gebiete um Ruhland und Ortrand mit den beiden Städten an den neugegründeten Kreis Senftenberg, der aus dem Süden des ehemaligen Landkreises Calau entstand und dem Bezirk Cottbus zugeordnet wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 372
1890 1 447
1910 1 638
1925 1 828
1933 1 829
1939 1 910
1946 2 518
1950 2 505
1964 3 143
1971 3 152
Jahr Einwohner
1981 3 049
1985 3 070
1989 2 946
1990 2 839
1991 2 846
1992 2 802
1993 2 776
1994 2 744
1995 2 739
1996 2 740
Jahr Einwohner
1997 2 721
1998 2 716
1999 2 680
2000 2 634
2001 2 601
2002 2 570
2003 2 539
2004 2 544
2005 2 504
2006 2 430
Jahr Einwohner
2007 2 370
2008 2 316
2009 2 295
2010 2 265
2011 2 257
2012 2 213
2013 2 196
2014 2 164

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte in Ortrand zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung:[10]

Partei / Liste Stimmenanteil Veränderung
gegenüber 2009
Sitze
Bürgerveinigung Ortrand 47,0 % + 47,0 6
CDU 45,6 % 02,3 5
Die Linke 5,1 % + 05,1 1
Bündnis 90/Die Grünen 2,3 % 04,3
SPD − 19,9
DSU − 19,6
FDP 06,0
Wahlbeteiligung: 57,8 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niko Gebel (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 53,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[11] gewählt.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Ortrand.png

In der Hauptsatzung der Stadt Ortrand ist das Führen eines Wappen nicht niedergeschrieben.[13] Das Verfahren zum Fortführen des Wappen wird seitens der Stadt Ortrand betrieben, siehe:
»Durch den Beschluss "der Fortführung eines Wappens" durch die Stadtverordneten begann die Beantragung bzw. die Fortführung des Verfahrens zur Genehmigung eines Stadtwappens. Nach Rücksprache mit dem Ministerium des Innern (Abt. Landeshauptarchiv) benötigen wir dazu nur noch eine Reinzeichnung eines Heraldikers, um den Vorgang zum Abschluss zu bringen. Im Anschluss daran wird auch die Hauptsatzung geändert.«
Antwort des Bürgermeisters von Ortrand Herrn Senftleben zum Thema Führen eines Wappens durch die Stadt Ortrand.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtgeschichts- und Schradenmuseum

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ In der Liste der Baudenkmale in Ortrand und in der Liste der Bodendenkmale in Ortrand stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.

Markt

Das Stadtbild wird von den zwei Kirchen St. Jakob und der Stadtkirche St. Barbara geprägt. Erstere wurde bereits vor mehreren Jahrhunderten erbaut und ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Die Kirche St. Barbara wurde im 16. Jahrhundert errichtet und nach einem Brand mit einem Turm von dem Erbauer der Dresdner Frauenkirche George Bähr versehen, Ende der 1980er-Jahre wurde der Innenraum von Friedrich Press neu gestaltet. Der Marktplatz mit dem Rathaus und den umliegenden Gebäuden sowie der rekonstruierten Kursächsischen Postdistanzsäule bildet ein gelungenes Ensemble.

Das Lehnsmühlschloss ist ein ehemaliges Gutshaus.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 feierte der Spielmannszug Ortrand e. V. sein 20-jähriges Jubiläum. Besondere Höhepunkte in den vergangenen Jahren waren die Teilnahme an den Deutschen Turnfesten in Dortmund, Hamburg und München, den Bundesturnfesten des Österreichischen Turnerbundes in Graz, Krems und Salzburg sowie am Internationalen Musik- und Majorettenfestival im niederländischen Roermond. Im Rahmen dieser Auftrittsreisen konnten immer wieder gute bis herausragende Ergebnisse bei teilweise internationaler Konkurrenz erzielt werden, u. a. für musikalische und choreographische Darbietung sowie für die Stabführung. Im Jahr 2004 war der Spielmannszug Ortrand e. V. Gast beim Landesturnfest Rheinland-Pfalz in Koblenz und beim „Summer in the City“ in Luxembourg, wo er sein musikalisches Können präsentierte. Auf Einladung der Staatskanzlei des Landes Brandenburg vertrat das Orchester die Landesfarben bei der Musikparade anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2005 in Potsdam. Zu Beginn des Jahres 2006 wurde der Spielmannszug Ortrand e. V. aufgrund seiner Auftritte und seiner Arbeit für und in der Region offiziell zum ersten „Freund der Lausitz“ ernannt.

Im Bereich Pop/Rock etablierte sich die Ortrander Musikgruppe „Leo Hört Rauschen“ weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einer gefragten Clubband mit zahlreichen Auftritten im In- und Ausland. 2004 als Punkrockband mit dem Namen „Funny Farm“ gegründet, kam es 2011 zum Wandel der Musik und des Bandnamens. Seitdem sind Leo Hört Rauschen gefragte Vertreter der Art-Wave-Postpunk-Bewegung der frühen 2000er. Mit ihrer rauen Klangästhetik und dem Verzicht auf große Effekte verweigert sich diese Band den üblichen Produktionsmethoden und verwöhnt Liebhaber der erfreulichen Monotonie mit Klängen à la Deutsch Amerikanische Freundschaft, Joy Division und Die Goldenen Zitronen. Die Mitwirkung der Band am Theaterfestival „Radikal Büchner“ im Weltkulturerbe Bauhaus Dessau wurde für das ZDF dokumentiert und mit der Ausstrahlung eines einstündigen Films gewürdigt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 findet am ersten Mai-Wochenende das Stadt- und Musikfest statt. Gemeinsam mit den Vereinen der Stadt organisiert der örtliche Unternehmerverein dieses beliebte Fest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortrand liegt an der Bahnstrecke Großenhain–Cottbus und verfügt über einen Bahnhof, der im Personenverkehr sowohl im VBB- als auch im VVO-Tarif bedient wird.

Westlich der Stadt verläuft die Bundesautobahn 13. Die Anbindung erfolgt über die Anschlussstelle 18 Ortrand.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Schraden (= Werte der deutschen Heimat. Band 63). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001, ISBN 978-3-412-23905-3.
  • Otto Hauptvogel: Baudenkmale der Stadt Ortrand. In: 750 Jahre Ortrand 1238–1988. Rat der Stadt Ortrand und Stadtgeschichtsmuseum Ortrand.
  • Reinhard Kißro: Zur Entwicklungsgeschichte der Stadt Ortrand. In: 750 Jahre Ortrand 1238–1988. Rat der Stadt Ortrand und Stadtgeschichtsmuseum Ortrand.
  • Christian Heinrich Schreyer: Chronik der Stadt Ortrand. Band 1, Verlag Haffner, Großenhain 1852 (Digitalisat)

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 9. August 2008
  3. Walter Schlesinger: Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter. II Band, Das Zeitalter der deutschen Ostsiedlung (1100–1300). Köln/ Graz 1962.
  4. Emilia Crome: Die Ortsnamen des Landkreises Liebenwerda. Berlin 1968.
  5. Otto Posse: Die Markgrafen von Leipzig und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Großen. Leipzig 1881, S. 351–363.
  6. Eichler, Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz. Berlin 1975, S. 215–216.
  7. Gess Felician: Akten und Briefe zur Kirchenpolitik Herzog Georgs von Sachsen. 1. Band. Leipzig 1905, S. 324–325.
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 26–29
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  11. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. Hauptsatzung der Stadt Ortrand
  14. Nicole Blech: Kademann, Balthasar. In: Sächsische Biografie. Herausgegeben vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ortrand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien