Putziger Wiek

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Halbinsel Hela und Putziger Wiek

Koordinaten: 54° 38′ 20″ N, 18° 34′ 30″ O

Karte: Polen
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Putziger Wiek
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Polen
Durch die Putziger Wiek verlaufende Sandbank Reff bei dem Fischerdorf Rewa nordöstlich von Rahmel (Rumia).

Als Putziger Wiek (polnisch Zatoka Pucka; kaschubisch: Pùckô Hôwinga) wird der westliche, seichte Abschnitt der Danziger Bucht bezeichnet. Der Name der Bucht geht auf den Ort Putzig (polnisch Puck) zurück. Zur Ostsee ist die Wiek durch die Halbinsel Hel abgeschottet.

Die wichtigsten Häfen sind Puck (Putzig), Jastarnia (Heisternest), und Hela (alle in der polnischen Woiwodschaft Pomorskie). Im Untergrund der Putziger Wiek befindet sich einer Kalisalz-Lagerstätte.

Die Bucht hat eine Fläche von etwa 364 km². Die durchschnittliche Gewässertiefe in dieser Wiek beträgt zwei bis sechs Meter. Durch die Putziger Wiek verläuft zwischen dem Fischerdorf Rewa nordöstlich von Rumia (Rahmel) und der Ortschaft Kuźnica (Kußfeld) auf der Halbinsel Hela eine durchgehende schmale Sandbank, die Reff genannt wird. Diese Sandbank steht bei Anschwellen der See oft unter Wasser und hinterlässt bei Zurückweichen des Wassers kleine Durchgänge, die von Fischerbooten passiert werden können; die tiefste dieser Passagen wird Deepke (kleine Tiefe) genannt (poln. Kutznitza).[1]

An den Küsten der Putziger Wiek sind Siedlungsspuren gefunden worden, die darauf hindeuten, dass die hier einst lebende Bevölkerung spätestens seit der Zeit der Völkerwanderung Handelsbeziehungen zum Mittelmeerraum unterhalten hat. Byzantinische Goldmünzen (Solidi), die hier bei archäologischen Grabungen entdeckt wurden, sind offenbar als Bezahlung für Rohbernstein oder bearbeiteten Bernstein in dieses Gebiet gelangt[2].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Putziger Wiek – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 19–20..

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. Band 1, Halle 1791, S. 831.
  2. A. Zbierski: Early Medieval ambercraft in Gdańsk. In Amber - views - opinions. Warschau 2006 (Erstveröffentlichung des Beitrages 2003)