Puck (Polen)

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Puck
Wappen von Puck
Puck (Polen)
Puck
Puck
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Puck
Fläche: 4,90 km²
Geographische Lage: 54° 42′ N, 18° 24′ O54.718.4Koordinaten: 54° 42′ 0″ N, 18° 24′ 0″ O
Einwohner: 11.369
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 84-100
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WładysławowoDanzig
Schienenweg: Bahnstrecke Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 4,90 km²
Einwohner: 11.369
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 2320 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2211031
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Hanna Pruchniewska[2]
Adresse: ul. 1 Maja 13
84-100 Puck
Webpräsenz: www.miasto.puck.pl



Puck [puʦk] (deutsch Putzig, kaschubisch Pùck) ist eine Hafen- und Kreisstadt an der Danziger Bucht etwa 30 Kilometer nördlich von Gdynia in der Wojewodschaft Pommern in Polen. Puck hat etwa 11.300 Einwohner.

Die Gmina Puck ist eine Landgemeinde, die ihren Sitz in Puck hat, zu der die Stadt selbst aber nicht gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Putzig am Abend
Putzig nördlich von Danzig (auf der Karte rechts, durch Anklicken vergrößerbar) und nordöstlich von Neustadt an der Rheda auf einer Landkarte von 1910

Nach Johann Friedrich Goldbeck wurde die Ortschaft zuerst von dem pommerschen Fürsten Bugislaus († 1150) angelegt, der ihr den Namen Bugustin gegeben und den an sie grenzenden Meerbusen der Ostsee, die spätere Putziger Wiek, Buguswick genannt habe.[3] Der Ort kam 1308 zusammen mit Dantzike zum westlichen Preußen. Die Stadtrechte erhielt der Ort 1348 vom Deutschen Orden, der ihn Bautzig nannte.[3] Später wurde die Stadt auch Pautzke genannt, woraus schließlich Putzig wurde. Zusammen mit anderen Orten in Preußen trat die Stadt dem Preußischen Bund bei, der sich am 10. Februar 1454 anlässlich der Heirat der Kaisertochter Elisabeth von Habsburg mit dem Jagiellonen Kasimir IV. vom Deutschen Orden lossagte.

Pautzke wurde mit dem Zweiten Thorner Frieden 1466 zum Sitz des königlichen Starosten. Bis 1544 hatte sich das Gebiet von Putzig eine Zeitlang im Pfandbesitz der Stadt Danzig befunden, die es jedoch nach Zahlung einer Abfindung in Höhe von 6.000 ungarischen und 2.000 preußischen Gulden durch den polnischen König wieder abtreten musste.[4][5] Da die Stadt Danzig keine für den polnischen König gecharterten Schiffe im Danziger Gebiet erlaubte, mussten diese 1567 in dem kleinen Fischerhafen Pautzke an der Pautzker Wiek ankern. 1626 wurde die Stadt von Schweden erobert, 1627 von Polen eingenommen, 1703 schließlich erneut von den Schweden besetzt.

Zur Zeit der Teilungen Polens kam die Stadt im westlichen Preußen zum Königreich Preußen. Um 1789 gehörte Putzig zu den vier Städten des Dirschauer Kreises[3], später zum Landkreis Neustadt (Westpr.); ab 1878 war Putzig Kreisstadt. Um 1835 hatte Putzig eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche und eine Synagoge.[6] 1898 erhielt die Stadt einen Bahnhof an der Strecke von Reda, die später noch nach Norden bis Richtig Krokowa und zur Halbinsel Hel verlängert wurde.

Ab 1919 lag die Stadt im Polnischen Korridor, der nach dem Versailler Vertrag an Polen abgetreten wurde. Hier vollzog der polnische General Józef Haller von Hallenburg am 10. Februar 1920 die Zeremonie der „Heirat Polens mit dem Meer“. Der Tag wird seitdem jährlich gefeiert. In der Zwischenkriegszeit war Putzig das Hauptquartier der 1918 gegründeten polnischen Kriegsmarine und der einzige polnische Ostseehafen, bevor Gdingen in den 1920er Jahren zum großen Militärhafen ausgebaut wurde.

Die Stadt ist eine der Hochburgen der Kultur der Kaschuben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland Seit dem 6. März 2001 besteht eine Partnerschaft zwischen den Landkreisen Puck und Trier-Saarburg, aus der am 14. November 2003 die Städtepartnerschaft von Putzig mit der deutschen Stadt Konz hervorging. Andere Partnerstädte sind
  • DeutschlandDeutschland Stein (Mittelfranken) und
  • PolenPolen Teschen in Schlesien.
  • DeutschlandDeutschland Zwischen Puck und der niedersächsischen Samtgemeinde Oldendorf besteht seit dem 8. Juli 2005 eine Partnerschaft.
  • FinnlandFinnland Zwischen Puck und Naantali besteht eine Städtepartnerschaft.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Anzahl Bemerkungen
1831 1.939 teils Katholiken, teils Evangelische, auch Juden[6]
1875 2.095[7]
1880 2.019[7]
1890 1.869 darunter 452 Evangelische und 62 Juden (700 Polen)[7]
2012 11.545 Stand vom 30. Juni 2012[8]

Politik[Bearbeiten]

Stadtwappen[Bearbeiten]

Das ungewöhnliche Stadtwappen von Puck zeigt in Blau einen goldenen Löwen, der an einem silbernen Lachs nagt. Nach einer Legende zeigte das alte Wappen nur den silbernen Fisch in Blau, der Löwe soll dem Stadtwappen von König Karl VIII. (Schweden) (Karl Knutsson Bonde) beigefügt worden sein, der die Stadt in den Jahren 1457–1460 als Pfand hielt, und stammt von dem Löwen der Goten (Göta lejon) im Großen Staatswappen von Schweden. Zur Wappengeschichte gibt es auch eine alte kaschubische Legende: Ein Lachs und ein Aal kämpften um die Vorherrschaft in der Ostsee. Ermüdet und entkräftet, ineinander verschlungen, waren sie dem Tode nahe. Plötzlich näherte sich ihnen ein Boot, auf dem ein Löwe saß. Der Löwe nahm den Aal in sein Boot, während der befreite Lachs zum Putziger Hafen schwamm. In Putzig angelangt, nahm der Löwe den Lachs in sein Maul und trug ihn zur Turmspitze des Rathauses hinauf. Seitdem sind beide Tiere unzertrennlich im Wappen der Stadt vereint.

Rathaus in Puck

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus, erbaut 1865
  • Museum des Putziger Landes
  • Pfarrkirche St. Peter und Paul
  • Bürgerhäuser am Hauptmarkt (pl. Wolności)
  • Neu angelegter Yachthafen

Landgemeinde Puck[Bearbeiten]

Rittergut Starsin um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Zur Landgemeinde Puck gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name kaschubischer Name deutscher Name
Beka Békô Beka
Błądzikowo Błãdzëkòwò Blondszikau (1874–1939 Blansekow, 1939–1945 Blansekau)
Brudzewo Brudzéwò Brusdau
Celbówko Célbòwkò Tannenburg
Celbowo Célbòwò Celbau (1942–1945 Zelbau)
Czarny Młyn Czôrnë Młën Czarnauermühle
Darżlubie Darżlëbié Darslub (1942–1943 Buchheide, 1943–1945 Darpstedt)
Domatówko Domôtówkò Klein Dommatau (1942–1945 Kleindommatau)
Domatowo Domôtowò Groß Dommatau (1942–1945 Großdommatau)
Gnieżdżewo Gniéżdżewò Gnesdau (1942–1945 Nesten)
Kaczyniec Kaczińc
Łebcz Łebcz Löbsch
Leśniewo Lésniéwò Leßnau
Łyśniewo Łësniéwò Lißnau (1942–1945 Lissen)
Mechowo Mechòwa Mechau
Mieroszyno Miérëszëno Miruschin (1942–1945 Brünhausen)
Mrzezino Mrzezëno Bresin (1942–1945 Brambusch)
Muza Mùza Musa (1942–1945 Mittenwalde)
Osłonino Òsłonino Oslanin (1942–1945 Truchsassen)
Mała Piaśnica Mołô Piôsznica Klein Piasnitz (1942–1945 Kleinpesnitz)
Wielka Piaśnica Wiôlgô Piôsznica Groß Piasnitz (1942–1945 Großpesnitz)
Połchowo Pôłchòwò Polchau
Połczyno Pôłczëno Polzin (1942–1945 Konradswiese)
Radoszewo Redëszéwò Reddischau
Rekowo Górne Rekòwò Rekau
Rzucewo Rzucéwò Rutzau
Sławutówko Sławùtowkò Klein Schlatau (1942–1945 Kleinschlatau)
Sławutowo Sławùtowò Groß Schlatau (1942–1945 Großschlatau)
Smolno Smòlëno Schmolln
Starzyno Starzno Groß Starsin (1942–1945 Großstarsen)
Starzyński Dwór Môłé Starzno Klein Starsin (1942–1945 Kleinstarsen)
Strzelno Strzélno Strellin
Swarzewo Swôrzéwò Schwarzau
Werblinia Warblëniô Werblin
Wiedlino Wiedlëno Wedlin
Zdrada Zdrôdô Zdrada (1942–1945 Mechenhof)
Żelistrzewo Żelëstrzewò Sellistrau (1942–1945 Sellen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Puck – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 26. Dezember 2014.
  2. Website der Stadt, Władze miasta, abgerufen am 23. Februar 2015
  3. a b c Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II: Topographie von West-Preußen. Marienwerder 1789, S. 52-53, Nr. 3.)
  4. Daniel Gralath: Versuch einer Geschichte der Stadt Danzig. Band 2, Danzig 1790, S. 70-76.
  5. Justus Gotthart Rabener: Deutsche Acta eruditorum. Band 85, Leipzig 1723, S. 709 ff.
  6. a b August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 412, Nr. 28.
  7. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Landkreis Putzig (2006).
  8. http://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/l_ludnosc_stan_struktura_30062012.pdf