Hel (Stadt)

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Hel
Wappen von Hel
Hel (Polen)
Hel
Hel
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Puck
Fläche: 21,27 km²
Geographische Lage: 54° 36′ N, 18° 48′ O54.60472222222218.803611111111Koordinaten: 54° 36′ 17″ N, 18° 48′ 13″ O
Einwohner: 3613
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 84-150
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GPU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 216: Hel–Władysławowo-Reda
Schienenweg: Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 3613
(30. Jun. 2014)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2211011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Klemens Kohnke[2]
Adresse: ul. Wiejska 50
84-150 Hel
Webpräsenz: www.hel-miasto.pl



Hel [ˈxɛl] (deutsch Hela, kaschubisch Hél) ist eine Hafenstadt an der Spitze der Halbinsel Hel, auch Putziger Nehrung genannt, die die Danziger Bucht von der Ostsee trennt. Hel liegt in der Woiwodschaft Pommern in Polen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hel ist älter als 700 Jahre. Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert existierten in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander zwei Städte gleichen Namens, als Alt- und Neu-Hela bezeichnet. Alt-Hela befand sich etwa einen Kilometer nord-westlich der heutigen Stadt. Die heutige Stadt Hel geht auf die mittelalterliche Stadt Neu-Hela zurück, welche vermutlich im 13. Jahrhundert von Lübecker Kaufleuten als Kaufmannssiedlung gegründet worden ist.[3] Der Name Hela, dessen Bedeutung nie eindeutig geklärt werden konnte, ist skandinavischen Ursprungs.[4]

Als im 15. Jahrhundert Hel Eigentum der Stadt Danzig wurde, wurde der bis dahin freie Handel der Helaer unterbunden. Hela, seit der preußischen Besitzergreifung im Jahr 1793 kleinste Stadtgemeinde im Königreich Preußen, verlor 1872 ihre Stadtrechte.[5]

Nachdem Polen den Minderheitenschutzvertrag 1934 gekündigt hatte, wurden im Dezember 1937 auch 160 seit vielen Generationen hier lebende Fischerfamilien (insgesamt über 600 Personen), die überwiegend deutsch sprachen und protestantisch waren, mit einer 24-Stundenfrist aus dem Polnischen Staatsgebiet ausgewiesen, obwohl fast alle polnischer Nationalität waren. Die rechtliche Grundlage für die Ausweisung bildete eine Verordnung des polnischen Staatspräsidenten Ignacy Mościcki vom 23. Dezember 1927, welche am 22. Januar 1937 veröffentlicht wurde, das sogenannte Grenzzonengesetz. Nachdem die Helschen 1940 wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, flüchteten Sie im Frühjahr 1945 vor der heranrückenden Sowjetarmee.[6]

Bekannt wurde der Ort während der Flüchtlingsströme am Endes des Zweiten Weltkrieges. Als wichtiger Anlaufhafen für Transportschiffe bis zuletzt hart umkämpft, kapitulierten die letzten Reste der Wehrmacht in Ostpreußen erst am 14. Mai 1945 vor den Truppen der Roten Armee, unweit der Westerplatte, mit deren Beschießung der Polenfeldzug begonnen hatte.

Als Ferienort erlebt Hel seit 1990 eine erneute Blüte. 2002 schloss der Ort eine Städtepartnerschaft mit Hermeskeil in Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten]

Trotz seiner exponierten Lage ist die Stadt über die Bahnstrecke Reda–Hel an das polnische Eisenbahnnetz angeschlossen. Personenzugverbindungen nach Gdynia gibt es stündlich, wobei auch alle anderen Züge von und nach Hel in Gdynia halten. In der Sommersaison gibt es darüber hinaus Verbindungen in andere polnische Großstädte, darunter Warschau, Łódź und Krakau.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Ehemalige St.-Peter-und-Paul-Kirche, heute Fischereimuseum
  • Leuchtturm
  • Robbenstation der Universität Danzig
  • Hafen

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hel, Poland – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 26. Dezember 2014.
  2. Website der Stadt (BIP), Urząd Miasta Helu - Burmistrz Helu, abgerufen am 6. April 2015
  3. Hela - Eine mittelalterliche Kaufmannssiedlung? Stand: 20. September 2015.
  4. RÜHLE, Siegfried: Die Stadt Hela im Mittelalter. Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins. Heft 69. Kommissionsverlag Danziger Verlags-Gesellschaft m. b. H. Danzig 1929. Seite 116.
  5. SEEGER, Pfarrer: Hela – Geschichtliches und Kulturgeschichtliches. In: Mitteilungen des deutschen Seefischerei-Vereins Nr. 4. Moeser. Berlin 1910.
  6. RASMUS, Hugo: Pommerellen Westpreußen 1919-1939. F. A. Herbig. München, Berlin 1989.