Pye

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Osnabrücker Rad.svg
Pye
Stadtteil von Osnabrück
Karte:
Karte
Basisdaten
Fläche: 7,51 km²
Einwohner: 2965 Stand: 31. Dezember 2019
Bevölkerungsdichte: 396 Einwohner/km²
Postleitzahl: 49090
Vorwahlen: 0541

05407

Gliederung
Stadtteilnummer:

20

Pye (sprich: [ˈpʰiːə]) ist ein Stadtteil von Osnabrück mit 2965 Einwohnern (12/2019)[1], die sich auf 7,51 km² Fläche verteilen[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauerschaft Pye wurde im Jahr 1160 erstmals urkundlich erwähnt und war zunächst gering besiedelt. Die Wirtschaft war auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Entwicklung Pyes eng mit dem Piesberg verbunden, der wohl nach der Bauerschaft benannt ist (abgeleitet von „Pyes Berg“). Hier wurde schon seit Ende des Mittelalters in geringem Umfang Stein und Kohle abgebaut. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert intensivierte sich der Bergbau auf der Zeche Piesberg. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Verbindung mit der Zeche Verwaltungs- und Verarbeitungsgebäude im Bereich Süberweg/Glückaufstraße sowie Wohngebäude im Bereich Fürstenauer Weg/Lechtinger Straße. Letztere gaben auch den Anstoß für die Siedlungsentwicklung der Hauptsiedlung Pyes im 20. Jahrhundert.[3]

Der Untertagebau der Zeche Piesberg wurde 1898 größtenteils stillgelegt. Bis heute besteht der Piesberger Steinbruch, der zeitweise einer der größten Steinbrüche Deutschlands war. Von 1912 bis 1916 wurde an der Südgrenze Pyes entlang der Hase der Stichkanal Osnabrück gebaut.

Am 20. Oktober 1957 brach der Damm eines Schlamm-Absetzbeckens des Steinbruchs an der Lechtinger Straße, wodurch sich eine Schlammlawine in die unterhalb gelegene Siedlung ergoss. Bei diesem Dammbruch am Piesberg wurde ein Mensch getötet, 15 weitere verletzt und viele Häuser wurden zerstört oder unbewohnbar.

Pye war bis 1972 eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Osnabrück. Es gehörte zum Kirchspiel St. Johann in Osnabrück und war überwiegend katholisch geprägt. Am 1. Juli 1972 wurde es ein Stadtteil von Osnabrück.[4] Seit 1978 bildet es ein eigenes Kirchspiel (St. Matthias).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung des Stadtteils Pye:[5][6]

Datum Einwohner
31. Dezember 2004 3239
31. Dezember 2005 3277
31. Dezember 2006 3230
31. Dezember 2007 3236
31. Dezember 2008 3216
Datum Einwohner
31. Dezember 2009 3155
31. Dezember 2010 3193
31. Dezember 2011 3144
31. Dezember 2012 3127
31. Dezember 2013 3105
Datum Einwohner
31. Dezember 2014 3051
31. Dezember 2015 3016
31. Dezember 2016 3004
31. Dezember 2017 2975
31. Dezember 2018 2976
Datum Einwohner
31. Dezember 2019 2965

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pye heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haseschacht am Piesberg, jetzt Museum Industriekultur

Am Piesberg befindet sich das Museum Industriekultur, das einen Überblick über die Geschichte des Bergbaus am Piesberg gibt.

Die Natur rund um Pye ist hauptsächlich von kleinen bis mittleren Wäldern und Wiesen sowie landwirtschaftlichen Flächen geprägt. Im Süden verlaufen die Hase und der Stichkanal Osnabrück.

Am Eingang von Pye befindet sich seit 1857 der Bahnhof Osnabrück-Piesberg, wo derzeit an Veranstaltungstagen Sonderzugfahrten, auch mit Dampfloks, von Osnabrück-Hbf über Osnabrück-Altstadt nach Osnabrück-Piesberg stattfinden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommunales Statistik- und Monitoringportal Osnabrück (KOSMOS): Bevölkerungsbestand - Einwohner mit Hauptwohnsitz, osnabrueck.de, abgerufen am 3. September 2020
  2. Stadt Osnabrück, Statistik, Größe der Stadtteile und Statistische Bezirke 11/2011 (PDF-Datei)
  3. Christian Kämmerer: Stadt Osnabrück (= Institut für Denkmalpflege [Hrsg.]: Baudenkmale in Niedersachsen. Band 32). Vieweg Verlag, Braunschweig 1988, ISBN 3-528-06209-6, S. 152 ff., doi:10.11588/diglit.44440.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 252.
  5. Stadt Osnabrück, Statistik, Bevölkerung nach Stadtteilen 2004 – 2014 (PDF-Datei)
  6. https://geo.osnabrueck.de/kosmos/bericht_daten_statistik/atlas.html?select=Stadtgrenze KOSMOS - Kommunales Statistik und Monitoringportal Osnabrück Zahlen 2014 – 2019
  7. Piesberg – Osnabrücks zweitältester Bahnhof in Neue Osnabrücker Zeitung, vom 5. November 2012, abgerufen am 9. September 2015

Koordinaten: 52° 19′ N, 8° 0′ O