Queen Charlotte Sound (Neuseeland)

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Queen Charlotte Sound
Tōtaranui
Geographische Lage
Queen Charlotte Sound (Neuseeland)
Queen Charlotte Sound
Koordinaten: 41° 14′ S, 174° 7′ OKoordinaten: 41° 14′ S, 174° 7′ O
Region-ISO: NZ-MBH
Land: Neuseeland
Region: Marlborough
Meereszugang: Tasmansee
Daten zum Sound
Eingang: 11 700 m breit
Länge: rund 40 km
Breite: max. 10 km
Fläche: 195,53 km2
Küstenlänge: 318 km
Wassertiefe: max. 80 m
Orte: Picton
Zuflüsse: Waitohi River und zahlreiche Streams (Bäche)
Inseln: Motuara Island, Long Island, Pickersgill Island (Matapara), Blimine Island (Oruawairua), Allports Island, Marbel Island und verschiedene aus dem Wasser ragende Felsen
Industriehafen: Picton
Yachthafen: Picton
Fähranleger: Picton
Fotografie des Sounds
Queen Charlotte Sound (view to northeast).jpg
Queen Charlotte Sound, Blick nach Nordosten, links Allports Island

Der Queen Charlotte Sound (Māori Tōtaranui) ist ein Meeresarm im Norden der Südinsel von Neuseeland mit Zugang zur Tasmansee.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 195,5 km2 große Queen Charlotte Sound[1] erstreckt sich über rund 40 km vom Fährhafen von Picton aus in nordostöstliche Richtung bis zu seinem Übergang in die Tasmansee zwischen Cape Jackson auf der Nordseite und Cape Koamaru auf der Südseite des rund 11,7 km breiten Zugangs zum Sound.[2] Im Queen Charlotte Sound befinden sich sechs Inseln, Motuara Island, Long Island, Pickersgill Island (Matapara), Blimine Island (Oruawairua), Allports Island und Marbel Island. Die mit Abstand größte Insel, Arapawa Island, erstreckt sich über rund 28 km an der Nordostseite des Queen Charlotte Sounds und grenzt den Sound zum südöstlich befindlichen Tory Channel und zu einem Teil der Cook Strait ab.[3]

Beidseits des Queen Charlotte Sounds befinden sich zwei große Inlets, das Endeavour Inlet und die East Bay sowie mehr als 20 große Buchten und eine Anzahl von Coves, die ale kleinere Buchten gelten. Die Tiefe des Sounds differiert im Mittel zwischen 30 m und 45 m, wobei mit 75 m die zweittiefste Stelle des Sounds am Übergang zum Tory Channel gemessen wurde, die hier Dieffenbach Point genannt wird. Längsseits an der Westseite von Blumine Island befindet sich eine Verwerfung, die Tiefen zwischen 50 m und 80 m aufweisen und damit die tiefste Stelle des Sounds markiert.[4]

Der Gezeitenstrom des Meeresarms ist in seiner Mitte um den Zugang zum Tory Channel hin mit 1 bis 3 Knoten am größten und der Tidenhub bei Picton um die 1,5 m. Das Wasser tauscht sich dabei im Hauptteil des Sounds innerhalb von rund 31 Tagen einmal aus.[5]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Sounds, Channels und Meeresarme der Marlborough Sounds bestehen die Gewässer aus vom Meer her geflutete ehemalige Flusstäler. Während die Südinsel im Absinken begriffen war, stieg der Meeresspiegel seit der letzten Kaltzeit an, was zur Überflutung von Küstenlandstrichen und küstennahen Tälern führte.[6]

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der westlich Teil des Queen Charlotte Sounds bis Picton wird von den Fähren von Interislander und BlueBridge genutzt. Die Fähren biegen von Wellington über die Cook Strait kommend, vom Tory Channel aus in den Queen Charlotte Sound ein und folgen ihm bis zum Fährhafen von Picton. Auch Fracht- und Kreuzfahrtschiffe befahren den Sound mit dem Ziel Picton. In Picton und Waikawa befinden sich zwei Yachthäfen, die als Ausgangspunkte für Fahrten in den Marlborough Sounds, Cook Strait und Tasmansee dienen.

Schiffsunglücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Grund des Marlborough Sounds liegen rund 57 Schiffswracks, einige davon auch im Queen Charlotte Sound. So kenterte und sank 1834 die Shamrock und nahm 10 Seeleute mit in die Tiefe und 1849 verschwand der Schoner Comfort mit sechs Mann Besatzung auf mysteriöse Weise im Sound.[7] Doch das bekannteste und letzte Unglück ereignete sich am 15. Februar 1986 als das Kreuzfahrtschiff Mikhail Lermontov von Picton kommend einen Felsen nahe dem Cape Jackson rammte[7] und am folgenden Tag rund 11 km südwestlich am Gannet Point in der Bucht Port Gore, westlich des Queen Charlotte Sounds, sank.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rob Davidson, Clinton Duffy, Peter Gaze, Andrew Baxter, Sam DuFresne, Shannel Courtney, Peter Hamill: Ecologically Significant Marine Sites in Marlborough, New Zealand. Marlborough District Council, September 2011 (englisch, Online [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 22. Februar 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Queen Charlotte Sound – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Davidson u. a.: Ecologically Significant Marine Sites in Marlborough, New Zealand. 2011, S. 19.
  2. Koordinaten und Längenbestimmungen wurden zum Teil über Google Earth Version 7.1.8.3036 am 20. Februar 2018 vorgenommen.
  3. Topo250 maps. Land Information New Zealand, abgerufen am 22. Februar 2018 (englisch).
  4. Davidson u. a.: Ecologically Significant Marine Sites in Marlborough, New Zealand. 2011, S. 90.
  5. Davidson u. a.: Ecologically Significant Marine Sites in Marlborough, New Zealand. 2011, S. 91.
  6. Davidson u. a.: Ecologically Significant Marine Sites in Marlborough, New Zealand. 2011, S. 16.
  7. a b Oliver Lewis: Add them to the list: Underwater survey discovers new wrecks in Marlborough Sounds. In: Stuff - National. Fairfax Media, 1. September 2017, abgerufen am 22. Februar 2018 (englisch).
  8. The Last Cruise of the Mikhail Lermontov. In: The New Zealand Maritime Record. New Zealand National Maritime Museum, abgerufen am 22. Februar 2018 (englisch).