Quick UDP Internet Connections

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Quick UDP Internet Connections
Familie: Internetprotokollfamilie
Einsatzfeld: Datenübertragung (Hypertext u. a.)
auf Anwendungsschicht
aufbauend auf UDP
entwickelt aus SPDY
Entwickler: Google Inc., IETF
QUIC im TCP/IP-Protokollstapel:
Anwendung QUIC
Transport UDP
Internet IP (IPv4, IPv6)
Netzzugang Ethernet Token
Bus
Token
Ring
FDDI

Quick UDP Internet Connections (QUIC) ist ein experimentelles Netzwerkprotokoll. Es wurde ursprünglich von Google mit dem Ziel entwickelt, den Internetverkehr insgesamt zu beschleunigen. Seit Februar 2017 arbeitet die Internet Engineering Task Force (IETF) an einer Standardisierung des QUIC-Protokolles.[1]

Ein möglicher Zieltermin für eine finale QUIC-Spezifikation könnte bereits der Sommer 2017 sein.[2]

Hintergrund und Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verbesserung von HTTP hat Google bereits das Protokoll SPDY entwickelt, dessen Vorteile aber aufgrund von Beschränkungen des darunterliegenden Transmission Control Protocol nicht voll ausgeschöpft werden können. Diese Beschränkungen soll das auf UDP basierende QUIC aufheben.[3]

Die ursprüngliche Form von QUIC wurde von Google am 20. Juli 2016 zur Standardisierung eingebracht.[4]

QUIC schreibt vor, dass die gesendeten Daten mit TLS 1.3 verschlüsselt übertragen werden.[5] Es kommen zwei unterschiedliche Header zum Einsatz. Der erste Header enthält mehr Informationen und dient dem Verbindungsaufbau. Sobald die Verbindung hergestellt wurde, wird der kürzere Header verwendet. Bei einem bekannten Host wird die Verschlüsselung bei einer erneuten Verbindungsherstellung zudem nicht neu ausgehandelt, sondern ab dem ersten Paket verschlüsselt übertragen. Da der Header zu einem großen Teil verschlüsselt wird, sind – im Vergleich zu älteren Protokollen – weniger Metadaten aus dem Header auslesbar. Hierdurch wird das Netzwerk-Monitoring und -Management erschwert.[6]

Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

QUIC muss von der Anwendung unterstützt werden. Der erste Browser, der clientseitig QUIC unterstützt, ist Google Chrome ab Version 29.[7] Beispielimplementierungen für Client und Server finden sich im Repository von Chromium. Hierbei handelt es sich allerdings noch um die ursprünglich von Google implementierte Variante. Für die vom IETF entwickelte Version existiert bisher noch keine Implementierung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. QUIC Workgroup. Abgerufen am 5. April 2017.
  2. Monika Ermert: QUIC kommt quicker: IETF bringt neues Internet-Transportprotokoll voran. Heise, 5. April 2017, abgerufen am 5. April 2017.
  3. Experimenting with QUIC. In: Chromium Blog. Google, 27. Juni 2013, abgerufen am 29. Juni 2013 (englisch).
  4. IETF-96: QUIC. 20. Juli 2016, abgerufen am 10. Dezember 2016 (englisch).
  5. M. Thomson, S. Turner: Using Transport Layer Security (TLS) to Secure QUIC. IETF, 13. März 2017, abgerufen am 5. April 2017 (txt, englisch).
  6. M. Kuehlewind, B. Trammell, D. Druta: Manageability of the QUIC Transport Protocol. IETF, 9. März 2017, abgerufen am 5. April 2017 (txt, englisch).
  7. Christian Kirsch: Google experimentiert mit UDP fürs Web. In: iX. Heise, 28. Juni 2013, abgerufen am 29. Juni 2013.