R-Klasse (1998)

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R-Klasse
Typschiff R One als Insignia am Kai in Bordeaux
Typschiff R One als Insignia am Kai in Bordeaux
Schiffsdaten
Schiffsart Kreuzfahrtschiff
Entwurf John McNeece[1]
Bauwerft Chantiers de l’Atlantique, Saint-Nazaire
Bauzeitraum 1997 bis 2001
Stapellauf des Typschiffes 24. Januar 1998[2]
Gebaute Einheiten 8
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
180,45[3] m (Lüa)
157,85 m (Lpp)
Breite 25,73 m
Tiefgang max. 5,95 m
Vermessung 30.277 BRZ / 11.484 NRZ[3]
Maschinenanlage
Maschine Dieselelektrischer Antrieb
2 × elektr. Propellermotoren (Cegelec), je 6.750 kW; Wellenanlage[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
13.500 kW (18.355 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
21 kn (39 km/h)
Energie-
versorgung
4 × Dieselmotor (Wärtsilä 12V32LNE), je 4.860 kW[1]
Generator-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
19.440 kW (26.431 PS)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl ca. 700

Die R-Klasse ist eine Baureihe von acht nahezu identischen, mittelgroßen Kreuzfahrtschiffen, die für die mittlerweile nicht mehr existierende amerikanische Reederei Renaissance Cruises konzipiert und zwischen 1998 und 2001 gebaut wurden. Die Klassenbezeichnung geht auf die ursprüngliche Namensgebung der Schiffe zurück (R One bis R Eight).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich die Reederei Renaissance Cruises in den 1990er Jahren erfolgreich am Markt etabliert hatte, schloss sie mit der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique einen Vertrag über acht neue Kreuzfahrtschiffe im Gesamtwert von 1,2 Mrd. US-$ ab. Die Schiffe gehen auf einen Entwurf des schottischen Architekten John McNeece zurück. Die Kiellegung des Typschiffes mit der Baunummer H31 fand am 26. Juni 1997 in Saint-Nazaire statt, die Indienststellung als R One erfolgte am 25. Juni 1998. Das letzte Schiff, die R Eight, wurde im Februar 2001 in die Flotte integriert. Zum Zeitpunkt der Auslieferung war der Rumpf in Dunkelblau, die Aufbauten in Weiß gehalten.

Renaissance Cruises musste am 25. September 2001 aufgrund von Zahlungsunfähigkeit den Reedereibetrieb einstellen. Danach wurden sechs Schiffe für 700 Mio. US-$ an eine Gruppe französischer Investoren (Cruiseinvest) verkauft.[4] Die verbleibenden Schiffe R Three und die R Four übernahm Princess Cruises und brachte sie als Pacific Princess beziehungsweise Ocean Princess in Fahrt.

Während der folgenden Jahre änderten sich die Eigner- und Reedereiverhältnisse der einzelnen Schiffe mehrfach. So wurde die ehemalige R Seven von 2003 bis 2006 von dem Hamburger Reeder Heinz-Herbert Hey als Delphin Renaissance in den deutschen Markt gebracht, und das Typschiff R One wurde von der deutschen Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten zwischen Frühjahr 2012 und 2014 für zwei Jahre im Charter unter dem Namen Columbus 2 betrieben.

Maschinenanlage und Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptmaschinenanlage der R-Klasse besteht aus vier Dieselgeneratorsätzen des Typs Wärtsilä 12V32LNE mit einer Leistung von je 4.860 kW bei einer Drehzahl von 720/min. Der Betrieb erfolgt mit Schweröl. Um einen ruhigen und vibrationsfreien Betrieb zu ermöglichen, sind die Motor-Generator-Einheiten schwimmend gelagert.

Der eigentliche Antrieb erfolgt über zwei Drehstrom-Synchronmaschinen des französischen Herstellers Cegelec, die über zwei Stromrichter von GEC Alsthom angesteuert und versorgt werden. Die Motoren sind mit Doppelwicklung ausgestattet und entwickeln bei einer Drehzahl von 170/min eine Leistung von 6.750 kW. Sie treiben über Wellenanlagen die beiden Festpropeller an. Die Reisegeschwindigkeit der Schiffe liegt bei 18 Knoten, die Höchstgeschwindigkeit bei 21 Knoten.[1]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schiffe der R-Klasse verfügen über knapp 290 Kabinen, von denen sich lediglich 28 im Inneren des Schiffes befinden. Im Vergleich zu anderen Kreuzfahrtschiffen bietet die R-Klasse ein großzügiges Raumverhältnis von 43,3 BRZ/Passagier. Die Schiffe sind mit zwei Restaurants, zwei Lounges mit Tanzfläche und Bühne, mehreren Bars, einer Bibliothek und einem Fitnessbereich ausgestattet.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Baunummer IMO-Nr. Ablieferung Eigner[5] Umbenennung und Verbleib
R One H31 9156462 Juni 1998 Insignia Vessel Acquisition InsigniaColumbus 2Insignia → so in Fahrt
R Two I31 9156474 Nov. 1998 Prestige Cruise Services LLC Regatta → so in Fahrt
R Three N31 9187887 1999 Princess Cruises Pacific Princess → so in Fahrt
R Four O31 9187899 Oktober 1999 Tahitian PrincessOcean PrincessSirena → so in Fahrt
R Five P31 9200938 Januar 2000 Prestige Cruise Services LLC Nautica → so in Fahrt
R Six Q31 9200940 Juni 2000 Azamara Quest Inc. Blue DreamAzamara Journey → so in Fahrt
R Seven Y31 9210218 Sept. 2000 Azamara Quest Inc. Delphin RenaissanceBlue MoonAzamara Quest → so in Fahrt
R Eight Z31 9210220 Feb. 2001 Carnival Corp. Minerva IIRoyal PrincessAdoniaAzamara Pursuit → so in Fahrt

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: R-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Net Resources International: R-Class Cruise Liner - Ship Technology. Abgerufen am 11. Februar 2011.
  2. Det Norske Veritas: Technische und administrative Daten des Typschiffes. Abgerufen am 6. Mai 2011.
  3. a b Bureau Veritas: Technische und administrative Daten des Typschiffes. Abgerufen am 2. April 2012.
  4. e-tid.com: Cruiseinvest buys six Renaissance ships for $700m. Abgerufen am 3. April 2012.
  5. Equasis - France-Ministry for Transport: Administrative Daten. Abgerufen am 2. April 2012.