RWA Raiffeisen Ware Austria

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RWA Raiffeisen Ware Austria Aktiengesellschaft
Rechtsform AG
Gründung 1993 als Genossenschaft, 1997 Umwandlung in AG
Sitz Wien, OsterreichÖsterreich Österreich

Leitung

  • Reinhard Wolf (Generaldirektor)
  • Stefan Mayerhofer (Vorstandsdirektor)
Mitarbeiter 1.800[1]
Umsatz 2,4 Mrd. Euro (2015)[1]
Branche Handel, Dienstleistungen
Website www.rwa.at
RWA Zentrale am Wienerberg (2016)

Die RWA Raiffeisen Ware Austria AG ist das Handels- und Dienstleistungsunternehmen der Lagerhaus-Genossenschaften in Österreich. Sie wurde 1993 als Genossenschaft gegründet, 1997 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und ist seit 1998 operativ tätig. Der RWA Konzern bietet den Lagerhäusern Leistungen in den Bereichen Agrar, Energie, Technik, Baustoffe, Bau- und Gartenmarkt, Dienstleistungen & Services und verknüpft sie zu einem Verbund auf freiwilliger Basis.[1]

Der Schwerpunkt der RWA-Aktivitäten liegt in der Belieferung und in Dienstleistungen für die Mitgliedsgenossenschaften in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. Ausgewählte Beteiligungen in Österreich sowie in Zentral- und Osteuropa ergänzen und erweitern die Geschäftsfelder der RWA. Mit der deutschen BayWa bildet sie seit 1999 eine strategische Allianz und ist damit in einen international agierenden Handels- und Dienstleistungskonzern eingebunden.[1]

Eigentümer der RWA sind je zur Hälfte die RWA Raiffeisen Ware Austria Handels- & Vermögensverwaltungs eGen und die BayWa.[1]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raiffeisen Ware Austria AG fungiert im Verbund mit den Lagerhäusern als wichtiger Nahversorger, Wirtschaftspartner und Arbeitgeber im ländlichen Raum. Sie bauen auf dem genossenschaftlichen Prinzip nach Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete der RWA Konzern (RWA und die Tochterunternehmen und Beteiligungen) mit etwa 1.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis stieg um 13,5 % auf 23,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Steuern belief sich auf ca. 22,7 Millionen Euro. Die Lagerhaus-Gruppe verzeichnete österreichweit einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro und beschäftigte etwa 12.000 Mitarbeiter an mehr als 1.000 Standorten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Logo
Lagerhaus in Ebreichsdorf

Die erste Lagerhausgenossenschaft nach dem System Friedrich Wilhelm Raiffeisens wurde 1898 in Pöchlarn/Niederösterreich gegründet. Schon 1899 wurde der Verband ländlicher Genossenschaften in Niederösterreich formiert, zur Jahrhundertwende folgte der Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften in der Steiermark. 1917 entstand in Oberösterreich der erste Verband. 1946 wurde die spätere Österreichische Raiffeisen Warenzentrale (ÖRWZ) als Zentrale auf Bundesebene gegründet.

1993 entstand die Raiffeisen Ware Austria reg.Gen.mb.H. aus dem Zusammenschluss der genossenschaftlichen Eigentümer der Warenverbände in Niederösterreich, Oberösterreich sowie der Steiermark und der ÖRWZ in Wien. Die burgenländischen Genossenschaften schlossen sich 2004 an.

1998 übertrug die RWA-Genossenschaft ihre gesamte Geschäftstätigkeit der neu gegründeten RWA Raiffeisen Ware Austria AG, blieb aber deren Eigentümerin. 1999 gab die EU grünes Licht für eine strategische Allianz mit der BayWa in München, basierend auf einem Aktientausch.[3]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stärkung des Bezug- und Absatzgeschäftes hält die RWA Beteiligungen im In- und Ausland. 2015 setzte der Konzern im Inland 1,7 Milliarden Euro um, international rund 680 Millionen Euro. Wesentliche Inlandsbeteiligungen sind Genol, Garant, AUSTRIA JUICE, AFS Franchise-Systeme, Agro Innovation Lab, Frisch & Frost, Lamb Weston / Meijer Austria, Wärme Austria, URL AGRAR sowie die RI-Solution.[4]

Genol GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Genol ist in den Geschäftsbereichen Treibstoffe, Heizöle, Schmierstoffe, Tankstellen und feste Brennstoffe sowie Pellets tätig und versteht sich als Partner der Lagerhaus-Genossenschaften und deren Kunden in allen Energie-Fragen.

Garant GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Garant-Tiernahrung produziert in Österreich an drei Standorten – in Aschach, Pöchlarn und Graz – Futter für Nutztiere, Pferde, Wild und Fische. Gemeinsam mit den Lizenzpartnern in Kärnten, Salzburg und Tirol versorgt Garant die Landwirte mit Mischfutter aus dem Genossenschaftsbereich und ist mit einem gemeinsamen Jahresabsatz von mehr als 500.000 Tonnen Branchenführer. Das Tochterunternehmen Agromed Austria exportiert Spezialfutter erfolgreich in alle Welt.

AUSTRIA JUICE GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AUSTRIA JUICE Gruppe – ein Joint Venture der RWA mit der AGRANA Beteiligungs-AG – zählt heute zu den bedeutendsten Herstellern von hochwertigen Fruchtsaftkonzentraten, Getränkegrundstoffen, Fruchtweinen, Direktsäften, Aromen und Fruchtsüßen für die weiterverarbeitende Getränke- und Lebensmittelindustrie.

Seit 1936 wurzelt das Unternehmen (ehemals Ybbstaler Fruchtsaft) in Allhartsberg (Niederösterreich) und verfügt heute über 14 Produktionsstandorte in Österreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Rumänien, der Ukraine und China.

AFS Franchise-Systeme GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AFS Franchise-Systeme betreut die österreichischen Lagerhäuser als Franchisegeber in den Geschäftsfeldern Baustoffe sowie Bau & Gartenmarkt an mehr als 500 Standorten.

Agro Innovation Lab GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2016 gegründete Agro Innovation Lab arbeitet als Innovationsplattform des RWA-Konzerns mit kreativen Start-ups, Einzelpersonen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen, analysiert und fördert Ideen und Innovationen im landwirtschaftlichen Bereich – von der reinen Beratung bis zur Hilfe bei Finanzierung und Vermarktung. Sie bietet auch selbst innovative Dienstleistungen an, wie Drohnenflüge und GPS-unterstützte Bodenprobenzieher als Vorbereitung für bedarfsgerechte Düngeberatung.[5]

Frisch & Frost GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frisch & Frost – ein Joint Venture der RWA mit Lamb Weston / Meijer – ist Österreichs führender Tiefkühlproduzent von österreichischen Mehlspeis- und Kartoffelspezialitäten. Die Produkte werden unter den Marken Bauernland und Toni Kaiser sowie unter verschiedenen Handelsmarken vertrieben. Frisch & Frost beliefert die Gastronomie und Großküchen über den Großhandel, die Konsumenten über den Lebensmittel-Einzelhandel sowie große Industriekunden auf direktem Weg.

Lamb Weston / Meijer Austria[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Joint Venture der RWA mit Lamb Weston / Meijer produziert am Standort Hollabrunn hauptsächlich tiefgekühlte Kartoffelprodukte.

WAV Wärme Austria VertriebsgmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wärme Austria – ein Joint Venture der RWA mit „Unser Lagerhaus“ Warenhandelsgesellschaft m.b.H., BayWa Vorarlberg HandelsGmbH und der OMV Refining & Marketing GmbH – vertreibt Heizöle, Treibstoffe, Holzpellets, Kohle und Schmierstoffe in ganz Österreich.

URL AGRAR GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die URL AGRAR betreibt in Zentraleuropa Großhandel mit Agrarprodukten. Der Schwerpunkt liegt auf Getreide, Mais, Ölsaaten, Futtermittel und Saatgut.[6]

RI-Solution GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RI-Solution ist die gemeinsame EDV-Gesellschaft von RWA (20 %) und BayWa (80 %).

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochterunternehmen und Beteiligungen im Ausland finden sich in

  • Slowakei (RWA Slovakia spol. s r.o. und Sempol spol. s r.o.)
  • Ungarn (Raiffeisen-Agro Magyarország Kft.)
  • Serbien (Raiffeisen Agro d.o.o. Beograd)
  • Kroatien (RWA Raiffeisen Agro d.o.o.)
  • Slowenien (Agrosaat proizvodnja, zastopanje in trgovanje, d.o.o.)
  • Rumänien (RWA Raiffeisen Agro Romania srl)
  • Tschechien (BOR s.r.o. und Lesia AG)
  • Italien (IFS S.r.l.)

Die Geschäftsaktivitäten in Zentral- und Osteuropa sind hauptsächlich auf das Kerngeschäftsfeld Agrar fokussiert, nämlich den Handel mit Agrarprodukten und Betriebsmitteln. Die IFS S.r.l. betreut mehr als 300 Standorte von Südtirol bis Rom als Franchisegeber im Geschäftsfeld Haus & Gartenmarkt.[7]

Eigenmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lagerhaus führt Eigenmarken in den unterschiedlichsten Kategorien:

  • Alpha Tiernahrung, Futter für Hunde, Katzen, Nager, Vögel und Fische
  • Avania, Farben
  • Casafino, Baustoffe zur Gartengestaltung
  • Cleverhaus, Fertighäuser
  • Dämm[it], Wärmedämmverbundsystem
  • Die Saat, Saatgut sämtlicher landwirtschaftlicher Kulturen
  • Garant, Österreichs führender Hersteller von Tiernahrung
  • Genol, Heizöl, Pellets, Treibstoffe, Energiebedarf
  • Hevi, Land- und Forsttechnik
  • Immergrün, Pflanzenpflege
  • impos, Produkte für Haus- und Gartenbesitzer, Heimwerker und Häuselbauer, Landwirte und Winzer im Preiseinstiegssegment
  • Meister, Kleber, Fugenmassen, Spachtelmassen und Ausgleichsmassen
  • Okay, Gartengeräte
  • Preziso, Technik und Lösungen für den Wein- und Obstbau
  • Tekit, Profi-Werkzeuge
  • Werkstoff, Arbeits- und Schutzbekleidung
  • Wild & Wald, klassische Trachtenmode sowie Jagd- und Freizeitbekleidung[8]

Geschäftsverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der konsolidierte Gesamtumsatz des RWA-Konzerns lag 2015 bei 2,4 Mrd. EUR (-2,1 %). Hauptverantwortlich für den Rückgang waren gesunkene Preise im Agrar- und Energiegeschäft. Die Ergebnisentwicklung war in nahezu allen Konzerngesellschaften jedoch positiv. Das EGT im RWA-Konzern sank auf ca. 22,7 Mio. EUR (2014: 29,5 Mio. EUR). Stabilität verleiht dem Konzern weiterhin seine starke Eigenkapitalquote. Diese stieg 2015 von 51 auf 51,8 %. Das Eigenkapital erhöhte sich von 384,1 auf 395,1 Millionen.[9]

Leitbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurde ein neues Leitbild für den Konzern erarbeitet.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: RWA Raiffeisen Ware Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Geschäftsbericht 2015 der RWA. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  2. Mengen im Plus, Umsätze nur leicht im Minus – die RWA behauptet sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld | BauernZeitung/Wirtschaft. In: www.bauernzeitung.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  3. Geschichte der Raiffeisen Waren Organisation. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  4. Geschäftsbericht 2015 der RWA. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  5. Dieses Förderprogramm setzt auf Start-ups in der Landwirtschaft | trend.at. 19. Mai 2016, abgerufen am 30. Juni 2016.
  6. F. Url verkauft den Lebensmittelbereich Bauern-Zeitung
  7. Geschäftsbericht 2015 der RWA. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  8. Übersicht der Lagerhaus Eigenmarken | Lagerhaus. In: www.lagerhaus.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  9. Geschäftsbericht 2015 der RWA. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  10. Leitbild des RWA Konzerns. In: www.rwa.at. Abgerufen am 30. Juni 2016.