Radolf von Kardorff

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Radolf von Kardorff (* 26. Oktober 1881 in Böhlendorf; † 5. Dezember 1967 in Berlin) war ein deutscher Diplomat.

Familie, Ausbildung und militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Kardorff wurde als Sohn von Ernst von Kardorff und dessen Frau Helene Freiin von Neuendorf geboren. Seine Schulbildung erhielt er am Fridericianum Schwerin, wo er 1901 das Abitur erlangte. Von 1901 bis 1906 studierte er in Heidelberg, München und Berlin Rechtswissenschaften und legte das Referendarexamen ab. 1901 wurde er Corpsschleifenträger des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.[1] Von 1902 bis 1903 meldete er sich als Einjährig-Freiwilliger. Danach setzte er seine Militärkarriere als Reservist fort und erreichte den Rang eines Rittmeisters der Reserve. Von Kardorff war nie verheiratet und starb kinderlos.

Karriere als Diplomat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 1908 trat von Kardorff in den Auswärtigen Dienst ein und wurde zunächst an der preußischen Gesandtschaft beim Heiligen Stuhl eingesetzt. Nach Bestehen der diplomatischen Prüfung übernahm er 1911 die kommissarische Leitung der Gesandtschaft in Mexiko. Hieran schloss sich ein Aufenthalt an der Gesandtschaft in Teheran an, bevor er 1915 mit der Neueinrichtung und Leitung des Konsulats in Isfahan beauftragt wurde. Anfang März 1917 kehrte er ins Auswärtige Amt zurück. Ein Jahr später wurde von Kardorff als Ministerresident nach Helsinki entsandt. Es folgten Anstellungen in Bern und Sofia, bevor er 1923 als erster Botschafter des Deutschen Reichs nach der völkerrechtlichen Anerkennung Albaniens die Leitung der Gesandtschaft in Tirana übernahm. Diese Stellung hatte er bis April 1929 inne und wechselte dann als Gesandter an die Botschaft in Athen. Nachdem Kardorff 1931 in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war, schied er am 18. Juni 1933 gänzlich aus dem diplomatischen Dienst aus.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Ruhesetzung lebte Kardorff bis 1952 in Athen. Dort betrieb er archäologische Studien. Er wurde in Berlin auf dem Luisenfriedhof II beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radolf von Kardorff. In: Auswärtiges Amt, Maria Keipert, Peter Grupp (Hrsg.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945, Band 2: G–F. bearbeitet von Gerhard Keiper und Martin Kröger. Ferdinand Schöningh, Paderborn u. a. 2005, ISBN 3-506-71841-X, S. 475–476.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 66, 1102.
VorgängerAmtNachfolger
Carl Gottlieb BünzBotschafter des Deutschen Reichs in Mexiko-Stadt
1911
Paul von Hintze
NeueinrichtungBotschafter des Deutschen Reichs in Tirana
1923–1929
Siegfried Hey
Martin RennerBotschafter des Deutschen Reichs in Athen
1929–1931
Ernst Eisenlohr

Der Grabstein befindet sich auf dem Luisenfriedhof II, in 14059 Berlin (Königin-Elisabeth-Straße 46–50).

Grabstein LINK: https://de.billiongraves.com/grave/Radolf-Kardorff/25874914