Rainer Wernicke

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Rainer Wernicke (* 26. Dezember 1962 in Düsseldorf) ist ein deutscher Politiker (parteilos, bis März 2018 Grüne) und war von 2015 bis 2017 einer der beiden Landessprecher von Bündnis 90/Die Grünen Thüringen.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernickes Vater war Oberkellner, seine Mutter Köchin.[1] Er legte 1982 das Abitur am Humboldt-Gymnasium Düsseldorf ab und studierte danach drei Semester Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Von 1983 bis 1985 leistete er seinen Zivildienst im Mobilen Sozialen Hilfsdienst beim Sozialamt Düsseldorf ab. Von 1985 bis 1991 studierte er Politik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Während des Studiums war er 1987 Mitbegründer des linksalternativen privaten Hörfunksenders Radio 100 und wurde dort Redaktionsleiter der täglichen Nachrichtensendung. Daneben arbeitete er als freier Mitarbeiter unter anderem für die tageszeitung, das Spandauer Volksblatt und den SFB. Im Zuge der politischen Wende berichtete er verstärkt aus Ost-Berlin und wurde dort nach dem Fall der Berliner Mauer offiziell als Auslandskorrespondent akkreditiert.

1991 zog er von Berlin ins thüringische Rudolstadt, um dort die Gastwirtschaft seiner Großeltern zu übernehmen. 1993 betrieb er zum ersten Mal ein eigenes Festzelt auf dem Rudolstädter Vogelschießen. 2003 wurde er Geschäftsführer der Pörze Privatbrauerei KG, die er nach dem Tod des Eigentümers 2004 übernahm und in die Rolschter Brauhaus GmbH & Co. KG überführte.

Wernicke ist verheiratet und drei erwachsene Kinder.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernicke engagierte sich bereits als Schüler 1980 in der Kampagne „Stoppt Strauß!“ und beteiligte sich an Demonstrationen der Friedensbewegung der 1980er Jahre. 2010 trat er dem Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt von Bündnis 90/Die Grünen bei. Zur Bundestagswahl 2013 kandidierte er auf Platz 10 der Thüringer Landesliste seiner Partei. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 kandidierte er als Direktkandidat im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt I, wo er 5,6 % der Stimmen erhielt[2], und auf Platz 10 der Landesliste. Am 24. Oktober 2015 wurde er auf dem Thüringer Landesparteitag der Grünen zum Nachfolger von Dieter Lauinger als Landessprecher gewählt. Er erhielt im zweiten Wahlgang die nötige Mehrheit von 53 % der Stimmen gegen zwei weitere Bewerber.[3] An seiner Seite amtierte Stephanie Erben.

Nachdem Erben auf dem Landesparteitag im November 2017 knapp wiedergewählt worden war, zog Wernicke, dessen Verhältnis zu seiner Co-Landessprecherin als angespannt galt, seine Kandidatur zurück. Zum neuen Landessprecher wurde daraufhin Denis Peisker gewählt.[4] Im März 2018 gab Wernicke seinen Austritt aus der Partei bekannt, weil dort Machtinteressen und Karrieredenken zu sehr im Vordergrund standen.[5] „Im Kampf um die persönliche Existenz werden auch Grüne zu Hyänen.“ Der Landesspitze warf er „Mobbing und Heuchelei“ vor.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bewerbung für den Landesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen@1@2Vorlage:Toter Link/gruene-thueringen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. vom 10. September 2015 (PDF)
  2. Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt I: Endgültiges Ergebnis beim Landeswahlleiter, abgerufen am 10. November 2015.
  3. Erben wiedergewählt. Die Welt, 24. Oktober 2015, abgerufen am 10. November 2015.
  4. Martin Debes: Nach Eklat: Jenaer Stadtdezernent in neuer Doppelspitze der Grünen in Thüringen. Thüringer Allgemeine, 18. November 2017, abgerufen am 20. November 2017.
  5. Exakt - So leben wir! mdr.de, September 2018, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. Ex-Grünen-Chef wirft seiner Partei „Mobbing und Heuchelei“ vor. Die Welt, 22. März 2018, abgerufen am 3. September 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]