Raphael Zehnder

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Raphael Zehnder (* 13. Mai 1963 in Baden, Schweiz) ist ein Schweizer Journalist und Kriminalschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raphael Zehnder arbeitete als Schallplatten- und CD-Verkäufer, Konzertveranstalter, Nachtwächter und Musikjournalist, bevor er an der Universität Zürich französische und lateinische Literatur- und Sprachwissenschaft studierte. 2004 promovierte er dort mit einer Arbeit über den lateinischen Einfluss auf die «Cent Nouvelles nouvelles»,[1] die erste Novellensammlung in französischer Sprache, die um 1460 am burgundischen Hof entstand.

Nach 15 Jahren im Print-Journalismus wechselte er 2002 zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo er als Redaktor für Gesellschaftsfragen arbeitet. Er lebte 26 Jahre in Zürich und zog 2008 nach Basel.[2]

2006 begann er mit seiner Arbeit an Kriminalromanen um Müller Benedikt, Ermittler bei der (fiktiven) Polizei Zürich, der an einem Schusswaffentrauma leidet. Seit 2013 veranstaltet Zehnder mit Daniel Rohr vom Theater Rigiblick in Zürich jeweils im Frühjahr die dortige «Zürcher Kriminalnacht».[3]

Die Zeit vom 8. November 2012 über den ersten Müller-Roman:

«Sprachlich ist dies sicherlich das auffälligste Buch der Schweizer Herbstsaison. Hier wird die Geschichte (ehrenwerter, grüblerischer Kriminalpolizist ermittelt in einem Mordfall in der Zürcher Musikszene) von der Sprache geradezu unterspült. Aber das macht nichts. Man ist als Leser fasziniert von diesem ständig vor sich her quatschenden Ich-Erzähler, der sich vom eigenen Sockel schießt. Er kann seinen Figuren nicht zuhören, weil er so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, sie machen sich auf und davon, entgleiten ihrem Schöpfer. Geschriebener Rock’n’Roll, der die Gesetze des Genres ad absurdum führt. Ein wahrhaftig lustiges Buch, was hierzulande selten ist.»[4]

Mit Müller und die Schweinerei (2013) und Müller und das Lächeln des Hundes (2014) war er für den Zürcher Krimipreis[5] nominiert, mit Müller und der Mann mit Schnauz (2015) hat er ihn gewonnen.[6]

Krimi-Veröffentlichungen[7][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Müller und die Tote in der Limmat (2012, Emons, Köln)
  • Müller und die Schweinerei (2013, Emons, Köln)
  • Müller und das Lächeln des Hundes (2014, Emons, Köln)
  • Müller und der Mann mit Schnauz (2015, Emons, Köln)
  • Müller und die Ambulanzexplosion (2016, Emons, Köln)
  • Müller voll Basel (2018, Emons, Köln)

Weitere Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Les modèles latins des «Cent Nouvelles nouvelles». Peter Lang Verlag.
  2. Marc Krebs: Hunkelers Nachfolger kommt aus Zürich. In: TagesWoche. 18. Oktober 2016.
  3. 4. Zürcher Kriminalnacht. Leider nötig: das Strafgesetzbuch. Theater Rigiblick, abgerufen am 20. August 2017.
  4. Peer Teuwsen: Literatur: Lest mal was anderes!. In: Die Zeit. 8. November 2012.
  5. Zürcher Krimipreis. In: krimipreis.ch. Abgerufen am 20. August 2017.
  6. Werber-Krimi: «Jeder will in gutem Licht erscheinen». In: persoenlich.com.
  7. Raphael Zehnder. Emons Verlag, abgerufen am 20. August 2018.