Ravne na Koroškem

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Ravne na Koroškem
Gutenstein in Kärnten
Wappen von Ravne na Koroškem Karte von Slowenien, Position von Ravne na Koroškem hervorgehoben
Basisdaten
Staat Slowenien
Historische Region Unterkärnten
Statistische Region Koroška
Koordinaten 46° 33′ N, 14° 58′ OKoordinaten: 46° 32′ 40″ N, 14° 57′ 54″ O
Höhe 394 m. i. J.
Fläche 63,4 km²
Einwohner 11.302 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 178 Einwohner je km²
Postleitzahl 2390
Kfz-Kennzeichen SG
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Tomaž Rožen
Postanschrift Gačnikova pot 5
2390 Ravne na Kor.
Webpräsenz

Ravne na Koroškem (bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges: Guštanj[1][2], deutsch: Gutenstein in Kärnten) ist eine Kleinstadt und Gemeinde in Slowenien. Sie liegt in der historischen Landschaft Koroška (Unterkärnten) und in der gleichnamigen statistischen Region.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ravne ist die größte Stadt im Mežatal (Mieß), welches hier eine etwa 600 m breite Aufweitung bildet. Weitere nennenswerte Gewässer sind der von Norden zuströmende Zelenbreški potok (Reka) und die von Süden kommende Kotulja (Dullbach). Neben den Teilen des Mežatal umfasst das Gemeindegebiet im Norden und Süden auch Bergland, das zu den Karawanken (Karavanke) zählt. Der Hauptort liegt auf 394 m. ü. A., die höchste Erhebung ist mit 1699 m. ü. A. die Uršlja gora an der südliche Gemeindegrenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst 16 Ortschaften. Die deutschen Exonyme in den Klammern wurden bis zum Abtreten des Gebietes an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen im Jahr 1918 vorwiegend von der deutschsprachigen Bevölkerung verwendet und sind heutzutage größtenteils unüblich[3]. (Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2017[4]):

  • Brdinje (Werdiniach), 648
  • Dobja vas (Aichdorf), 676
  • Dobrije (Dobriach), 89
  • Koroški Selovec (Sellouz), 109
  • Kotlje (Köttelach), 1.062
  • Navrški Vrh (Nauerschniggupf), 81
  • Podgora (Podgorach), 306
  • Podkraj (Podkrai), 84
  • Preški Vrh (Preschegupf), 172
  • Ravne na Koroškem (Gutenstein), 6.632
  • Sele1 (Siele), 0
  • Stražišče1 (Straschischa), 215
  • Strojna (Stroina), 112
  • Tolsti Vrh1 (Fettengupf), 916
  • Uršlja Gora (Ursulaberg), 27
  • Zelen Breg (Schöllenberg), 173

1 Sele, Stražišče und Tolsti Vrh gehören nur teilweise zur Gemeinde Ravne na Koroškem, die Stadtgemeinde Slovenj Gradec umfasst einen weiteren Teil von Sele, ein Teil von Stražišče liegt in Prevalje und zu Dravograd gehört ein Teil von Tolsti Vrh.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prevalje Neuhaus (A) Dravograd
Prevalje Nachbargemeinden Dravograd
Prevalje Črna na Koroškem Slovenj Gradec

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das untere Mießtal mit dem damaligen Gutenstein und die Mündung der Mieß in die Drau bei Unterdrauburg in der Landesaufnahme 1877/78

Durch das heutige Ravne verlief in der Römerzeit die Straße Virunum - Celeia. Heinrich II. verschenkte im 11. Jahrhundert die Gegend den Bamberger Bischöfen, die deutsche Bauern ansiedelten, die rodeten und den Ort gründeten. 1263 wurde der Ort als Gutenstain erstmals schriftlich erwähnt. Danach wurde die Siedlung als Zentrum des Schmiedehandwerks bekannt. Neben Prävali wurde Gutenstein ein Zentrum der Unterkärntner Schwerindustrie. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stand im Ort ein Stahlwerk für Waffen. Mit dem Niedergang dieses Wirtschaftszweiges, und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit, wanderten viele Bewohner des Tales aus.[5] Noch heute ist in Ravne ein Stahlwerk in Betrieb.[6]

Im Jahr 1880 hatte die damalige Marktgemeinde Gutenstein 930 Einwohner. Davon waren 604 deutsch- (65 %) und 311 slowenisch-sprachig (33 %).[7] Bei der letzten österreichischen Volkszählung von 1910 nannten 75 Prozent der Gutensteiner deutsch als Umgangssprache.[8]

1893 wurde auf heutigem Gemeindegebiet der slowenische Autor Prežihov Voranc geboren, der sich mit dem Leben der Benachteiligten seiner Heimat befasste.

Bis 1918, zum Ende des Ersten Weltkrieges, gehörte Gutenstein zum Kronland Kärnten, Cisleithanien, Österreich-Ungarn. Trotz seiner mehrheitlich deutschen Bevölkerung wurde er im Vertrag von Saint Germain von den Siegermächten dem neu entstandenen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeteilt und von diesem annektiert, nachdem südslawische Truppen 1919 das Gebiet bereits militärisch besetzt hatten. Im Zweiten Weltkrieg zählte Gutenstein/Guštanj kurzzeitig zum Gau Kärnten des Deutschen Reichs.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Guštanj wegen seines zu deutsch klingenden Namens in Ravne umbenannt.

Ravne erhielt 1952 in Jugoslawien das Stadtrecht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ravne na Koroškem – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrees Handatlas, Namenverzeichnis. Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 8. Aufl. 1928, S. 558
  2. http://www.sloveniaholidays.com/deu/ravne-na-koroskem/touristeninformationen/vorstellung-des-ortes
  3. Spezialkarte der Österreichisch-ungarischen Monarchie 1:75.000 - Unterdrauburg 5354. (1913)
  4. Tabellen zur Bevölkerung des Statistischen Amtes der Republik Slowenien (slowenisch)
  5. Geschichte
  6. sij metal ravne
  7. K.K. Statistische Central-Commission, Special-Orts-Repertorien der im Oesterreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Band V Kärnten (Wien 1883) S. 76.
  8. Österreichische Nationalbibliothek: ÖNB-ANNO - Österreichische Statistik, Neue Folge, 1910-1915. Abgerufen am 17. Februar 2018.