Dravograd

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Dravograd
Wappen von Dravograd Karte von Slowenien, Position von Dravograd hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Kärnten
Statistische Region: Koroška (Region Slowenisch-Kärnten)
Koordinaten: 46° 35′ N, 15° 1′ O46.5915.022777777778Koordinaten: 46° 35′ 24″ N, 15° 1′ 22″ O
Fläche: 105 km²
Einwohner: 9.001 (2008)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 2370
Kfz-Kennzeichen: SG
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Webpräsenz:

Dravograd (deutsch Unterdrauburg, mittelalterlich Traberg) ist eine Gemeinde im Drautal.

Der Ort mit 3377 Einwohnern (2002) liegt in der slowenischen Region Koroška (Kärnten) und im Bezirk Slovenj Gradec (Windisch-Grätz) an der Mündung der Mieß (Meža) in die Drau (Drava).

Panorama von Dravograd

Geschichte[Bearbeiten]

Unterdrauburg war die letzte flussabwärts gelegene Gemeinde des Herzogtums Kärnten an der Drau vor der historischen Landesgrenze zur Untersteiermark. Daher die Namensgebung, im Gegensatz zu Oberdrauburg, dem ersten flussaufwärts gelegenen Ort, an dem die Drau, aus Osttirol kommend, Kärnten erreicht.

Der Kärntner Ort und der damalige Verkehrsknotenpunkt (der Bahnhof befand sich am rechten Drauufer und somit im Herzogtum Steiermark) waren nach dem Ende des Ersten Weltkrieges seit November 1918 wie die Untersteiermark in slowenischer Verwaltung und fielen durch die Bestimmungen des Vertrags von Saint Germain im Herbst 1919 mit dem Mießtal definitiv an den SHS-Staat.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es im April 1941 in Dravograd zu heftigen Kampfhandlungen zwischen Deutschen und Jugoslawen, als die Wehrmacht in Jugoslawien einfiel. Alle Brücken über die Drau wurden gesprengt, und der Ort konnte sich danach durch die Kriegsschäden und die ungünstige Grenzlage nicht mehr dynamisch weiterentwickeln.

Unterdrauburg wurde nun Bezirkshauptstadt der umliegenden, vom Deutschen Reich besetzten Gebiete des früheren Kärntens und der Krain. Das heutige Gemeindeamt (Hauptplatz Nr. 7) war 1941–1945 Expositur und Gefängnis der Gestapo. Hunderte so genannter „Banditen“, also Widerstandskämpfer, Partisanen und deren Sympathisanten, wurden hier gefoltert und ermordet. Die strafrechtliche Verfolgung der großteils aus Kärnten stammenden Täter fand in Österreich nach 1945 nicht statt[1].

1945 wurde Dravograd wieder in Jugoslawien integriert. Im 10-Tage-Krieg 1991 kam es in Dravograd zu schweren Auseinandersetzungen für die slowenische Unabhängigkeit kämpfender Kräfte mit der jugoslawischen Bundesarmee. [2]

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert wurde auf der Drau geflößt. 1863 wurde die Gemeinde durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Südbahnnebenlinie MarburgFranzensfeste erschlossen, die die Steiermark mit Kärnten und Tirol verband. 1878 wurde Unterdrauburg durch den Anschluss an die von hier nach Norden führende Lavanttalbahn zu einem Bahnknoten.

Der ab November 1918 bestehende Korridorverkehr Bleiburg (Österreich)–Unterdrauburg (Jugoslawien)–St. Paul im Lavanttal (Österreich), 1945–1952 nicht in Betrieb, wurde 1965 nach Eröffnung der Jauntalbahn als innerösterreichischer Verbindung von Bleiburg nach St. Paul eingestellt, der Streckenteil Lavamünd (Österreich)–Unterdrauburg in der Folge abgetragen. Auf der Strecke Klagenfurt–Bleiburg–Unterdrauburg–Marburg besteht nach wie vor Personen- und Güterverkehr.

Bei Unterdrauburg befindet sich ein Draukraftwerk.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Olga Moder, Jože Koropec, Jože Curk u.a., Dravograd 1185–1985, 800 Let. (800 Jahre Drauburg), Gemeinde Dravograd 1985.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerhard Pilgram, Wilhelm Berger, Gerhard Maurer: Kärnten. Unten durch – ein Unikum-Wander-Reise-Buch. Universitätskulturzentrum Unikum, Klagenfurt ²1999, S. 23–26
  2. Geschichte

Weblinks[Bearbeiten]