Regional Bus Stuttgart

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Regional Bus Stuttgart GmbH RBS
Regiobus Stuttgart Logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Stuttgart/Karlsruhe
Webpräsenz Webpräsenz
Bezugsjahr 2019
Eigentümer DB Regio AG
Geschäftsführung Manfred Hovenjürgen, Christian Hertel, Norman Einfeld, Heike Schweizer
Verkehrsverbund Filsland, HNV, HTV, OstalbMobil, VVS
Tochtergesellschaft Friedrich Müller Omnibus-
unternehmen GmbH
(FMO)
Linien
Bus 54
Altes Logo der RBS

Die Regional Bus Stuttgart GmbH RBS (RBS) ist eine Omnibusgesellschaft mit juristischem Sitz in Stuttgart und operativem Sitz in Karlsruhe. Sie ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der DB Regio AG und betreibt aktuell 54 Regionalbuslinien in Nordwürttemberg.

Seit 2008 verkehren die Busse der RBS unter dem Markennamen Regiobus Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die RBS wurde im August 1988 als Nachfolgerin des Geschäftsbereichs Bahnbus Stuttgart der Deutschen Bundesbahn (DB) gegründet.

Im April 2001 hat die RBS die Friedrich Müller Omnibusunternehmen (FMO) in Schwäbisch Hall übernommen und ihre Linienkonzessionen im Landkreis Schwäbisch Hall und im nördlichen Ostalbkreis an ihre Tochtergesellschaft übertragen.

Neben der Einführung eines neuen Logos mit dem Markennamen Regiobus Stuttgart unter der Dachmarke DB Bahn erfolgte vom Frühjahr 2008 bis Ende 2009 eine Umlackierung fast des gesamten Fuhrparks in verkehrsrot. Die Umstellung des Unternehmensauftritts fand bei allen deutschen Regionalbusunternehmen der DB statt, um ein einheitliches Erscheinungsbild aller Verkehrsmittel im Konzern zu erzielen.[1][2]

Die Verwaltung der fünf überwiegend in Baden-Württemberg tätigen Busgesellschaften der Deutschen Bahn – BRN, FMO, RBS, RVS und SBG – befindet sich seit 2016 in Karlsruhe.[3]

Da die Lohnkosten des eigenen Haustarifvertrags über dem Marktniveau liegen, war die RBS bei den meisten durch EU-Recht vorgegebenen Linienausschreibungen durch die kommunalen Aufgabenträger chancenlos und verlor seit 2017 einen beträchtlichen Teil der Fahrleistungen. Die Tochtergesellschaft FMO, für die der Tarifvertrag der privaten Busunternehmen in Baden-Württemberg gilt, ist hiervon nicht betroffen und konnte im Wettbewerb sowohl ehemalige RBS-Linien für sich gewinnen als auch neue Verkehrsgebiete erschließen.[4][5]

Im Landkreis Ludwigsburg bekam die RBS mit eigenwirtschaftlichen Angeboten den Zuschlag für die Linienbündel 4 (Ditzingen) und 6 (Marbach/Bottwartal) ab Januar bzw. August 2019. Die Fahrleistungen werden jedoch vollständig von FMO und weiteren Subunternehmern erbracht.[6]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von ehemals 118 Buslinien in 18 baden-württembergischen und vier bayerischen Landkreisen betreibt die RBS derzeit noch 54 Linien, vornehmlich in den Verkehrsgebieten rund um Aalen, Göppingen und Heilbronn. Die RBS war in Nordwürttemberg etwa 30 Jahre lang das größte Unternehmen im Buslinienverkehr und verfügte zu Hochzeiten über mehr als 300 eigene Busse. Die aktuelle Anzahl an Fahrzeugen liegt inzwischen deutlich darunter.

Einige private Omnibusunternehmen verkehren im Auftrag der RBS. Auch die RBS selbst erbringt Fahrleistungen für andere Konzessionsinhaber, so auf Linien der Stadtwerke Heilbronn, des Nahverkehrs Hohenlohekreis und im Ostalbkreis auf Linien ihrer Tochtergesellschaft FMO.

Die Linien verlaufen größtenteils innerhalb der Verkehrs- und Tarifverbünde Filsland, HNV, HTV und OstalbMobil sowie zu einem geringen Teil im Bereich von naldo und VVS. Solange sich Start- und Zielhaltestelle innerhalb eines Tarifverbundes befinden, gilt dessen Tarif. Bei verbundüberschreitenden Fahrten (z. B. von Aalen nach Heidenheim, also von OstalbMobil zum HTV) gilt ein eigener RBS-Haustarif. Hierbei handelt es sich um einen kilometerbasierten Tarif (Kilometerpreistabelle), bei welchem sich der Fahrpreis zwischen Start- und Zielort nicht nach Anzahl der befahrenen Tarifzonen, sondern nach der tatsächlich zurückgelegten Distanz richtet. Beim RBS-Tarif wird die BahnCard anerkannt, während es innerhalb der Verbünde dazu unterschiedliche Regelungen gibt.[7]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Zentrale in Karlsruhe existieren noch drei Niederlassungen – sogenannte Regional- oder Servicecenter – in Aalen, Göppingen und Heilbronn, die auch als Anlaufstellen für die Kunden dienen. Aufgrund von Leistungsverlusten wurden die Regional- bzw. Servicecenter in Lauda-Königshofen (zum 31. Dezember 2017), Böblingen (zum 31. Dezember 2018), Backnang (zum 31. Dezember 2018; Übernahme durch FMO) und Ludwigsburg (zum 31. Juli 2019) geschlossen. Die RBS besitzt zwei eigene Betriebshöfe in Ludwigsburg und Böblingen. Beide Betriebshöfe werden jedoch nicht mehr durch die RBS genutzt, sondern sind an die FMO sowie Wettbewerber vermietet. Eine eigene Werkstatt befindet sich auf dem Betriebshof in Ludwigsburg, auch diese wird von der FMO sowie von Wettbewerbern genutzt. In Aalen, Heilbronn, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd kooperiert das Unternehmen mit Werkstätten privater oder kommunaler Partner. Neben ehemals drei Betriebshöfen gab es bis zu 40 regionale Einsatzstellen für Omnibusse, die vom nächstgelegenen Regional- bzw. Servicecenter verwaltet werden. Die heutige Anzahl liegt jedoch deutlich darunter.

Fuhrpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Anfangszeit setzte die Regional Bus Stuttgart überwiegend Setra-Busse vom Typ SG 219 SL und die Mercedes-Benz-Bustypen O 305/307 ein, die zum Großteil von der Deutschen Bundesbahn übernommen wurden. Anschließend wurden bis zur Einstellung der Produktion die Nachfolgemodelle Mercedes-Benz O 405, O 405 G, O 407 und eine kleine Anzahl an O 408 gekauft. Die letzten Serien gingen 2001 komplett an die RBS.

Exoten im Fuhrpark stellten zwei im Jahr 2000 beschaffte Den Oudsten B96 aus niederländischer Produktion dar. Von 2002 bis 2004 wurden mehr als 50 Hochflurbusse des Typs Mercedes-Benz Conecto erworben.

Nachdem bei der RBS zuvor nur wenige Niederflurbusse eingesetzt worden sind, wird der Fuhrpark seit 2004 überwiegend mit Niederflurbussen bestückt. Nur noch in Bereichen, die sich aus topografischen oder einsatztechnischen Gründen nicht für Niederflurbusse eignen, setzte die RBS bis 2018 noch Hochbodenbusse ein. Sie bieten mehr Sitzplätze, einen ebenen Wagenboden und sind wartungsfreundlicher.

In den Jahren 2005 und 2006 beschaffte die RBS ausschließlich Busse vom Hersteller MAN, der bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhielt. Zur gleichen Zeit wurden vereinzelt Lion’s Citys geliefert, die nicht den typischen RBS-Anstrich in Melonengelb und Patinagrün bekamen, sondern schlichtes Weiß. Der Grund dafür war, dass die Busse nicht mit der Regelbestellung eingekauft, sondern zusätzlich zum ursprünglichen vorgesehenen Kontingent in Dienst gestellt wurden. Der Hersteller konnte kurzfristig keine firmenadäquate Lackierung realisieren. Es handelt sich um Fahrzeuge, die nicht nur in der Lackierung abweichen, sondern auch zum Teil in den Ausstattungsdetails wie der Sitzfarbe. Die wichtigen Ausstattungsmerkmale wie zum Beispiel Klimaanlage, Automatikgetriebe und Ziel-/Haltestellenanzeigen sind jedoch mit dem RBS-Standard kompatibel.

2005 und 2006 trafen außerdem drei Hochflur-Überlandbusse vom Typ MAN Lion’s Regio ein, die den Typ Mercedes-Benz O 408 abgelöst haben und zusammen mit einem Mercedes-Benz Integro überwiegend auf der Flughafenlinie 828 zwischen Tübingen und dem Flughafen Stuttgart eingesetzt wurden.

In Lauda war ein zehn Meter langer Midibus vom Typ Mercedes-Benz Cito im blauen Design des Stadtbus Bad Mergentheim stationiert. In Bereich Heilbronn sind viele Busse im blauen NVH-Design stationiert. Darüber hinaus gab es einige Busse im Design der Stadtwerke Heilbronn, die in deren Auftrag Stadtverkehrsstrecken in Heilbronn bedienten.

2007 und 2008 lieferte EvoBus alle Neufahrzeuge, größtenteils die Modelle Mercedes-Benz Citaro G und Citaro LE. Ende 2007 erhielt die RBS die ersten beiden Gelenkfahrzeuge, die ab Werk in verkehrsrot, der Farbe des neuen Unternehmensauftritts, lackiert waren. Seit Anfang 2009 sind nahezu alle Fahrzeuge im roten Farbenkleid unterwegs, lediglich ältere Modelle waren noch im ursprünglichen Farbschema unterwegs und haben dieses auch bis zur Ausmusterung behalten.

In den Jahren 2010 bis 2012 wurden wieder Busse von MAN beschafft, ab 2013 erstmals das Modell Crossway LE von Irisbus/Iveco sowie weiterhin Lion's City Ü und Lion's City G von MAN und Citaro LE, Citaro LE Ü, Citaro Ü und Citaro G der Marke Mercedes-Benz. Im Jahr 2015 kamen außerdem zwei neue MAN Lion's Regio hinzu.

Seit 2017 werden nach und nach Fahrzeuge an FMO und andere Busgesellschaften der DB Regio abgegeben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Regional Bus Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tapentenwechsel. (Memento des Originals vom 28. November 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.h3nv.de (PDF; 2,3 MB) In: Hin & weg. Kundenmagazin des HNV. April 2008, S. 8.
  2. Frisches Design und alte Bekannte; RBS erhält neues Gesicht. Pressemitteilung der RBS vom 21. April 2008.
  3. DB Regio Busgesellschaften schließen sich in Baden-Württemberg zusammen. nahverkehrspraxis.de, 24. Mai 2016.
  4. Marbach/Bottwartal: EU-Recht bremst Busbetrieb aus. In: Marbacher Zeitung. 25. Januar 2017, abgerufen am 15. August 2019.
  5. Busverkehr im Kreis Böblingen: Bahntochter frisst Bahntochter. In: Stuttgarter Zeitung. 18. April 2018, abgerufen am 15. August 2019.
  6. Ab 1. August 2019: bessere Busverbindungen in Marbach und im Bottwartal. In: VVS. 18. April 2018, abgerufen am 15. August 2019.
  7. BahnCard: Ermäßigungen bei Privatbahnen, Verkehrsverbünden und Busgesellschaften. Deutsche Bahn, abgerufen am 30. August 2019.