Reinhold Johannes Buhl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Reinhold Johannes Buhl (* 30. April 1933 in Mannheim) ist ein deutscher klassischer Cellist.

Reinhold Johannes Buhl


Mit zehn Jahren erhielt Reinhold Buhl seinen ersten Violoncello-Unterricht und studierte von 1945 bis 1952 bei Margot Gutbrod in Mannheim. Bereits mit 15 Jahren feierte er erste großen Konzerterfolge.

Von 1953 bis 1956 absolvierte er ein Cello-Studium an der Musikhochschule in Mannheim bei August Eichhorn und Hans Adomeit und legte 1956 das Staatsexamen ab. Im gleichen Jahr nahm er an einem Meisterkurs bei Enrico Mainardi teil.

1957 wurde er beim Internationalen Musikwettbewerb in München ausgezeichnet. Er ist auch Träger von Auszeichnungen wie dem Kranichsteiner Musikpreis und des Internationalen Musikwettbewerbs in Genf.

Buhl war Mitglied der Solistenvereinigung Capella Coloniensis des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Darüber hinaus leitete er die Celloklasse am Staatlichen Hochschulinstitut für Musik in Mainz. Des Weiteren wirkte er als Solocellist des von Günther Kehr gegründeten Mainzer Kammerorchesters und als Solocellist in Wuppertal.

Von 1968 bis 1996 war er Solocellist des Symphonie-Orchesters des Bayerischen Rundfunks unter den Dirigenten Rafael Kubelik, Sir Colin Davis und Lorin Maazel.

Seit 1955 macht ihn seine umfangreiche Konzerttätigkeit in Deutschland bekannt und führte ihn in fast alle westeuropäischen Länder, nach Afrika, in den Vorderen Orient, nach Indien, Japan, Hongkong und Korea.

Buhl legte zahlreiche Tonträger-Einspielungen (Kammermusik und solistisch, u.a. bei DGG, Philips, VOX, Harmonia mundi, FSM, Calig, Calliope) vor. Alle deutschen und viele ausländische Rundfunksender produzierten mit ihm Aufnahmen.


Seit 1996 lebt Buhl in Grafrath bei München im Un-Ruhestand und leitet die von ihm begründeten Marthashofener Kammerkonzerte. Die Reihe (Stand im April 2013: Konzert Nr. 124) widmet sich intensiv der historisch informierten Aufführungspraxis. Das 1996 erbaute Musikhaus Marthashofen verfügt über einen Konzertsaal, in dem sechs historische Hammerklaviere zur Verfügung stehen. Es sind dort viele renommierte Ensembles zu hören wie z.B. das Henschel Quartett oder Solisten wie Christoph Hammer.

An seinen 80. Geburtstag am 30. April 2013 spielte Buhl das vierte und abschließende Konzert eines Zyklus mit allen Werken Beethovens für Violoncello und Hammerklavier.

Buhl musiziert bevorzugt auf einem Instrument von Giovanni Grancino, Mailand aus dem Jahr 1698.


Die technischen und musikalischen Wurzeln des Cellospiels von Reinhold Buhl lassen sich gut nachvollziehen:

Ludwig HoelscherHans Adomeit – R. B.

Julius KlengelEmanuel Feuermann und Pablo CasalsAugust Eichhorn – R. B.

Hugo BeckerEnrico Mainardi – R. B.