Reinhold Neven DuMont

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Reinhold Neven DuMont, auch Reinhold Neven Du Mont (* 12. November 1936 in Köln) ist ein deutscher Verleger.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhold Neven DuMont ist ein Sohn des Zeitungsverlegers Kurt Neven DuMont und seiner Ehefrau Gabriele, geborene von Lenbach, Tochter des Malers Franz von Lenbach. Er hat drei Geschwister; die beiden Schwestern Silvia und Majella und den neun Jahre älteren Bruder Alfred. Dieser war ebenso als Verleger tätig, übernahm und erweiterte den Zeitungsverlag des Vaters und war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg. Reinhold Neven DuMont ging in Köln und in Starnberg zur Schule. Seine Mutter nahm ihn während des Zweiten Weltkrieges mit in ihr Elternhaus oberhalb von Starnberg; dort lebten sie von 1941 bis 1949. Der Vater blieb während dieser Zeit im Zeitungsbetrieb in Köln. Nach der Währungsreform kehrte Reinhold Neven DuMont 1949 wieder zurück nach Köln.

Neven DuMont war verheiratet und hat zwei Töchter.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1956 studierte er Soziologie, Geschichte und Literaturwissenschaft in München und Freiburg; 1961 promovierte er zum Dr. phil.[1] Neven DuMont arbeitete bis 1962 als Volontär beim Kösel-Verlag und im dtv.

1963 begann Reinhold Neven DuMont seine Tätigkeit im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Er wurde Assistent seines Schwiegervaters, des Verlegers Joseph Caspar Witsch und übernahm nach dessen Tod im Jahre 1967 den Verlag. Zwei Jahre später erwarb er ihn komplett.

Es gelang Neven DuMont, die meisten Autoren zu halten, welche bis dahin das Profil des politischen und dem jeweils gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs verpflichteten Verlages geprägt hatten. Zusätzlich öffnete er mit neuen Autoren und deren sozialkritischen Themen (z. B. Günter Wallraff, Charles Bukowski) das Verlagsprogramm. Nachdem sich das Unternehmen als unabhängiger Verlag auch mit umstrittenen Autoren (Joseph Roth, Heinrich Böll, Dario Fo, Gabriel García Márquez) einen Namen gemacht hatte, gelang es über Jahrzehnte, ohne Beteiligung von Großverlagen zu bestehen. Erst im Jahr 1999 übernahm die Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe 45 Prozent der Anteile, 2001 weitere 40 Prozent. Reinhold Neven DuMont versicherte sich gegenüber Holtzbrinck weiterhin der Unabhängigkeit in der Programmgestaltung des Verlages Kiepenheuer & Witsch.

Nach knapp 40 Jahren im Verlag Kiepenheuer & Witsch – davon 33 Jahre als Verleger – übergab Neven du Mont 2002 die verlegerische Geschäftsführung an seinen früheren Cheflektor Helge Malchow; kaufmännischer Geschäftsführer wurde Peter Roik.

Sein Verständnis seiner Arbeit wird mit folgendem Zitat deutlich:

Bücher riechen gut, Zeitungen nicht. Mit Büchern umgeben sich die Menschen, aber ich kenne niemanden, der gerne mit Zeitungsstapeln lebt. Die gelesene Zeitung schmeißt man weg, ein Buch kann man nicht wegwerfen.[2]

In seinem Ruhestand verbringt Reinhold DuMont viel Zeit in Frankreich; er schrieb seinen ersten eigenen Roman („Die Villa“) und nahm Lehraufträge von Universitäten an.[2] Im Jahr 2011 erschien sein zweiter Roman „Der Maskensammler“ im C. H. Beck Verlag.

Gesellschaftliches und politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996 gründete Neven DuMont mit Gleichgesinnten das Kölner Literaturhaus und wurde dessen erster und langjähriger Vorsitzender (bis 2003).[3]
  • 1999 unterstützte Reinhold Neven DuMont die Kandidatur der grünen Oberbürgermeisterkandidatin für Köln, Anne Lütkes, die zur Stichwahl auch von der SPD empfohlen wurde, aber gegen den CDU-Kandidaten Harry Blum unterlag.[4]
  • 2002 gehörte Neven DuMont der „Kölner Kunsthalleninitiative“ an, die sich gegen den Abriss der 1967 erbauten Kölner Kunsthalle und deren architektonisch umstrittenen Neubau innerhalb eines Museumszentrum („Kulturzentrum Neumarkt“) wandte.[5]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008 wurde Reinhold Neven DuMont für seine Verdienste um die Literaturszene mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1], Erlebte Geschichten – Lebenslauf bei WDR5.de, 28. März 2004
  2. a b Das Richtige im richtigen Moment; managermagazin zum 70sten Geburtstag, 12. November 2006
  3. Blick zurück auf die Glückskatastrophe, Kölner Stadtanzeiger, 2. September 2009
  4. Beim Kampf um Köln mobilisiert Rot-Grün für die OB-Kandidatin Anne Lütkes alle verfügbaren Kräfte, taz.de, 25. September 1999
  5. Muß wer A sagt auch B sagen? - Protest zum Abriss der Kunsthalle, koelnarchitektur.de, 14. Oktober 2002
  6. Ehrung für Reinhold Neven DuMont, Express online, 12. März 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]