Reitzenschlag

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Reitzenschlag (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Reitzenschlag
Reitzenschlag (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Gmünd (GD), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Gmünd in Niederösterreich
Pol. Gemeinde Litschau
Koordinaten 48° 56′ 48″ N, 15° 5′ 0″ OKoordinaten: 48° 56′ 48″ N, 15° 5′ 0″ Of1
Höhe 590 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 137 (1. Jän. 2021)
Fläche d. KG 6,53 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03688
Katastralgemeinde-Nummer 07127
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
f0
f0
137

BW

Reitzenschlag ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Litschau im Bezirk Gmünd in Niederösterreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reitzenschlag zählte über lange Zeit zur Herrschaft Litschau.[1]

Im Ort befand sich bis ins 18. Jahrhundert hinein ein kleines Schloss, welches aus einem mittelalterlichen Rittergut hervorgegangen war. Dieses erschien in Georg Matthäus Vischers "Topographia archiducatus Austriae Inferioris modernae" von 1672 in Kupfer gestochen. Dieser Kupferstich zeigt auch den neben dem Schloss befindlichen Meierhof. Auch ein herrschaftlicher Schafhof war (nachweislich seit 1627) dort vorhanden. Der Edelsitz, ein kleiner, zweistöckiger Bau, umgeben von einem Wassergraben, verfiel im Verlauf des 18. Jahrhunderts; im Jahr 1787 war das Schloss bereits eine unkenntliche Ruine. Dennoch haben sich bis heute einige sichtbare Reste der ehemaligen Anlage auf dem Gelände des heutigen Hauses Nr. 31 erhalten, so etwa Reste von Wall und Graben, ein großer Keller und die Basen von drei runden Steinsäulen.[2]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Reitzenschlag zwei Gastwirt, zwei Gemischtwarenhändler, ein Schmied, zwei Schuster, eine Sparkasse, ein Tischler und einige Landwirte ansässig.[3]

Siedlungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reitzenschlag mit seinem Adelssitz bildete ursprünglich ein eigenes (Ritter-)Gut. 1590/91 zählte der Ort 23 untertänige Häuser; damals lag die Ortsobrigkeit bei Melchior von Hubereckh. 1751 zählte Reitzenschlag 27 untertänige Häuser.[4]

Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Reitzenschlag insgesamt 68 Bauflächen mit 30.333 m² und 38 Gärten auf 22.373 m², 1989/1990 waren es bereits 104 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 251 angewachsen und 2009/2010 waren es 113 Gebäude auf 240 Bauflächen.[5]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katastralgemeinde ist forstwirtschaftlich geprägt. 281 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 323 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 254 Hektar Landwirtschaft betrieben und 331 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. Ende 2018 waren 242 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 338 Hektar betrieben.[5] Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Reitzenschlag beträgt 19,9 (Stand 2010).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bertel und Heinrich Rauscher: Zins- und Dienstbuch der Grafschaft Litschau aus dem Jahre 1369. In: Das Waldviertel. Nr. 11, 1938, S. 17–20, 31–35.
  • Stephan Biedermann: Der Adelssitz von Reitzenschlag. Ein Teil-Lehen der Grafschaft Litschau (= Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes 9, Wien-Krems 1974).
  • Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände).
  • Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Herrschaft Litschau in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Eine sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Fallstudie auf Basis von Verlassenschaftsabhandlungen. Mit 66 Abbildungen und 3 Grafiken (Schriftenreihe des Waldviertler Heimatbundes, herausgegeben von Doris Gretzel und Marlene Müllner, Band 60, Horn 2020).
  • Hermine Grabenhofer: Chronik des Dörfchens Reitzenschlag (Reitzenschlag 2009).
  • Walter Pongratz und Paula Tomaschek: Heimatkunde des Bezirkes Gmünd. Begründet von Rupert Hauer. 3. Auflage (Gmünd 1986).
  • Helma Reiß: Die Flurnamen im Gerichtsbezirk Litschau (maschingeschriebene Dissertation an der Universität Wien, 1959).
  • Sepp Zwölfer: Die Katastralgemeinden der Großgemeinde Litschau. In: Stadtgemeinde Litschau (Hg.): 600 Jahre Stadt Litschau 1386–1986 (Litschau 1986) S. 79–83.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände).
  2. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). S. 45 f.
  3. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 416
  4. Stefan René Buzanich: Die Lebenswelt der dörflichen Untertanen der Kuefstein´schen Herrschaft Litschau im Spiegel der Verlassenschaftsabhandlungen der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Dissertation an der Universität Wien, 2020, 4 Bände). S. 22.
  5. a b BEV: Regionalinformation 31.12.2018 auf bev.gv.at (online)