Litschau

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Litschau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Litschau
Litschau (Österreich)
Litschau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gmünd
Kfz-Kennzeichen: GD
Fläche: 81,08 km²
Koordinaten: 48° 57′ N, 15° 3′ OKoordinaten: 48° 56′ 36″ N, 15° 2′ 44″ O
Höhe: 531 m ü. A.
Einwohner: 2.300 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 3874
Vorwahl: 02865
Gemeindekennziffer: 3 09 25
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 25
3874 Litschau
Website: www.litschau.at
Politik
Bürgermeister: Rainer Hirschmann (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
14
5
2
14 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Stadt Litschau im Bezirk Gmünd
Amaliendorf-AalfangBad GroßpertholzBrand-NagelbergEggernEisgarnGmündGroßdietmannsGroßschönauHaugschlagHeidenreichsteinHirschbachHoheneichKirchberg am WaldeLitschauMoorbad HarbachReingersSchremsSt. MartinUnserfrau-AltweitraWaldensteinWeitraNiederösterreichLage der Gemeinde Litschau im Bezirk Gmünd (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Litschau ist eine Stadtgemeinde mit 2300 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Gmünd in Niederösterreich. Sie ist die nördlichste Stadt in Österreich. Als Wahrzeichen der Stadt gilt der alte Schlossturm – auch Hungerturm genannt, um den sich Geschichten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ranken. Das Schloss selbst wurde ursprünglich um das Jahr 1260 gebaut. Seit 2007 ist Litschau Luftkurort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litschau liegt im niederösterreichischen Waldviertel im Tal des Reißbaches auf 531 m ü. A., etwa 5-10 km von der tschechischen Grenze entfernt. Nicht zuletzt durch die Gewässer Herrensee und Schönauer Teich ist Litschau besonders im Sommer ein touristischer Ort, der um Familien als Feriengäste wirbt.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 81,08 Quadratkilometer. 64,78 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Gopprechts (163)
  • Hörmanns bei Litschau (92)
  • Josefsthal (1)
  • Litschau (1398)
  • Loimanns (141)
  • Reichenbach (47)
  • Reitzenschlag (149)
  • Saaß (53)
  • Schandachen (84)
  • Schlag (73)
  • Schönau bei Litschau (74)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gopprechts, Hörmanns, Litschau, Loimanns, Reichenbach, Reitzenschlag, Saaß, Schandachen, Schlag und Schönau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haugschlag Reingers
Staňkov u Třeboně (CZ) Nachbargemeinden Eisgarn
Rapšach (CZ) Brand-Nagelberg Heidenreichstein

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Litschau ist slawischen Ursprungs und lässt sich auf Ličov- gebildet auf den Personennamen Lič- zurückführen.[2]

Litschau wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde ein Markt angelegt, der 1297 in den Besitz der Habsburger kam; diese verpfändeten die Siedlung weiter, bis unter den Puchheimern (1346–1470) die Stadterhebung erfolgte. Ende des 16. Jahrhunderts unterdrückte der Grundherr Ludwig Wenzel Moratschky von Noskau einen Bauernaufstand. Während die Zeit des 30-jährigen Krieges für die Stadt die Verarmung brachte, da die wichtigen Handelsstraßen nicht mehr durch Litschau führten, entwickelten sich die Schaf- und Fischzucht sowie die Holzwirtschaft. 1763 erlangten die Grafen von Seilern-Aspang die Herrschaft. Das heutige Schloss stammt aus dieser Zeit. 1900 wurde ein Gleis der Waldviertler Schmalspurbahnen von Gmünd nach Litschau in Betrieb genommen; der Personenverkehr wurde jedoch 1986 eingestellt. Seit Einstellung des Güterverkehrs Anfang 2001 wird ein fahrplanmäßiger touristischer Nostalgiebetrieb nach Litschau durchgeführt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgemeinderat gibt es seit der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: 14 ÖVP, 5 SPÖ, 2 BBL.

Bürgermeister
  • 1994–2014 Otto Huslich (ÖVP)[3]
  • seit 2014 Rainer Hirschmann (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampflokomotive am Bahnhof Litschau
Schloss Litschau mit dem „Hungerturm“
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Litschau
  • Pfarrkirche Litschau. Die Pfarrkirche hl. Michael steht am Stadtplatz, deren älteste Teile auf das 14. Jahrhundert datieren.
  • Schloss Litschau: Befindet sich im Besitz der Familie Seilern und Aspang und ist nicht öffentlich zugänglich.
  • Bahnhof: Beim 1900 eröffneten Bahnhof der Waldviertler Schmalspurbahnen wächst die nördlichste Weinrebe Österreichs, die ebenfalls so alt ist. Die Bahn ist in den Sommermonaten als Museumsbahn in Betrieb, das Bahnhofsgebäude dient kulturellen Veranstaltungen („Kulturbahnhof Litschau“).
  • Heimatmuseum
  • Strickereimuseum

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befindet sich das rund elf Hektar große Naturschutzgebiet Rottalmoos. Rund um Litschau gibt es zahlreiche Rad- und Wanderwege. Zwei der insgesamt 16 markierten Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 180 km sind der Rundgang um den Herrensee (4,5 km) und der Waldlehrpfad in der Nähe des Schlosses. Die beiden längsten Rundwege für sehr sportliche und ausdauernde Wanderer sind der 7-Dörfer-Rundweg (31 km) und der Litschauer Marathonweg (42,2 km). Litschau gehört mit fünf weiteren Gemeinden zur Erlebnisregion Waldviertel NORD.

Panoramafoto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramaaufnahme des Herrensees in Litschau

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litschau verfügt neben Golfplatz und Hallenbad über weitere Freizeit- und Sporteinrichtungen. Der Klassiker ist die Triathlonveranstaltung Waldviertler Eisenmann, kurz WEM. 1960 fand auf den Litschauer Gewässern einmalig ein Motorbootrennen statt, es zählte zur Europameisterschaftsserie der Außenbordklasse bis 175 cm³.[4]

Bei der Fahrradverleihstation „nextbike“ kann nach einer einmaligen Registrierung per Telefon oder Internet für etwa ein Euro pro Stunde ein Rad ausgeliehen werden. Die Rückgabe ist wahlweise bei der ursprünglichen Verleihstation oder bei einer entsprechenden Einrichtung in den Nachbargemeinden möglich.[5]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schrammel.Klang.Festival: jährlich Anfang Juli stattfindendes Schrammel Festival auf Bühnen rund um den Herrensee; seit 2007 www.schrammelklang.at
  • Waldviertler Eisenmann: (WEM), die Triathlonveranstaltung findet seit 2006 jährlich statt (außer 2010)
  • "IronDog:", Mensch-Hund-Triathlonveranstaltung, die seit 2010 jährlich im September ausgetragen wird; www.racedogs.at

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es nach der Erhebung 181 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,95 %, es gab 108 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 1044.

Die Stadtgemeinde Litschau betreibt ein Biomasse-Fernheizwerk.

Der Tourismus hat eine zunehmende Bedeutung gewonnen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter
Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt
  • Oliver Rathkolb (* 3. November 1955 in Wien) aufgewachsen in Litschau
  • Hellmut Handl (1920–2012), österreichischer Mediziner, Chirurg und Künstler

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Aigner: Burgenseite im Internet, http://www.burgenseite.com/
  • C. Calliano: Niederösterreichischer Sagenschatz, Band V, Wien 1936
  • G. Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, 1973

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Litschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Januar 2015 nach Ortschaften
  2. Antonín Bartoněk, Bohuslav Beneš, Wolfgang Müller-Funk und Friedrich Polleroß: Kulturführer Waldviertel, Weinviertel, Südmähren, Wien 1996, ISBN 978-3-216-30043-0, S. 391.
  3. Trauer in Litschau. Otto Huslich gestorben. Markus Lohninger, NÖN Gmünd, 21. Mai 2014
  4. Erwähnt im Bericht über die Entscheidung dieser Serie in Die Yacht (Hamburg), Heft 18, S. 706.
  5. http://www.litschau.at/system/web/zusatzseite.aspx?menuonr=219580084&detailonr=218355660