Rekum

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rekum (Begriffsklärung) aufgeführt.

Rekum ist ein Ortsteil des Bremer Stadtteils Blumenthal innerhalb des Stadtbezirks Nord. Es hat eine Fläche von 559 ha. Bis in die 1920er Jahre war Rekum eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Blumenthal.

Geschichte[Bearbeiten]

Rekum wurde um 1300 Reken oder Rekene genannt. Im 12. Jahrhundert war in Rekum eine Familie des Dienstadels ansässig. Von 1580 sind die Namen von zwölf Bauern und 31 kleine bäuerliche Anwesen bekannt.

Rekum gehörte über Jahrhunderte wie Neuenkirchen, Vorbruch und Rade zum Kirchspiel Neuenkirchen und ab 1604 zum Kirchspiel Blomendal.

Rekum war von 1885 bis 1932 eine Gemeinde im Landkreis Blumenthal, gehörte dann zum Landkreis Osterholz und ab 1939 zu Bremen.

Im 19. Jahrhundert begann die erste Industrialisierung. Um vor 1866 errichtete Johann Christoffers eine Schiffswerft, auf der drei Neubauten nachweisbar sind. 1911 wurde dieser Schiffbau- und Reparaturplatz, der ab 1873 an Arfmann & Seebeck verpachtet war, aufgegeben.[1]Viele Männer heuerten als Seelmänner oder Schiffshandwerker auf Schiffen, Fischdampfern und Kahnschiffen an. Bei der Höhe Brake wurden früher Waren auf Kahnschiffe umgeladen und nach Bremen transportiert. 1864 hatte der Ort 140 Häuser.

1923 ersuchte Rekum nach Gemeindeinsolvenz um Beitritt zur Gemeinde Farge, was allerdings von den preußischen Provinzialbehörden nicht genehmigt wurde. Der Farger Bürgermeister Richard Taylor wurde daraufhin in Personalunion auch Ortsbürgermeister von Rekum. Die so vergrößerte Gemeinde Farge wurde Farge-Rekum genannt.

Rekum als Bremer Ortsteil[Bearbeiten]

1939 kam Rekum als Teil der Gemeinde Farge durch die Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs mit anderen Gemeinden nördlich der Lesum von Preußen nach Bremen.[2] Von 1943 bis 1945 wurde in Rekum der U-Boot-Bunker Valentin errichtet.

Die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Rekum gehört jedoch weiterhin zur Ev.-ref. Kirche mit Sitz in Leer und nicht zur Bremischen Evangelischen Kirche. So waren 1864 von 731 Personen 635 evangelisch-reformiert und 94 evangelisch-lutherisch. 1956 entstand in Rekum ein eigenes Kirchengebäude, die Rekumer Gemeinde gehörte aber bis 1980 weiter zur gemeinsamen Kirchengemeinde Neuenkirchen-Rekum. Seither ist Rekum eine selbständige Kirchengemeinde.[3]

Seit 1946 ist Rekum Teil des Ortsamtsbereiches Blumenthal.
2010, nach dem endgültigen Auszug der Bundeswehr aus dem Bunker Valentin, erfolgte von 2011 bis 2015 der Ausbau der Gedenkstätte Denkort Bunker Valentin im und neben dem Bunker.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1813 hatte Rekum 484 Einwohner, 1858 705 Einwohner, 1864 731 Einwohner, 1905 1.103 Einwohner, 1995 2.395 Einwohner, 2004 2.531 Einwohner (Stand 31. Dezember 2004)

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rekum wird von der Buslinie 90 der Bremer Straßenbahn AG erschlossen, nachts ergänzt durch die Nachtbuslinie N7. Sie verbinden Rekum mit Neuenkirchen, Bremen-Blumenthal, Bremen-Vegesack, Bremen-Burg und Bremen-Gröpelingen, die Linie N7 darüber hinaus auch mit der Bremer Innenstadt.[4]

Bis 1938 verlief die später abgebaute Niederweserbahn durch Rekum, dieser Streckenabschnitt wurde für die Marinebahn umgenutzt. Während des Bunkerbaus verlief eine zweite Eisenbahn-Nord-Süd-Verbindung durch Rekum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach drei Schiffen kam das Aus für die Werft
  2. Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939
  3. http://rekum.reformiert.de/kirchspiel-rekum.html
  4. http://www.bsag.de/pdf/Web_BSAG_Bremen-Nord_Final.pdf

53.2191918.509426Koordinaten: 53° 13′ 9″ N, 8° 30′ 34″ O