Bremer Straßenbahn AG

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Dieser Artikel stellt das amtlich wie umgangssprachlich mit dem Kürzel „BSAG“ bezeichnete Nahverkehrsunternehmen dar. Zur ebenso bezeichneten militärischen Spezialeinheit in Mittelamerika siehe Belize Special Assignment Group
Bremer Straßenbahn AG
Bsag-logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bremen
Webpräsenz www.bsag.de
Bezugsjahr 2011 (2005)
Vorstand Michael Hünig
Hajo Müller
Verkehrsverbund VBN
Mitarbeiter 2015: 2097[1] (2005: 2089)
Umsatz 2015: 103.597.345 Euro[1]dep1
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Straßenbahn 7, dazu 3 Schnellbahnlinien und 3 Nachtlinien
Bus 44, dazu 1 Schnellbuslinie und 6 Nachtlinien[2]
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 77 Niederflurwagen GT8N
43 Niederflurwagen GT8N-1
3 (8) Hochflur-Züge
7 Museumszüge
15 Arbeitswagen (Stand 2011)
Omnibusse 49 Niederflur-Zweiachser
163 Niederflur-Gelenkbusse
2 Midibusse
1 Reisebus
2 Museumsbusse
3 Kleinfahrzeuge für Rundfahrten[3] (Stand 2014)
Statistik
Fahrgäste 102,662 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 22,31 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 1195
Einzugsgebiet 424,56 km²dep1
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,607 Mio.
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 120,5 kmdep1
Buslinien 527.0 km (550 km)dep1
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 5 (Neustadt, Neue Vahr, Gröpelingen, Rönnebeck (Ermlandstr.), Sebaldsbrück)

Die Bremer Straßenbahn AG, abgekürzt BSAG, ist ein kommunales Verkehrsunternehmen mit Sitz in Bremen. Die Aktiengesellschaft betreibt einen Großteil des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt, darunter die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bestehende Straßenbahn Bremen und den Stadtbusverkehr in der Hansestadt. Außerdem war das Unternehmen auch für den von 1949 bis 1961 verkehrenden Oberleitungsbus zuständig. Die Stadtgemeinde Bremen besitzt über die stadteigene Bremer Verkehrsgesellschaft mbH mittelbar 99,03 % der Anteile an der Bremer Straßenbahn AG.[4]

Streckennetz, Fahrzeugbestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahnwagen der BSAG
Gelenkbus der BSAG vor dem Bremer Hauptbahnhof
Linien- und Streckenplan der Straßenbahn (2014)
→ annähernd maßstabsgetreuer Gleisplan 2013

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird außer im Bereich Bremen-Nord in seiner an der Weser entlanggezogenen Gestalt sowie in einigen Siedlungsschwerpunkten nördlich und südlich der Innenstadt von Straßenbahnlinien erschlossen. Seit den späten 1990er Jahren werden Schritte zur Anbindung von weiter außerhalb des Stadtgebietes gelegenen Siedlungen und Vorstädten unternommen. Die Buslinien ergänzen die übrigen Gebiete und verbinden die Straßenbahnstrecken miteinander. Zentrale Knotenpunkte sind der Hauptbahnhof sowie Am Brill und die Domsheide.

Das Liniennetz der Bremer Straßenbahn AG umfasst 620 km, davon 505,4 km als Busnetz und 114,6 km als Bahnnetz. Sie beförderte 2012 rund 103,1 Mio. Fahrgäste, also durchschnittlich 282.000 täglich.[5]

Die Linienübersichten sind unter Nahverkehr in Bremen zu finden.
Zum Streckennetz siehe auch bei Straßenbahn Bremen bei Streckennetz und Geschichte.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 hatte die BSAG 122 Straßenbahnen-Fahrzeuge und 220 Busse im Bestand, dazu rund 1000 Fahrer. Die neuen Gelenktriebwagen GT8N-1 mit 44 Tonnen Leergewicht haben 134 Sitzplätze und 134 Stehplätze. Die Züge und Busse fahren täglich durchschnittlich 70.000 km.[6]

Gesellschafter und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99,03 % (nach anderen Angaben 99,11 %[1]) der Aktien gehören der Bremer Verkehrsgesellschaft mbH, die wiederum vollständig der Stadtgemeinde Bremen gehört. Die restlichen Anteile befinden sich im Streubesitz.[4] Mit der Bremer Verkehrsgesellschaft besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.[1] Die Aktien (ISIN: DE0008222001) sind in den regulierten Markt der Börse Hamburg einbezogen.[7]

Die Bremer Straßenbahn AG ist direkt oder mittelbar über ihr Tochterunternehmen Weserbahn GmbH an mehreren Verkehrsunternehmen im nordwestdeutschen Raum beteiligt. Dazu zählen der Delmenhorster Nahverkehrsbetrieb Delbus (51 %), das Eisenbahnverkehrsunternehmen metronom (fünf Prozent) sowie das Regionalbus- und Eisenbahnunternehmen Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (25,1 %). Neben ihrem Engagement im Personenverkehr ist die BSAG auch an den Güterverkehrsbetrieben Bremen-Thedinghauser Eisenbahn und Jade-Weser-Bahn mit jeweils 10 % beteiligt.[8]

Wirtschaftliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem von 80 auf 104 Millionen Euro steigenden Umsatz in den Jahren 2009 bis 2016 erwirtschaftete die BSAG jeweils einen Verlust von rund 50 Millionen Euro. Zur Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs werden die Verluste von der Stadtgemeinde Bremen getragen.[9] Für 30 Busse, die zum 31. März 2012 in Betrieb genommen wurden, wurden insgesamt 9,45 Millionen Euro ausgegeben.[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie über 1200 Mark der Bremer Pferde-Bahn vom 16. November 1886
Aktie über 1000 Mark der Bremer Straßenbahn vom 15. Dezember 1904

Der Bremer Zivilingenieur Carl Westenfeld, der jahrelang in den Vereinigten Staaten lebte und Erfahrungen mit Pferdebahnen in Chicago hatte, beantragte am 12. April 1875 beim Senat die Konzession für eine Pferdebahn vom Bremer Herdenthor nach Oberneuland.[11]

Am 28. März 1876 wurde von Julius Brabant und anderen die Actiengesellschaft Bremer Pferdebahn gegründet. Westenfeld übertrug die Konzession, die ihm am 7. April 1876 auf 20 Jahre erteilt wurde, auf die neue Gesellschaft, am 4. Juni 1876 ging die erste Strecke in Betrieb.[12]

Das Konkurrenzunternehmen Große Bremer Pferdebahn eröffnete mit britischem Kapital am 3. November 1879 seine erste eigene Strecke von Hastedt nach Walle.

Beide Gesellschaften bauten in den folgenden Jahren ihre Netze aus und bereiteten die Elektrifizierung vor. In diesem Zusammenhang benannte sich die Bremer Pferdebahn 1891 in Bremer Straßenbahn um und nahm 1892 die erste reguläre elektrische Linie in Betrieb. Die Große Bremer Pferdebahn fuhr dagegen weiter mit Pferden und wurde 1899 von der Bremer Straßenbahn übernommen.

Für den Omnibusbetrieb gründete die Bremer Straßenbahn das Tochterunternehmen Bremer Vorortbahn Gesellschaft (BVG), das ab 1924 den Omnibusbetrieb auf den Außenlinien durchführte, zunächst nach Oberneuland und später nach Blumenthal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiner Brünjes u. a.: Für Bremen: Straßenbahngeschichten. Eine Reise durch die BSAG. Kellner, Bremen 2010, ISBN 978-3-939928-32-4.
  • Bremer Straßenbahn AG (Hrsg.): 125 Jahre BSAG: 1876–2001. Eine illustrierte Zeitreise. Kellner, Bremen 2001, ISBN 3-927155-47-0.
  • Bremer Straßenbahn AG (Hrsg.): Bremer Straßenbahn AG: 1876–1976. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen. Bremer Straßenbahn AG, Bremen 1976, DNB 790535513.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jahresabschluss 2015 der Bremer Straßenbahn AG, veröffentlicht im Bundesanzeiger
  2. http://www.bsag.de/10348.php
  3. Kleinfahrzeuge für Rundfahrten
  4. a b Beteiligungsübersicht 2015 der Stadt Bremen
  5. Swantje Friedrich: Moderne Mobilität. In: Weser-Kurier vom 21. Oktober 2013, S. 3
  6. dito
  7. Amtliches Kursblatt Börse Hamburg vom 30. August 2016 (PDF)
  8. Beteiligungen der BSAG (PDF)
  9. Geschäftsberichte 2009 bis 2015 der BSAG
  10. Weser-Kurier, 6. März 2012: BSAG bekommt 38 neue Busse und Bahnen
  11. Straßenbahn-Magazin Nummer 21, August 1976
  12. Die erste Pferdebahn in Bremen (Memento vom 28. Februar 2014 im Internet Archive) (Seite der BSAG)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bremer Straßenbahn AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien