Reschwitz

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Reschwitz
Koordinaten: 50° 37′ 15″ N, 11° 22′ 53″ O
Höhe: 220 m ü. NN
Einwohner: 260 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1997
Eingemeindet nach: Saalfelder Höhe
Postleitzahl: 07318
Vorwahl: 03671
Dorfplatz von Reschwitz 2020
Dorfplatz von Reschwitz 2020
Dorfkirche (1953/1954)

Reschwitz ist ein Ortsteil der Stadt Saalfeld/Saale im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. Der Ort Reschwitz hatte 2015 (ohne den Ortsteil Knobelsdorf) 222 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reschwitz ist der niedrigst gelegene Ortsteil der Gemeinde, denn er liegt direkt westlich an der Saale und südlich von Saalfeld in einem langgestreckten Tal.[2] Über die Kreisstraße 153 kommt man auf Umwegen in den Ort. Das galt auch für die Bauern und Landarbeiter des Gutes, die meist bergauf zu den Feldern fahren mussten. Später änderten sich die Verhältnisse bei den veränderten Produktionsbedingungen der Groß-LPG.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Oktober 1263 wird in einer Urkunde ein Heinrich von Reschitz genannt, was als Ersterwähnung von Reschwitz vermutet wird.[3] Im Urkundenbuch von Kloster Paulinzella wird am 28. Januar 1292 ein Hermann von Rodeswiz erwähnt, dessen Name Reschwitz mit höherer Gewissheit zugeordnet werden kann.

Reschwitz war 1691 von Hexenverfolgung betroffen. Andreas Kühn geriet nach einem negativen Gutachten des Pfarrers über ihn in einen Hexenprozess und wurde verbrannt.[4]

Bis 1735 war der Reschwitzer Edelhof Sitz derer von Lengefeld, den Herren von Reschwitz und Pippelsdorf. Danach hatten es die Herren von Schönfeld. 1836 kaufte Carl Friedrich Engelhardt zu Saalfeld das Gut Reschwitz.[5] Bis 1918 lag der Ort im Leutenberger Gebiet der Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

Die Kirche, die am 1. November 1903 geweiht wurde, ersetzte den abgebrannten Vorgängerbau von 1736.

Das Gut gehörte vor 1945 dem Besitzer der Schokoladenfabrik Mauxion. Es wurde nach 1945 Volkseigenes Gut. Auch die Industrie fasste im Ort mit der Reschwitzer Saugbagger Produktions-GmbH Fuß.

Von 1994 bis 1996 gehörte Reschwitz der Verwaltungsgemeinschaft Saalfelder Höhe an. Mit Umwandlung dieser in die Einheitsgemeinde Saalfelder Höhe zum 1. Januar 1997 wurde es ein Ortsteil dieser.[6] Saalfelder Höhe wurde am 6. Juli 2018 nach Saalfeld/Saale eingemeindet.[7]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Christoph von Lengefeld (1715–1775), fürstlich-schwarzburgischer Forstmann, Schwiegervater von Friedrich Schiller.[8]
  • Karl Wagner (1854–1930), Heimatgeologe, Fossiliensammler und Botaniker[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Reschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nahverkehrsplan Zweckverband ÖPNV Saale-Orla – Bevölkerungsverteilung im Gebiet des Zweckverbandes. (PDF) In: Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. S. 53, abgerufen am 1. November 2021.
  2. Reschwitz auf thueringen-tourismus.de
  3. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 233.
  4. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 255, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  5. Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt Akte Kiesewetter Nr. 21 Signatur (5-99-1700 021).
  6. Thüringer Landesamt für Statistik
  7. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.7 2018 vom 5. Juli 2018, aufgerufen am 6. Juli 2018
  8. Roland Beyer: Carl-Christoph von Lengefeld (1715–1775), Forstmann und Visionär des 18. Jahrhunderts. Zeitreise und Rollenspiel. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 10, 2014 (2015), S. 305–314 (mit Beiträgen von Pier Pernutz und Günter Linke).
  9. Peter Lange: Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Technik: Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Fachdienst Kultur, Saalfeld 2001, S. 120.