Richard England

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum australischen Radrennfahrer siehe Richard England (Radsportler).
Kirchengebäude nach Plänen von Richard England im maltesischen Ort Mellieha

Richard England (* 3. Oktober 1937, Malta) ist ein maltesischer Architekt, Schriftsteller, Künstler und Hochschullehrer. Er entwarf zahlreiche Bauwerke in seiner Heimat und im Ausland, schuf Skulpturen und veröffentlichte Fachbücher.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte Richard England zunächst am St. Edward’s College in Malta und setzte nahm dann ein Studium der Architektur an der Universität von Malta auf. Danach vervollkommnete er sein Wissen durch ein Studium an der Mailänder Hochschule für Polytechnik und durch Mitarbeit in verschiedenen italienischen Projekten. Zwischen 1987 und 1989 war er Dekan der Maltesischen Universität, blieb danach aber als Honorarprofessor dort tätig.

Zwischen den 1960er und 2000er Jahren gewann England etliche Architektenwettbewerbe und nahm erfolgreich an internationalen Veranstaltungen teil. Seine Werke fanden Eingang in zahlreichen Ländern Nord- und Südamerikas, im Mittleren und Fernen Osten und der Sowjetunion. In Saudiarabien war er ab 1970 tätig, zusammen mit namhaften Architekten wie Robert Venturi, Arthur Erickson und Ricardo Bofill, Mitglied eines Beraterteams der Bürgermeisterei von Bagdad.

Der Mexikanische Nationalrat für Kultur und Kunst hat Richard England im Jahr 2002 eingeladen, die Eröffnungs­veranstaltung eines Symposiums zu leiten, das zu Ehren des Architekten Luis Barragan stattfand.

Richard England ist von der Magie des Wassers und den endlosen Möglichkeiten der Reflexion von Wasser und Licht angetan und versucht, dies in seine Bauten einzubinden. Seine Werke werden auch als „metaphysische Architektur“ bezeichnet, beeinflusst von den Schriften Italo Calvinos, Ben Okris und Jorge Luis Borges’.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltlich
  • 1971: Zentralbank von Malta
  • 1984: Krankenhausbauten mit einem Meditationsgarten in Santa Venera
  • 1988: Wohnresidenz in Mgarr
  • 1991: Erweiterungsbauten für die Universität von Malta in Msida, Ortsteil Tal-Qroqq
  • 1992: Erweiterungsbauten für die Zentralbank von Malta in Valletta
  • Tourist Village auf Comino
  • Salina Bay Coastline Hotel auf Malta[1][2]
  • Überbau der Reste des alten Opernhauses in Valletta als Neues Opernhaus
  • Gartenbauten in St Julians in märchenhaften Formen und Farben
  • Haus X, Moskau
  • BaaM in Kalabrien, Italien
  • Erweiterungsbauten für einen Bürokomplex in Bagdad
Kirchlich

Kunstwerke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulpturen
  • Skulptur Weiße Schatten in Sliema
  • Dracula-Skulptur in Transsylvanien, Rumänien
  • Penguines, eine flächenhafte Darstellung einer aufrecht stehenden Pinguin-Familie aus sieben verschieden großen Tieren in den Farben rot, lila, grün, blau und gelb
  • Skulptur up & dn
  • Skulpture Love in St Julians
Zeichnungen und Skizzen

– R. England fasst diese Arbeiten unter dem Begriff „Das sehende Auge“ (The seeing eye) zusammen.–

  • Skizzen als Kohlezeichnungen und Aquarelle aus vielen Orten Maltas, Italiens (Santorini, Pienza) und der ganzen wie Petra (Jordanien), Patras oder das Hatschepsut Memorial
  • eigene surrealistische Vorstellungen (Invisible cities, Mythopolis)

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973: Walls of Malta
  • White is white
  • 1983: In Search of silent spaces
  • 1997: Gozo, Island of Oblivion
  • 1998: Spirit of Place, Milan.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • sieben Designpreise der Internationalen Architektur-Akademie (1983, 1985, 1991, 2000, 2003, 2006, 2009)
  • zwei Preise der Commonwealth-Association (1985, 1987)
  • 1985: eine Goldmedaille der Stadt Toulouse
  • 1987: Ehrendoktortitel des Institute of Advance Studies, City University of New York
  • 1987: eine Silbermedaille des Internationalen Komitees für Architektur-Kritik
  • 1988: Biennale Laureat-Preis in Georgien, damals noch zur Sowjetunion gehörend
  • 1991: IFRAA-Preis für Religiöse Architektur des American Institute of Architects
  • 1996: Preisträger der 3. Architektur-Biennale in Costa Rica
  • 2000: Goldmedaille der Belgrader Architektur-Triennale
  • 2003: Ehrendoktortitel der Universität von Sofia
  • 2010: Ehrendoktortitel der Universität von Spiru Haret, Rumänien

Wertungen, Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Architektur Englands besetzt eine besondere Nische in der Architektur des Mittelmeerraumes. Seine Bauten verbinden traditionelle maltesische Stilelemente und Baustoffe mit modernen Baumethoden und beziehen zugleich Erinnerungen an die vergangenen Jahrhunderte mit ein.

Im Jahr 1984 äußerte sich der Journalist Charles Knevitt: [3] “Richard England’s restless mind and nervous energy find expression in so many different artistic fields that it leaves one breathless”. (dt: „Richard Englands unruhiger Geist und nervöse Energie finden Ausdruck in so vielen verschiedenen künstlerischen Feldern, dass es einen atemlos macht.“)

Der englische Architekt Dennis Sharp wertete über Richard England: “England's work remains as firm and inspirational as the unique citadel of stone that is the island of Malta.” (dt: „Englands Arbeit bleibt so fest und inspirierend wie die einzigartige Zitadelle aus Stein, die die Insel Malta ist.“)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emile Henvaux: Richard England, Architect in Malta, Editions de la Libraire Encyclopedique, Belgien, 1969.
  • Charles Knevitt: Connections, Lund Humphries London, 1984
  • Chris Abel: Transformations: Richard England, 25 Years of Architecture, Mid-Med Bank Limited, Malta, 1987.
  • Edwin Heathcote: Richard England, Wiley-Academy, London. 2002.
  • Myriam England, Charles Knevitt, Conrad Thake: 100 at 70. Malta, 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage des Salina Bay-Coastline-Hotels (englisch)
  2. Einige Außenansichten des Hotels.
  3. Charles Knevitt: Connections, London, 1984.