Richard Wall

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Richard Wall (* 7. Dezember 1953 in Engerwitzdorf) ist ein österreichischer Schriftsteller, bildender Künstler und Übersetzer.

Der in Engerwitzdorf und bei Langschlag im Waldviertel lebende Autor arbeitet literarisch vor allem in den Bereichen Lyrik, Essay, als bildender Künstler vorwiegend im Grenzbereich zwischen Text und Bild, Mischtechnik und Collage.

Seit 1981 werden seine Werke in Ausstellungen präsentiert. Er veröffentlicht seine Bilder und Texte seit 1980 in Anthologien, Kultur- und Literaturzeitschriften und ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung, der IG-Autoren, der Literaturvereinigung Podium und der Künstlergruppe Sinnenbrand.[1]

Werkbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerlich Dorf-Von dem schöneren Leben auf dem Lande war sein erstes fotografisches und literarisches Werk und erschien 1992 im Verlag Bibliothek der Provinz. Im gleichen Verlag erschien 1995 der Gedichtband Schwellenlicht Schattenbahn. 1996 folgten Reiseskizzen und Essays von ihm unter dem Titel Steine, Spuren, Labyrinthe. 1997 kam im Ritter Verlag die HerzAsphaltMörderGrubenRhapsodie heraus, eine rhythmische Prosa in drei Kapiteln, die kritisch, auch sprachkritisch, das Landleben und die Zeitumstände reflektiert. 1999 wurde das Foto-Essay Wittgenstein in Irland veröffentlicht, ein Werk, in dem sich Wall mit den Arbeitsaufenthalten Wittgensteins in Irland auseinandersetzt und den Einfluss der Landschaft auf das Denken beschreibt. 2000 erschien im Grasl Verlag der Gedichtband Stein- und Neonschrift. Das in Struktur und Charakter an das gleichnamige Kartenspiel angelehnte Siebzehn und Vier erschien 2003. Den Gedichten sind jeweils lyrische Ausrisse diverser Poeten vorangestellt, Sätze etwa von Fernando Pessoa, Hans Eichhorn oder Waltraud Seidlhofer. 2004 erschien Richard Walls mit Collagen bebilderter Lyrikband namens Anonyme Inventuren. Ab dem Gedichtband Am Rande konzentrieren sich seine Texte auf die Veränderungen auf dem Lande, auf die Pseudourbanisierung der Dörfer, vor allem des Mühl- und Waldviertels.

„Der reflektierende Augenmensch Wall wird so zu einem Bewahrer der Bilder der bäuerlichen Welt, ähnlich wie ein anderer lyrischer Bewahrer, der Sachse Wulf Kirsten.“ Klaus Gasseleder im Freibord, Wien

„Das ist das Schöne an Walls Kunst, dass er behutsam und frei wie Kramer den Blick auf das Abseitige richtet, auf Verrichtungen, Empfindungen, gegenstände, sie aus der Isolation herausbricht, ihnen die Bedeutung zurückgibt, der sie verlustig gegangen sind.“ Erich Hackl, Spectrum Die Presse.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blackthorn / Mit der Sichel das Korn. Irisches Reisejournal mit Gedichten von Moya Cannon und Francis Harvey, Linz-Weitra 1989.
  • Schwellenlicht. Schattenbahn. Gedichte. (1987–1993). Linz-Weitra 1995.
  • Steine, Spuren, Labyrinthe. Reiseskizzen von Venedig, Irland und Böhmen. Mit Essays über Ezra Pound, Dylan Thomas, Bohumil Hrabal, Ludwig Wittgenstein, Tim Robinson. Linz 1996.
  • HerzAsphaltMörderGrubenRhapsodie. Klagenfurt 1999.
  • Stein- und Neonschrift. Gedichte. Baden 2000. (= Lyrik aus Österreich Bd. 84).
  • Klemens Brosch oder eine Einübung ins Unmögliche. Ein Triptychon, Klagenfurt-Wien 2001.
  • Siebzehn und Vier. Gedichte und Balladen, Linz 2003 ISBN 3-85285-111-4.
  • Anonyme Inventuren./Anonymni inventury. Gedichte zweisprachig (tschechisch / deutsch). Übersetzung ins Tschechische von Josef Hruby. 7 Bilder. Pilsen 2004. ISBN 80-86446-15-8.
  • Am Rande. Gedichte 1996–2005. Rimbaud Verlag, Aachen 2006. ISBN 3-89086-606-9.
  • Rom. Ein Palimpsest. Roman. Klagenfurt 2006.
  • Unter Orions Lidern, Gedichte, Löcker, Wien 2009.
  • Connemara. Im Kreis der Winde, Prosa, mit Fotografien des Autors, Mitter Verlag, Wels 2011.
  • Streith, Gedichte, Neue Lyrik aus Österreich Band 6, Verlag Berger, Horn 2014.
  • Feld, Wiese, Apfel, Stadel, Stall, Sau Pferd, Kuh, Ofen, Brot oder Holz. Bruchstücke einer Biographie. Mit Offsetlithographien von Andreas Ortag. Edition Thurnhof, Horn 2015.
  • Achill. Verse vom Rande Europas. Gedichte auf Englisch und Deutsch. Mit Mischtechniken von Martin Anibas. Literaturedition Niederösterreich, St. Pölten 2016.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MAIL - ART. Anna und Karel Kocourkovi / Richard Wall; Bruckmühle Pregarten, 2006;
  • Grüße an das russische Volk: 7 Jahre Bilderpost und Schriftverkehr: Hans Eichhorn - Richard Wall, StifterHaus Linz (2003);
  • Schnittstellen: Literatur & Bildende Kunst, 30 Jahre GAV & 30 Jahre Kunstuniversität Linz; Kunstuniversität Linz (2003);
  • Rose, o reiner Widerspruch…, Galerie Artmark, Wien (2007);
  • Schloß Zell/Pram, mit Gruppe Sinnenbrand (2008);
  • Galerie Wolf Ruprecht, Obermühl (2008);
  • Schloß Blatná, Südböhmen (2008);
  • Galerie CART, Pregarten (2009);
  • Phantastische Bibliothek Wetzlar (2010);
  • Deutsch Villa Strobl (2011);
  • Kopf an Kopf, Galerie der Generaldirektion der Generali Gruppe in Linz (2013);

Stipendien und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romstipendium des Bundeskanzleramtes (2001);
  • Moldau Stipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden
  • Projektstipendium des Bundeskanzleramtes für Rom. Ein Palimpsest (2002);
  • Stipendium d. Büros f. kulturelle Auslandsbeziehungen d. Landes OÖ in Paliano /Latium (2004);
  • Stipendiat in der Villa Stonborough-Wittgenstein-Gmunden (2004);
  • Buchpreis des Bundeskanzleramtes für Rom. Ein Palimpsest (2006);
  • Stipendium mit Atelieraufenthalt in Český Krumlov (2007);
  • „Buchprämie 2009“ des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur für den Gedichtband Unter Orions Lidern;
  • Artist in Residence, Heinrich Böll-Cottage, Achill, Irland, 2014.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmuth Schönauer: Byx, die geheimen Akten der Büchereistelle; Folge 1, Richard Wall. In: Bildungs-Fächer, Innsbruck, 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sinnenbrand (Memento vom 3. November 2014 im Webarchiv archive.is), abgerufen 16. Mai 2016