Robert Antretter

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Robert Antretter (* 5. Februar 1939 in München) war vom 4. November 1980 bis zum 26. Oktober 1998 fünf Wahlperioden lang Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) im Deutschen Bundestag.

Leben[Bearbeiten]

Der gelernte Schriftsetzer war von 1953 bis 1965 im Verlagswesen tätig und wurde 1968 Vorstandsmitglied des SPD-Landesverbandes Baden-Württemberg. Antretter war Leitender Landesgeschäftsführer des SPD-Landesverbandes Baden-Württemberg sowie Lehrbeauftragter an der Universität Stuttgart.

Er ist Mitglied des Kuratoriums der Kunststiftung Baden-Württemberg und des Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken und dessen Geschäftsführenden Ausschusses. Er war Mitglied der Antragskommission des SPD-Landesverbandes Baden-Württemberg und Mitglied des Parteirates der SPD.

Am 26. April 2008 wurde er mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Von 2000 bis 2012 war Robert Antretter ehrenamtlich Vorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Im September 2012 wurde er abgelöst von der neu gewählten Präsidentin Ulla Schmidt. Antretter wurde in Anerkennunung seiner Leistung gleichzeitig zum Ehrenvorsitzenden der Lebenshilfe gewählt und als Erster mit der nach dem Lebenshilfe-Gründer benannten Tom-Mutters-Medaille geehrt.[1]

2002 wurde Robert Antretter von Bischof Gebhard Fürst, Diözese Rottenburg-Stuttgart, zum Vorsitzenden der neu gegründeten unabhängigen Kommission sexueller Missbrauch berufen. Diese Kommission, die Antretter bis 2012 leitete, war das erste und lange Zeit einzige derartige Gremium bundesweit, das systematisch Vorfälle sexuellen Missbrauchs in dem südwestdeutschen Bistum in Vergangenheit und Gegenwart aufarbeitete. Nach zehn Jahren gab Antretter den Vorsitz an Markus Grübel, MdB/CDU, ab.

Papst Johannes Paul II. verlieh ihm 1995 für seine Verdienste um die Römisch-katholische Kirche die Komturwürde des Gregoriusordens[2]

Antretter ist katholisch, verheiratet und hat vier Kinder.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen[Bearbeiten]

  1. Ulla Schmidt übernahm Vorsitz der Lebenshilfe, Pressemitteilung der Lebenshilfe, 23. September 2012, abgerufen 24. September 2012
  2. Acta Apostolicae Sedis AAS 88 (1996), 372 (PDF; 5,6 MB)