Robert Betz

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Robert Betz, 2018

Robert Theodor Betz (* 23. September 1953 in Friedrich-Wilhelms-Hütte) ist ein deutscher Seminaranbieter, Coach, Autor psychologischer Bücher und auf dem Gebiet der Esoterik tätig. Er lebt in München und auf der griechischen Insel Lesbos.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betz war drei Jahre im Klosterinternat der Steyler Missionare in der niederländischen Provinz Limburg. Er absolvierte anschließend eine Lehre zum Industriekaufmann. Am Abendgymnasium in Bonn legte er das Abitur ab und studierte Psychologie und Sozialpädagogik in Hamburg von 1976 bis 1982. Nach sechs Jahren Tätigkeit in Werbeagenturen in Hamburg und Frankfurt wechselte er 1986 in ein US-amerikanisches Industrieunternehmen als Vice President Marketing Europe.

Im Alter von 42 Jahren stieg er aus diesem Berufsleben aus und zog nach München. Dort erlernte er die Reinkarnationstherapie nach Thorwald Dethlefsen und nahm das „Studium von Botschaften der Geistigen Welt“ auf, um auf dieser Basis als Reinkarnationstherapeut und Coach zu arbeiten.[1]

Robert Betz führt nach eigenen Angaben Seminare mit einer „christlich-spirituellen“ Ausrichtung durch und gestaltet Therapieausbildungen.[1] Er hält Vorträge in rund 15 großen Städten in Deutschland sowie in Wien und Zürich und auf Lesbos (Stand 2019).[2]

Er entwickelte die „Transformations-Therapie nach Robert Betz“.[3] Betz will mit der Transformations-Therapie Menschen in die Lage versetzen, „in kurzer Zeit Leidenszustände aller Art zu verwandeln, und insbesondere festgefahrene emotionale Energien wie Ängste, Wut, Ohnmacht u. a. zu lösen“.[1] Mit dem Begriff „Transformation“ verbindet Betz zugleich die Vorstellung, dass sich die Menschheit in einer „Transformationszeit“ befinde, auf dem Weg in ein „neues Zeitalter der Liebe“, in dem „nichts mehr so sein wird wie bisher“.[4]

Lehre und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Betz glaubt, dass die Gegenwart eine „Hoch-Zeit der Transformation“ sei, wobei die größten Veränderungen „im Inneren“ sehr vieler Menschen stattfänden, „in ihrem Bewusstsein und in ihren feinstofflichen Körpern“. Derzeit breche das „Goldene Zeitalter der Liebe“ an. Betz schrieb zum Beispiel im Januar 2012: „Das Zeitalter des ‚Normalmenschen‘ geht jetzt definitiv zu Ende, das Zeitalter des liebenden Herz-Menschen, das Goldene Zeitalter der Liebe wird jetzt geboren. Diese Geburt findet nicht außerhalb von uns statt, sondern durch uns selbst. Unser aller Herz ist die ‚Gebärmutter‘ dieses neuen Zeitalters.“[5]

Betz bezieht sich in seinen Texten und in seiner therapeutischen Tätigkeit auf eine „Geistige Welt“. Er veröffentlicht regelmäßig „Botschaften der Geistigen Welt“, die angeblich von Andrea Schirnack als Medium empfangen und von ihr „aus dem Emmanuel-Strahl“ gesprochen werden.[6] Die Monatsbotschaften und Jahresbotschaften kommen dadurch zustande, dass Betz Fragen an Andrea Schirnack stellt, die sie beantwortet, und Betz fasst anschließend die Antworten zusammen.[7] Die auf der Website von Betz abrufbaren Botschaften reichen bis Oktober 2009 zurück.[8] Andrea Schirnack gibt an, dass sie seit fast 20 Jahren mit Betz zusammenarbeitet (Stand 2019).[9] Seit Januar 2019 veröffentlicht Schirnack die gemeinsamen Botschaften auch auf ihrer Website, als Podcast und als Transkript.[10] Christina Hanauer weist in einem Artikel für die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen darauf hin, dass Betz auch mit anderen spiritistischen „Medien“ zusammenarbeitet, zum Beispiel mit Beatrix Rehrmann, die behauptet, Botschaften der „Engel der Freude und Leichtigkeit“ zu empfangen.[11][12]

Im Jahresbericht 2012 von infoSekta, der Fachstelle für Sektenfragen der Schweiz, wird Robert Betz’ psychotherapeutischer Ansatz in dem Artikel PsychologInnen auf esoterischen Abwegen von Regina Spiess und Jürg Treichler als „esoterische Methode ohne wissenschaftlich anerkannte Grundlage“ eingestuft.[13] Die durch das Land Nordrhein-Westfalen geförderte Beratungs- und Informationsstelle „Sekteninfo NRW“ lastet Robert Betz’ esoterischer Psychotherapiemethode Fälle mit schwerwiegenden negativen Konsequenzen für die psychische Gesundheit und familiäre Beziehungen an.[14][15]

Der Fachbereich für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Erzbischöflichen Ordinariat der Erzdiözese München und Freising hinterfragt in seinem Beitrag zu Robert Betz dessen angeblich wissenschaftlichen Ansatz als Psychologe bzw. Psychotherapeut.[16] Als problematische Thesen bei Robert Betz gilt unter anderem seine „Opferrollen-Theorie“, nach der ein Opfer selbst dafür verantwortlich sei, psychische und körperliche Gesundheit zurückzuerlangen. Betz spricht in dem Zusammenhang (auch sinngemäß) von „selbsterzeugte(m) Leid“.[13][14] Außenstehende sollen sich außerdem in die Leidenssituation eines Opfers nicht einmischen: „Helfen und retten wollen schwächt den anderen meist und verlängert sein Leiden.“[17] Nach Betz ist „jede Krankheit […] ein Segen und hat eine einzige klare Ursache“.[13] Betz behauptet, Krankheiten seien die Folge unterdrückter Gefühle, zum Beispiel bei Gastritis, Magengeschwüren, Gallensteinen, Bandscheiben- Nieren oder Atemwegsproblemen.[18] Auch wenn Betz betont, dass die „innere Arbeit“ den Gang zum Arzt nicht ersetzt, werden in seinen Büchern und Vorträgen Aussagen gemacht, die wissenschaftlich gesicherte pathophysiologische Mechanismen gänzlich ignorieren.[19]

Christina Hanauer stellt fest, dass bei Betz der Eindruck einer „One-Man-Show“ entstehe, der durch die starke Präsenz von Betz-Porträts auf seinen Büchern und sonstigen Angeboten verstärkt werde.[11]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Über Robert Betz robert-betz.com, abgerufen am 11. März 2019.
  2. Vorträge robert-betz.com
  3. Die Transformations-Therapie nach Robert Betz Robert Betz® robert-betz.com
  4. Robert Betz: Auf der Rüttel- und Schüttelplatte der Transformationszeit Kolumnenbeitrag auf newsage.de, 2012.
  5. Aktueller Brief Januar 2012 robert-betz.com
  6. Botschaft der Geistigen Welt für März 2019. Gesprochen aus dem Emanuel-Strahl robert-betz.com
  7. Botschaft der Geistigen Welt für Januar 2017. Gesprochen aus dem Emanuel-Strahl robert-betz.com. Zitat: „Dieses ist eine Bibliothek der Zeit, eine Bibliothek der Zeitabläufe an diese Frau, die spricht, und an diesen Mann, der fragt und der dieses zusammenfasst, Robert Betz, nach Absprache herankommen qua Intuition, per Medialität. Das ‚Emanuel-System‘ ist ein Spezifikum, das per Information mit Metaphern arbeitet, mit einer bildhaften Sprache, in deren Bildern Energien sind, auf die sich der Leser/Hörer einstellen, ja hineinstellen kann im Sinne einer ‚Aufstellung‘. Und dann wirken die Energien dieser Bilder. Danke. Und ‚Gott zum Gruße‘, das bedeutet, dass das hier um eine Quelle des Lichtes, des reinen Lichtes geht. Gott zum Gruße.“
  8. Archiv 2009 in der Rubrik „Geistige Welt“ in der Mediathek auf robert-betz.com
  9. Die Arbeit mit Robert Betz campus-of-change.de (Website von Andrea Schirnack), abgerufen am 11. März 2019.
  10. Der Mein-Morgenland Podcast: Botschaft der Geistigen Welt für den Januar 2019 campus-of-change.de (Website von Andrea Schirnack), abgerufen am 11. März 2019.
  11. a b Christina Hanauer: Robert Betz und die Transformations-Therapie ezw-berlin.de, Materialdienst 8/2016.
  12. Robert Betz, Beatrix Rehrmann: Engel reden Klartext buecher.de
  13. a b c Regina Spiess, Jürg Treichler: PsychologInnen auf esoterischen Abwegen, in: infoSekta, Jahresbericht 2012, S. 19–25.
  14. a b Uta Bange: Robert Betz und die Transformationstherapie – eine esoterische Pseudotherapie im Fokus der Kritik sekten-info-nrw.de, 19. März 2013.
  15. "Betz-Seminar löste Psychose aus" ndr.de, 31. März 2014.
  16. Robert Betz – "Transformationstherapie" In: weltanschauungsfragen.de
  17. Warum ‚Spirituelle‘ später in den Himmel kommen Auszug aus einem Vortrag von Robert Betz auf erdenseele.de, siehe Abschnitt Andere retten wollen.
  18. Robert Betz: Wie unterdrückte Gefühle Krankheiten erzeugen Video (8:40 Min.)
  19. Robert Betz: „Glücks-Coach“ oder Scharlatan? von Kristina Festring-Hashem Zadeh, zuletzt abgerufen am 18. September 2015