Robert Joe Long

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Robert Long (2007)

Robert Joseph Long (* 14. Oktober 1953 in Kenova, West Virginia; † 23. Mai 2019 in Raiford, Florida), auch als Robert Joe Long oder Bobby Joe Long bekannt, war ein US-amerikanischer Serienmörder und -vergewaltiger, der in den 1980er Jahren mindestens zehn Frauen ermordete und 50 weitere vergewaltigte. Nach seiner Verhaftung im Jahr 1984 wurde er zum Tode verurteilt und 2019 durch eine letale Injektion hingerichtet.

Vorleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Long wurde am 14. Oktober 1953 in Kenova im US-Bundesstaat West Virginia geboren. Mütterlicherseits war er ein entfernter Cousin des Serienmörders Henry Lee Lucas.[1] Seine Eltern Joe und Louella Long ließen sich 1955 scheiden.[2] Im selben Jahr zog seine daraufhin alleinerziehende Mutter mit ihm nach Miami, Florida, wo sie unter anderem als Kellnerin arbeitete, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.[2] Im Jahr 1960 heirateten Longs Eltern einander erneut und die Familie lebte daraufhin wieder zusammen in West Virginia. Drei Jahre später ließen sich seine Eltern zum zweiten Mal scheiden und Louella Long zog mit ihrem Sohn zurück nach Florida, wo sie zunächst bei Verwandten und ab 1965 in einem eigenen Haus in Hialeah lebten.[2]

In seiner Kindheit zog sich Long mehrere schwere Kopfverletzungen zu. Die erste erlitt er im Alter von fünf Jahren beim Sturz von einer Schaukel. Ein Jahr später prallte er bei einem Fahrradunfall mit dem Kopf gegen ein Auto, wobei er mehrere Zähne verlor und eine Gehirnerschütterung davontrug. Nach einem Sturz bei einem Ritt auf einem Pony litt der siebenjährige Long wochenlang an Schwindel und Übelkeit.[1]

Im Jahr 1966 erschoss er den Hund seiner Mutter. Als Motiv gab er später an, dass seine Mutter den Hund besser behandelt habe als ihn.[2] Bis zu seinem 13. Lebensjahr schlief Long im Bett seiner Mutter.[1] Seine spätere Behauptung, er habe seiner Mutter und ihren zahlreichen Männerbekanntschaften beim Geschlechtsverkehr zugesehen, wurde von ihr zurückgewiesen.[1] Long wurde mit einem zusätzlichen X-Chromosom geboren, was dazu führte, dass sein Körper in der Pubertät zu viel Östrogen produzierte und ihm Brüste wuchsen, die operativ entfernt wurden.[1]

Nach der zehnten Klasse ging er von der Schule ab. Ab 1972 leistete er seinen Militärdienst am Luftwaffenstützpunkt in Homestead, Florida. Im Januar 1974 heiratete er seine Highschool-Freundin Cynthia, die er seit 1966 kannte.[3] Aus der Ehe gingen ein Sohn (* 1974) und eine Tochter (* 1975) hervor. Seine Frau reichte 1980 aufgrund häuslicher Gewalt die Scheidung ein.[2]

Im Februar 1974 verunglückte er mit seinem Motorrad und zog sich erneut eine Kopfverletzung zu. Während des folgenden Krankenhausaufenthalts litt er an stechenden Kopfschmerzen und neigte zu Wutausbrüchen. Nach dem Unfall empfand er ein gesteigertes sexuelles Verlangen und masturbierte mehrmals täglich.[1] Aufgrund seiner Verletzungen wurde er im August 1974 aus dem Militärdienst entlassen. Während seiner folgenden, gelegentlich von Kurzzeitanstellungen unterbrochenen, mehrjährigen Arbeitslosigkeit absolvierte er Ausbildungen zum Elektriker und Röntgenstrahlentechniker.[2]

Taten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zwischen 1980 und 1983 meldete sich Long auf Zeitungsinserate von Frauen, fuhr zu deren Wohnungen und vergewaltigte sie. In Miami, Ocala und Fort Lauderdale wurde er dadurch als Classified Ad Rapist („Kleinanzeigen-Vergewaltiger“) bekannt.[1] 50 Fälle von Vergewaltigungen und sexueller Nötigung gingen so auf sein Konto.

Im Oktober 1981 beschuldigte ihn seine Nachbarin Sharon Richards der Vergewaltigung. Allerdings fehlten der Polizei die Beweise, Long zu inhaftieren. Dieser Nachbarin versetzte Richards wenige Tage später während einer Auseinandersetzung einen Schlag und floh daraufhin zu seinen Eltern nach West Virginia. Erst im Juni 1983 kehrte er nach Tampa zurück.

Im Juli 1983 lernte Long eine Röntgenassistentin eines nahegelegenen Krankenhauses kennen. Sie wurden ein Paar. Um sich von seiner Beute, dem Schmuck der vergewaltigten Frauen, zu trennen, überhäufte er seine Freundin damit. Im September 1983 wurde der Prozess in der Strafsache Sharon Richards gegen ihn eröffnet. Er wurde schuldig gesprochen. Long beantragte eine Revision des Verfahrens.

Noch während der Phase, in der der Prozess neu aufgerollt wurde, wurde Long im November 1983 verhaftet, nachdem er einen obszönen Brief wie auch Nacktaufnahmen von sich und einem zwölfjährigen Mädchen aus Tampa per Post verschickt hatte. Auch ein anzügliches Telefonat sollte Long mit seinem Opfer geführt haben. Nach zwei Tagen im Gefängnis und einer Bewährungszeit von sechs Monaten kam Long wieder frei.

Im Frühjahr 1984 wurde das Revisionsverfahren in der Sache Sharon Richards eröffnet. Das Urteil: Nicht schuldig.

Am 27. März 1984 vergewaltigte Long die 20-jährige Artis Wick. Anschließend ermordete er sie. Es war der erste Mord, den man Long später nachweisen konnte.

Ab 1984 begann Long mit der Serie willkürlicher Morde. Miami, Ocala und Fort Lauderdale war das Gebiet, in welchem er operierte und dabei überwiegend Prostituierte und Stripperinnen ermordete. Doch auch im privaten Umfeld suchte er sich seine Opfer. Nach seiner Verhaftung äußerte er, Abscheu gegenüber dominanten und manipulativen Frauen zu empfinden.

Obwohl bald nach den ersten Morden das FBI auf den Serienmörder angesetzt war, konnte Long zwischen Mai und November 1984 acht weitere Frauen zwischen 18 und 22 Jahren in seinem Appartement ermorden. Im November 1984 überfiel Long die 17-jährige Studentin Lisa McVey auf offener Straße und zerrte sie in seine Wohnung. Als sie ihm wahrheitsgemäß erzählte, dass sie ihr Stiefvater in der Kindheit bereits sexuell missbraucht hatte, hielt dies Long davon ab, sie zu ermorden, nicht jedoch sie zu vergewaltigen. Schließlich ließ er sie laufen.

Prozess, Verurteilung und Hinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die exakte Täter- wie auch Wohnungsbeschreibung von Lisa McVey wurde Long am 17. November 1984 in seiner Wohnung verhaftet. Die Beweislast war erdrückend. Sowohl DNA-Spuren wie auch persönlicher Besitz der Opfer konnten sichergestellt werden. 1985 wurde der Prozess gegen ihn eröffnet. Long erhielt neben 28 lebenslangen Freiheitsstrafen einmal die Todesstrafe. Er selbst sah sich stets als Justizopfer des damals amtierenden Gouverneurs von Florida, Robert Daniel Graham, eines Befürworters der Todesstrafe. Long war im Gefängnis von Starke County in Florida inhaftiert. Er wurde am 23. Mai 2019 in einem Gefängnis in Raiford, Florida, hingerichtet.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Murakami, Julia Murakami: Lexikon der Serienmörder. 450 Fallstudien einer pathologischen Tötungsart. Ullstein Tb, München März 2000, 639 Seiten, ISBN 3-548-35935-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Michael Newton: Die große Enzyklopädie der Serienmörder. V. F. Sammler, Graz 2005, ISBN 3-85365-189-5, S. 237 f.
  2. a b c d e f Catherine Reynolds et al., Department of Psychology, Radford University: Bobby Joe Long – The Classified Ad Rapist (Memento vom 21. August 2008)
  3. Meagan Flynn: A rape victim helped police catch a serial killer. Nearly 35 years later, she sat front row at his execution. In: The Washington Post. 24. Mai 2019, abgerufen am 25. Mai 2019.
  4. Todesstrafe in den USA: Florida richtet verurteilten Mörder hin. In: Spiegel Online. 24. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019.