Roda Verheyen

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Roda Verheyen (* 1972) ist eine deutsche Rechtsanwältin und Richterin des Hamburgischen Verfassungsgerichts.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roda Verheyen studierte Rechtswissenschaften in Hamburg, Oslo und London. Von 1998 bis 2001 engagierte sie sich bei der internationalen Klimakampagne von Friends of the Earth International. Von 2001 bis 2006 war sie selbstständige Beraterin, u. a. für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, das Bundesumweltministerium, Friends of the Earth, Foundation for International Environmental Law and Development (FIELD, London) und Germanwatch e.V. und Mitglied der deutschen Delegation zur Klima-Rahmenkonvention. 2002 gründete sie mit Peter Roderick das internationale Netzwerk Climate Justice Programme.[2] 2005 wurde Verheyen mit ihrer Arbeit „Climate Change Damage in International Law“ zum Dr. jur. promoviert. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Umweltpreis für hervorragende Leistung vom Förderverein für umweltrechtliche Studien e.V. (Hamburg) ausgezeichnet.[3] Seit 2006 ist Verheyen als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im Umweltrecht, Planungsrecht, Öffentlichen Baurecht und Völkerrecht sowie in der Politischen Beratung tätig. Am 5. Mai 2021 wurde Verheyen von der Hamburgischen Bürgerschaft für sechs Jahre zum Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts gewählt.[4] 2021 wurde Verheyen von den Elektrizitätswerken Schönau als Stromrebellin 2021 ausgezeichnet.[5]

Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verheyen vertrat als Prozessbevollmächtigte Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht.[6][7] Hintergrund war die sogenannte Klimaklage, welche das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) zum Gegenstand hatte. Mit Beschluss vom 24. März 2021 erklärte das Bundesverfassungsgericht § 3 Abs. 1 Satz 2 und § 4 Abs. 1 Satz 3 KSG in Verbindung mit Anlage 2 (Zulässige Jahresemissionsmengen) mit den Grundrechten für unvereinbar, soweit eine Regelung über die Fortschreibung der nationalen Minderungsziele für Zeiträume ab dem Jahr 2031 fehlt.[8]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roda Verheyen, Rechtsschutzmöglichkeiten nach § 1 Abs. 1 Nr. 4–6 UmwRG, Thesen Forum Umweltrechtsschutz 2019
  • Roda Verheyen/Dirk Legler, Ein eigener Weg für den Kohleausstieg auf Landesebene: Neue Regelungen im Wärmebereich für Hamburg, in: ZNER Heft 5/2019, Seite 423ff.
  • Roda Verheyen, Die Bedeutung des Klimaschutzes bei der Genehmigung von Kohlekraftwerken und bei der Zulassung des Kohleabbaus, ZUR 2010, 403
  • Roda Verheyen, Standpunkt – Gibt es eine vollziehbare Klimaschutzverantwortung des Einzelnen?, NJW-aktuell, Heft 36/2009, S. XII, (NJW)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richterinnen und Richter. Hamburgisches Verfassungsgericht, 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  2. Rechtsanwälte Günther. (html) Rechtsanwälte Günther Partnerschaftsgesellschaft, 6. Dezember 2019, abgerufen am 20. Mai 2021.
  3. Umweltpreis für herausragende Doktorarbeit zum globalen Klimawandel. Universität Hamburg, 14. Januar 2005, abgerufen am 20. Mai 2021.
  4. Kurzprotokll zur Tagesordnung der Bürgerschaft, 22. Wahlperiode, 24. Sitzung. (PDF) Hamburgische Bürgerschaft, 7. Mai 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  5. Christian Rath: Klima-Anwältin: "Von einer grünen RAF halte ich nichts." Badische Zeitung, 25. November 2021, abgerufen am 26. November 2021.
  6. Historischer Erfolg für Klima-Verfassungsbeschwerde. (PDF) Germanwatch e.V., 29. April 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  7. Wer hinter der Klimaschutz-Entscheidung steckt - Mit Berechnung zum "Riesenerfolg". Legal Tribune Online, 30. April 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.
  8. BVerfG, Beschluss vom 24. März 2021 - 1 BvR 2656/18 u. a. (Klimaschutz)