Romberg (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Romberg
Hauptgebäude Rittergut Romberg 1894 Südostansicht
Rittergut Romberg 1894
Torhaus Rittergut Romberg 1894
Das Torhaus heute
Torhaus, Südfassade, Reste des Wassergrabens
Familienwappen derer von Romberg an der Kapelle Wischlingen

Romberg ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts, das seinen ursprünglichen Sitz auf der Namen gebenden Burg Rodenberg (oder Rodenburg) bei Menden hatte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht erschien erstmals im Jahr 1249 urkundlich unter diesem Namen mit Gozvinus miles (lat. Soldat, Krieger) de Rodhenburg,[1] der 1243 auch als Gozwinus de Menedin und 1246 als Gozvinus villicus de Menedhen[2] nachweisbar ist und zu den seit 1170 urkundlich festgestellten ritterbürtigen Schultheißen von Menden gehörte,[3] vermutlich einem Seitenzweig der Edelherren von Volmarstein.

Gozvinus (Goswin) dem I von Volmarstein war Sohn von Heinrich von Volmarstein, der urkundlich 1214 erstmals erwähnt, auf einem Kreuzzug 1228/29 durch eine Epidemie umgekommen war. Seine Witwe Elisabeth, Mutter von Goswin, hat sowohl das Gut Alfem weitergeführt und auch das Amt des Schultheißen von Menden. Als der Sohn Goswin seine Braut Richenza von Arnsberg geheiratet hat, ist Elisabeth von Volmarstein ins Kloster Fröndenberg gegangen und dort Äbtissin geworden. Bisher gefundene erstmalige Erwähnung der Familie Volmarstein ist der Großvater von Heinrich, dem Kreuzzügler, ebenfalls Heinrich von Volmarstein 1134. Sein Sohn, Gerhard Snar von Volmarstein, Vater des Kreuzzugritters Heinrich, hat die letzte Urkunde 1214 unterschrieben.

Aufstieg und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund eines (u. U. auch fingierten) Rechtsstreites zwischen dem Erzbischof zu Köln und den Söhnen von Goswin I von Volmarstein und seinen zwei Söhnen Heinrich und Bernhard um Land (von Goswin I. gekauft 1272 vom Grafen Gottfried von Arnsberg), verlor die Familie ihren ganzen Landbesitz, auch Alfhem und Burg Rodenburg (wurde 1309 geschleift).

Schon 1483 fiel Schloss Brünninghausen im heutigen Dortmund an die Rombergs, die dieses vor dem Ersten Weltkrieg an die Stadt Dortmund veräußerten. Die Bezahlung war in mehreren Raten abgesprochen. Nach dem Ersten Weltkrieg hat sich die Stadt Dortmund geweigert, die fälligen Raten zu zahlen. Es kam zum Prozess, der sich vom Anfang der 20er Jahre bis 1955 hinzog. 1955 gab es endlich einen Vergleich. Als Ausgleich wurde der Familie von Romberg die alte Dorfkirche mit dem Emporenmausoleum in Buldern zugesprochen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Sitz der Familie von Schloss Brünninghausen in Dortmund nach Schloss Buldern in Dülmen im südlichen Münsterland verlegt.

Neben dem eigentlichen Schloss in Brünninghausen gehörten zahlreiche Kotten und Höfe in Barop, Hacheney, Wellinghofen, Kleinholthausen und Lücklemberg zum Besitz der Familie. Auch umfangreicher Waldbesitz an den Nordhängen des Ardeygebirges gehörte zu Schloss Brünninghausen. Die genannten Gebiete gehörten damals allerdings nicht zu Dortmund, sondern zu Hörde. Die Rombergs waren die Holzrichter in der Eichlinghofer Mark, Hacheneyer Mark und der Bittermark. Eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle der Rombergs waren die Mühlen an der Emscher.

Schon früh wurden die oberflächennahen Kohleflöze des Ardeys abgebaut. Die Rombergs entwickelten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem der größten Bergwerksbesitzer im Ruhrgebiet. Sie betrieben zunächst Stollenbergbau und gingen dann mit fortschreitender Industrialisierung zu Tiefbau über. Die mit dem Bergbau verbundene Umweltverschmutzung und die auftretenden Bergschäden ließ die Familie später von Förderern des Bergbaus zu Kritikern werden. Hier liegt auch der Grund für den Umzug der Familie nach Schloss Buldern.

Auch geschickte Heiratspolitik zeichnete die Familie aus. Durch die Verbindung von Caspar von Romberg mit Anna Theodora von Viermund gelangte deren gemeinsamer Sohn Conrad Philipp in den Besitz des Schlosses Bladenhorst im Amt Castrop. Ebenso erwarb Conrad Philipp die Adelssitze Haus Colvenburg bei Billerbeck, Haus Dönhoff bei Wengern und Haus Wiesche in Bochum.

Die Rombergs waren Patronatsherren der Kirche in Wellinghofen.

Mitglieder der Familie taten auch in der Verwaltung und Politik ihren Dienst. Gisbert von Romberg I. war während der französischen Herrschaft Präfekt des Ruhrdepartements.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber drei im Schächerkreuz stehende, durch einen goldenen Ring verbundene rote Büffelohren. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein mit dem Schildbild belegtes Schildchen zwischen einem roten und einem silbernen Büffelhorn, die außen mit je vier Kugeln verwechselter Farbe bestückt sind.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Brünninghausen befindet sich heute noch südlich des Torhauses der botanische Garten Rombergpark, in Hacheney das städtische „Gisbert-von-Romberg-Kolleg“ mit den Fachbereichen Soziales, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Nahrung und Gastgewerbe.

Besitztümer der Familie Romberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den genannten Adelssitzen und Häusern gehörten jeweils umliegende Ländereien und angeschlossene Wirtschaftsbetriebe.

Märkischer Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordelbischer Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gut Werthemine
  • Gut Gammelgaard
  • Gut Rumohrshof
  • Gut Prieshold
  • Gut Kuplin

Limburger Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Livländischer Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadthöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heere’manscher Hof (Münster)
  • Bladenhorster Hof, auch Kleiner Romberg’scher Hof (Münster)
  • Romberger Hof (Bonn)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Reininghaus: Das wirtschaftliche Handeln der Familie von Romberg im 17. bis 20. Jahrhundert. in: zeitenblicke 4. 2 (2005), online abrufbar
  • Wilhelm Hücker: Zur Geschichte des Hauses Brünninghausen. In: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 64. 1968.
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XII, Band 125 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2001, ISSN 0435-2408.
  • Die Familie von Romberg. In: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark. Band 5, Witten 1892, S. 105–120.
  • Claude Anspach: Frédéric baron de Romberg. Seigneur de Machelen Sainte-Gertrude 1729-1819. in: Le Parchemin. n° 291, Brüssel 1994, S. 161–181.
  • Anton Fahne, Die Herren und Freiherren v. Hövel -- Tafel XIV. Stammtafel der Familie v. Romberg

Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser 1876 S.635ff 1877 S.714ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Westfäl. Urkundenbuch VII, Nr. 706
  2. Westfäl. Urkundenbuch VII. Nr. 550 und 625.
  3. Godescalus villicus de Menethen. urkundlich 1170, bei J.S. Seiberts, Urkundenbuch des Herzogtums Westfalen I, 61.