Rooten

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Als Rooten, englisch Rooting, wird das Verschaffen von erweiterten Rechten für und durch den Benutzer auf einem Gerät mit Unix-artigem Betriebssystem bezeichnet.[1] Das Wort leitet sich vom Adminstrator-Konto ab, das auf Unix und Unix-artigen Betriebssystemen Root-Konto heißt.

Insbesondere auf Smartphones und Tabletcomputern mit Linux- oder BSD-basierten mobilen Betriebssystemen ist der Zugang zum Root-Konto normalerweise aus Sicherheitsgründen nicht eingerichtet. Rooten ist somit u. a. auf Android[2][3][4][5] und iOS verbreitet. Auf letzterem wird dieser Vorgang jedoch durch zusätzliche Sperren erschwert und heißt dort Jailbreak.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geräte mit sogenannten mobilen Betriebssystemen wie Android oder iOS werden üblicherweise mit eingeschränkten Benutzerrechten ausgeliefert. Die Sicherheitsarchitektur des Systems verhindert auf diese Weise, dass der Benutzer oder durch den Benutzer installierte Apps unmittelbaren Zugriff auf Systemdaten und die Daten anderer Apps erhalten. So können zum Beispiel in den Systemeinstellungen gespeicherte WLAN-Zugangsdaten nicht von Benutzer-Apps ausgelesen, verändert oder gelöscht werden. Auch können der Benutzer oder durch ihn installierte Apps die vom Hersteller auf einer System-Partition gespeicherten Daten und Apps nicht verändern. Mit Root-Zugriff können solche Beschränkungen aufgehoben werden.[6]

Wenige und zumeist kleinere Hersteller liefern ihre Geräte bereits gerootet (auch als pre-rooted bezeichnet) aus. Sogenannte Custom-ROMs wie z. B. CyanogenMod bzw. LineageOS, die das vorinstallierte System komplett ersetzen, sind in der Regel schon pre-rooted oder der Rootzugriff lässt sich unkompliziert aktivieren. Nur wenige Hersteller erlauben ein Rooten der Geräte bei gleichzeitigem Erhalt der Herstellergarantie. Ein Beispiel für ein ab Werk gerootetes Gerät war das Fairphone 1 mit Android 4.2 „Jelly Bean“ von 2013. Aber auch für das Fairphone 2 von 2016 gibt es die Möglichkeit zum Rooten durch ein offizielles Abbild von Android „Fairphone OS Open,“ das vom Benutzer ohne Verlust der Garantie selbst aufgespielt werden kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolay Elenkov: Android Security Internals: An In-Depth Guide to Android's Security Architecture. No Starch Press, 2014, ISBN 978-1-59327-581-5, S. 349 ff. (englisch, google.com).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. N. Asokan, Lucas Davi, Alexandra Dmitrienko, Stephan Heuser, Kari Kostiainen, Elena Reshetova, Ahmed-Reza Sadeghi: Mobile Platform Security. Morgan & Claypool Publishers, 2013, ISBN 978-1-62705-098-2, S. 42 (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. Stephan Verclas, Claudia Linnhoff-Popien: Smart Mobile Apps: Mit Business-Apps ins Zeitalter mobiler Geschäftsprozesse. Springer-Verlag, 27 November 2011, ISBN 978-3-642-22259-7, S. 231–.
  3. Rainer Hattenhauer: Das Android Smartphone: 10 Lektionen für Einsteiger. Pearson Deutschland GmbH, 2011, ISBN 978-3-8273-3077-2, S. 274–.
  4. c't-Redaktion: c't Android 2015: Der Praxis-Guide. Heise Zeitschriften Verlag GmbH & Co. KG, 20. Januar 2015, ISBN 978-3-95788-030-7, S. 127–.
  5. Chip Online: Android rooten: Vorteile und Nachteile
  6. Guojun Wang, Albert Zomaya, Gregorio Martinez Perez, Kenli Li: Algorithms and Architectures for Parallel Processing: ICA3PP International Workshops and Symposiums, Zhangjiajie, China, November 18-20, 2015, Proceedings. Springer International Publishing, 18 November 2015, ISBN 978-3-319-27161-3, S. 154–.