Rosoppe

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Rosoppe
Daten
Gewässerkennzahl DE: 41784
Lage Landkreis Eichsfeld, Thüringen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Frieda → Werra → Weser → Nordsee
Quelle südlicher Ortsrand von Flinsberg (Heilbad Heiligenstadt)
51° 18′ 57″ N, 10° 11′ 24″ O
Quellhöhe ca. 430 m ü. NN [1]
Mündung im Gemeindegebiet von Geismar
in die FriedaKoordinaten: 51° 14′ 1″ N, 10° 9′ 14″ O
51° 14′ 1″ N, 10° 9′ 14″ O
Mündungshöhe 194,4 m ü. NN [1]
Höhenunterschied ca. 235,6 m
Sohlgefälle ca.  21 ‰
Länge 11,3 km[2]
Einzugsgebiet 49,7 km²[3]
Gemeinden Flinsberg, Martinfeld, Ershausen, Geismar

Die Rosoppe ist ein rechtsseitiger bzw. nördlicher Zufluss der Frieda im Landkreis Eichsfeld in Nordwestthüringen (Deutschland).

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rosoppe verläuft ausschließlich im Obereichsfeld und im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Die Quelle befindet sich am südlichen Ortsrand von Flinsberg unterhalb des Warteberges (516 m). Ein weiterer Quellarm entspringt im Keffergraben unterhalb der Ibenkuppe.[4]

Die Rosoppe durchfließt zunächst in südlicher Richtung Martinfeld und weiter in südsüdwestlicher Richtung Ershausen. Danach streift sie noch die Gemarkung von Wilbich und mündet westlich von Geismar in die Frieda, ungefähr 300 m flussabwärts mündet die aus nordwestlicher Richtung kommende Rode in die Frieda. Beide Flüsse entwässern und prägen die Landschaft des Rosoppe-Frieda-Hügellandes innerhalb des Südeichsfeldes.

Südlich von Martinfeld und Ershausen sind Flächen der Rosoppeniederung als vorläufige Überschwemmungsgebiete ausgewiesen. [5]

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Bäche fließen der Rosoppe zu:

  • namenloser Bach (li), vom Klüschen Hagis kommend
  • Schlossbach (re), bei der Grabenmühle aus Richtung Bernterode kommend (im Oberlauf auch Rosenbach und Nesselgraben)
  • Guten Born (li), in Ershausen
  • Krombach (re), in Ershausen aus Richtung Krombach
  • Tiefenbach (re), in Ershausen aus Richtung Misserode
  • Wildebach (li), zwischen Ershausen und Geismar aus Richtung Wilbich

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quellgebiet befindet sich am Rand der Obereichsfelder Muschelkalkplatte und bildet mit seinen kleinen Nebenarmen enge Erosionstäler. Nach etwa einem Kilometer verläuft sie kurz im oberen und danach im mittleren Buntsandstein. Zwischen Ershausen und Geismar durchbricht sie wieder Muschelkalkgestein der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone.[6]

Wassermühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Rosoppe wurden zahlreiche Wassermühlen betrieben:

  • Ascheröder Mühle zwischen Flinsberg und Martinfeld
  • Rasenmühle, Dorfmühle, Grabenmühle in Martinfeld
  • Eßmühle in Ershausen
  • Griesmühle zwischen Ershausen und Geismar

Die Graben- und die Eßmühle sind noch heute in Betrieb.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rosoppe wurde 1609 erstmals als rosopsse schriftlich erwähnt. Der Wortteil -ros kommt aus dem alt- und mittelhochdeutschen und steht für Ross oder Pferd. Die Herkunft des Bestimmungswortes -apa ist nicht eindeutig geklärt, ein germanischer Ursprung wird einer keltische Herkunft vorgezogen.[7]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der gesamten Rosoppe führt die Landesstraße 1007 von Heiligenstadt kommend bis zur Landesgrenze nach Hessen. Planungen für einen Radweg von Martinfeld flussabwärts sind in Vorbereitung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Thüringer Landesanstalt für Umwelt (Hrsg.): Gebiets- und Gewässerkennzahlen Verzeichnis und Karte. Jena 1998; 26 S.
  3. Thüringer Landesanstalt für Umwelt (Hrsg.): Gebiets- und Gewässerkennzahlen (Verzeichnis und Karte). Jena 1998. 26S.
  4. (PDF; 1,2 MB) In: Katrin Wagenführ: Die Flurnamen um Martinfeld, Bernterode und Kalteneber, Jena 2005, S. 120–121
  5. Thüringer Wasserhaushaltsgesetz mit Karte PDF
  6. Hydrogeologische Karte Thüringens der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (PDF; 4,37 MB) (Landkreisweise sind noch feinere Karten erhältlich.)
  7. Erhard Müller: Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt. Heilbad Heiligenstadt 1989, S. 54