Ershausen

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Ershausen
Gemeinde Schimberg
Wappen von Ershausen
Koordinaten: 51° 15′ 28″ N, 10° 9′ 56″ O
Höhe: 232 m ü. NN
Einwohner: 1265 (2008)[1]
Eingemeindung: 30. Juli 1997
Postleitzahl: 37308
Vorwahl: 036082
Karte
Lage von Ershausen in Schimberg
Bild von Ershausen
Blick zur Kirche und den Oberhof

Ershausen ist der Kern-Ortsteil von Schimberg im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ershausen liegt im Tal der Rosoppe am Fuße des Westerwaldes im Südeichsfeld ungefähr 13 Kilometer südlich von Heilbad Heiligenstadt. Die Landschaft wird durch die umliegenden Berge geprägt, darunter dem Schimberg (457 m) im Nordosten, dem Heuberg (430 m) im Osten, dem Winterberg (368 m) im Südwesten und dem Tierberg (363 m) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ershausen wurde bereits am 22. Juni 1272 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Über die weitere Entwicklung gibt die Webseite der Gemeinde Auskunft.[3] Die Herren von Hanstein hatten hier auch Besitzungen. Ab dem 16. Jahrhundert gaben sie die Burg Hanstein auf und kamen auch nach Ershausen.

Das St. Johannesstift in Ershausen wurde 1884 als Stiftung gegründet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 93 Kinder und Jugendliche, die zu den 200 im St.-Johannes-Stift Ershausen untergebrachten geistig behinderten Menschen gehörten, im Jahre 1939 im Rahmen des „Euthanasie“-Mordprogramms deportiert.[4]

Von 1914 bis 1947 war Ershausen an die Bahnstrecke Heiligenstadt–Schwebda mit einem eigenen Bahnhof angeschlossen. Die Einstellung des Bahnbetriebes und Demontage der Gleisanlagen erfolgte im Jahr 1947 auf Anordnung der Sowjetischen Militäradministration.

Ritter von Ershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 13. bis 15. Jahrhundert wurden mehrfach Adlige oder Ritter von Ershausen in Urkunden erwähnt, ob sie hier einen befestigten Herrensitz (Kemenate) besaßen, ist nicht sicher belegt. Mitte des 14. Jahrhunderts waren mehrere Herren von Ershausen Teilpfandinhaber von Amt und Vogtei der Burg Bischoffstein, bis diese schließlich das erbliche Burgmannslehen erhielten.[5][6] Letztmals wurde 1476 ein Hildebrand von Ershausen genannt.[7] Lehensnachfolger war Hans von Hanstein, die Herren von hanstein waren ab dem 16. Jahrhundert mit zwei Linien in Ershausen (Unter- und Oberhof) ansässig. Vertreter der Familie waren:

  • Otto von Ershausen (1293)[8]
  • Apel von Ershausen (1336 bis 1344) mehrfach in Urkunden genannt, (1337) Amtmann zu Treffurt[9]
  • Hermann von Ershausen (Ritter 1362) und seine Brüder Otto und Hans (Edelknechte) waren Pfandnehmer über 12 Hufen Land[10]
  • Brüder Otto und Johann von Ershausen (1367)
  • (derselbe) Hermann (1400) Burgherr auf Burg Greifenstein[11]
  • Brüder Apel und Hildebrand von Ershausen (vor 1436), besaßen Lehensgüter in Lengenfeld unterm Stein, die von den Herren von Hanstein übernommen wurden[12]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche von 1908
  • Fachwerkhäuser im Dorf und am Anger
  • Schullandheim (der ehemalige Hansteinsche Oberhof)
  • St. Johannisstift, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung
  • Freibad
  • Guteborn- Kapelle und -Quelle
  • Rastplatz auf dem Heuberg

Söhne und Töchter von Ershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Gabel, Manuel Müller, Bernd Monecke, Alois Hoffmann, Christoph Hoffmann, Hans Lüders: 100 Jahre Konsekration 2011. St. Philippus und Jakobus zu Ershausen. Ershausen 2011, 76 Seiten, ca. 100 Abbildungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Schimberg. Stand 2008, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 71
  3. Ershausen auf der offiziellen Webseite der Gemeinde Schimberg Abgerufen am 15. Juni 2012
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 43, ISBN 3-88864-343-0
  5. RIplus Regg. EB Mainz 2,1 n. 897, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 14. September 2017)
  6. Helmut Mecke (Hrsg.): Carl Philipp Emil von Hanstein – Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein. Reprint d. Originalausgabe von 1856/57, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2007; Seite 137
  7. Johann Wolf: Eichsfeldisches Urkundenbuch nebst der Abhandlung von dem Eichsfeldischen Adel. Göttingen, 1819, S. 12
  8. Helmut Mecke (Hrsg.): Carl Philipp Emil von Hanstein – Urkundliche Geschichte des Geschlechts der von Hanstein. Reprint d. Originalausgabe von 1856/57, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2007; Seite 140
  9. RIplus Regg. EB Mainz 1,2 n. 3710, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 19. September 2017)
  10. RIplus Regg. EB Mainz 2,1 n. 1540, in: Regesta Imperii Online (Abgerufen am 14.September 2017)
  11. Registereintrag "Ershausen: Hermann von", in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe, URI: http://www.ingrossaturbuecher.de/id/person/5415 (Zugriff am 18. April 2017)
  12. Gerechtigkeitshäuser in Lengenfeld unterm Stein (Teil 1) auf eichsfeld-archiv