Rudolf Bornemann (Münzmeister)

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Rudolf Bornemann (auch: Rudolph Bornemann;[1] * 20. Februar[2] oder 2. März 1650 in Zellerfeld im Harz;[3]6. August 1711 ebenda) war ein deutscher Münzmeister[2] und Kommunalpolitiker.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Bornemann war ein Sohn des Rechtsanwaltes und in Zellerfeld tätigen Zehntners Martinus Bornemann, der später als Kammermeister am Hofe zu Hannover wirkte, und der Anna Elisabeth Hekenberg, Tochter des in Osterode tätigen Fürstlich Braunschweig-Lüneburgischen Eisenfaktors Heinrich Hekenberg und dessen Ehefrau Lucia Nergen. Seine Großeltern väterlicherseits waren der Osteroder Kaufmann und Ratsherr Tilo Bornemann und dessen Ehefrau Anna Pilgrim.[4]

Nach der Taufe wurde Bornemann zunächst von seinen Eltern erzogen, die ihn dann erst in Hannover in „fundamentis pietatis & studijs humanioribus“ und anschließend in Kirchberg bei dem jungen Joachim Wilhelm von Campen unterweisen ließ. Anschließend erlernte er drei Jahre lang das Probier- und Münzwesen bei dem in Clausthal tätigen Münzmeister Henning Schlüter und unternahm dann eine Studienreise an die Berg- und Hüttenwerke und zu den Münzprägestätten in Sachsen, um anschließend wieder zu seinen Eltern nach Hannover zu gehen.[4]

Von 1670 bis 1673 wirkte Bornemann zunächst als Münzwardein in Clausthal,[3] bevor er im Alter von 23 Jahren durch Herzog Johann Friedrich im Jahr 1673 zunächst zum Münzmeister von Hannover ernannt wurde, bevor er ab 1676 – und anfangs noch für ein halbes Jahr auf für die Münze Hannover[4] – bis 1711 als Communion-Münzmeister in Zellerfeld arbeitete.[3] Zeitweilig parallel dazu wirkte er von 1685 bis 1704 in Goslar[5] sowie von 1686 bis 1708 kommunalpolitisch als Ratsherr und Kämmerer[3] oder als Senator in Zellerfeld.[6]

Bornemanns Münzmeisterzeichen war RB.[5]

Jahre vor seinem Tod breitete sich über Rudolf Bornemann eine zunehmende Schwäche aus, die ihm am Körper und im Gesicht anzusehen war. Lange nahm er Medikamente und unterzog sich einer Kur mit saurem Brunnenwasser aus Pyrmont. Dies stabilisierte zeitweilig seinen Zustand, jedoch litt er bald unter Magenbeschwerden und verschiedenen, sich gegenseitig bedingenden und verstärkenden Krankheiten, die der Bergmedicus Wilhelm Mechov mit unterschiedlichen Methoden behandelte. Im Alter von gut 61 Lebensjahren starb Bornemann.[4] Er wurde am 11. August 1711 in Zellerfeld bestattet.[3][6]

Nach Bornemanns Tod bekleideten in den Quartalen Crucis und Lucia 1711 zwei Kommissare das Communion-Münzwesen: Der Hüttenraiter Georg Julius Töpfer und der Münzwardein Johann Albrecht Brauns versahen die unter ihnen erfolgten Prägungen mit dem Münzzeichen C für „Commission“. Ihnen folgte am 28. November 1711 Heinrich Horst als Communion-Münzmeister.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr seiner Bestellung zum Münzmeister in Zellerfeld verlobte sich Bornemann auf Anraten seiner Eltern am 2. April 1676 mit der seinerzeitigen Jungfrau Catharine Elisabeth Kukucks[4] beziehungsweise Katharina Elisabeth Kuckuck († 1687), Tochter des in Hannover tätigen Kurfürstlichen Kämmerers Franz Kuckuck und dessen erster Ehefrau Katharine, geborene Schlotheuer. Nach der Hochzeit in Hannover wurde dem Ehepaar am 26. Oktober 1684 die Tochter Margarete Johanne geboren, die den Forstschreiber Georg Christoph Knackstedt in Zellerfeld heiratete, aber bald darauf starb.[7] Von Bornemanns fünf Töchtern starben zwei schon in früher Kindheit, die drei anderen heirateten, jedoch nur zwei davon überlebten ihren Vater.[4]

Am 28. August 1688 heiratete Bornemann in Hannover seine zweite Ehefrau die damalige Jungfer Marie Margarethe Klauen, Tochter des Juristen und Kammer- und Amtsadvokat Heinrich Klauen. Seine zweite Gemahlin zog ihre Stiefkinder auf, gebar zudem zwei weitere Töchter, von den eine ebenfalls in frühester Kindheit verstarb und die zweite bei ihrem Vater am Totenbett stehen konnte.[4]

Insgesamt war Bornemann Vater von 7 Kindern und Großvater von 6 Enkeln.[4]

Korrespondenzen in der Leibniz-Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Bornemann haben sich handschriftliche Briefe erhalten. Demnach schrieb er

Bekannte Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caspar Calvör: Pessimum Optimum Das Schlimste das Beste ... Bey Ansehnlicher Leich-Procession Der ... Fr. Margarethen Johan[n]en Knackstedts, Gebohrnen Bornemanns, Als dieselbe ... in der Blüte der Jahre Ihr Leben ... auffgeben muste, In einer Christlichen Leich-Sermon ... In der Salvatoris-Kirche zum Zellerfelde auff dem Hartz, war der 29. Aprilis 1708. / Gezeiget und auff Begehren zum Druck befodert durch Casparem Calvör, Communion-Superintendenten daselbst, Clausthal, gedruckt durch Jac. Wilcken, Chur-Fürstl. privil. Buchdr., 1708; Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
  • Heinrich Philipp Guden: Die unverrückte Gedult und Hoffnung Der gläubigen Kinder Gottes Zu guten Andencken Des ... Rudolph Bornemans Gewesener Chur- und Hoch-Fürstl. Communion-Müntz-Meisters, wie auch Rahts-Verwandten allhier, zum Zellerfelde, Welcher ... den 6. August. 1711. ... entschlaffen ... Bey der ... Trauer-Versam[m]lung in hiesiger S. Salvatoris-Kirchen vorgetragen ... / von Heinrico Philippo Gudenio, Clausthal: Clausthal, gedruckt mit Wilckischen Schrifften [Jakob Wilcke], 1733; Digitalisat der SUB

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rudolf Bornemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bornemann, Rudolf in der Deutschen Biographie
  2. a b Gerhard Schön (Hrsg.) Bornemann, Rudolf in: Biographisches Lexikon der Münzmeister, Wardeine, Stempelschneider und Medailleure
  3. a b c d e f g Angaben in der Personen- und Korrespondenz-Datenbank der Leibniz-Edition der Georg-August-Universität Göttingen
  4. a b c d e f g h Heinrich Philipp Guden: Personalia, in ders.: Die unverrückte Gedult und Hoffnung Der gläubigen Kinder Gottes Zu guten Andencken Des ... Rudolph Bornemans ..., Clausthal: Jakob Wilcke, 1733; [33,%22view%22:%22thumbnails%22} Digitalisat] der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB)
  5. a b Angaben im Projekt museum-digital mit Bezugnahme https://ikmk.smb.museum/object?id=18232502, 09.09.2018
  6. a b c Gustav Heyse: Beiträge zur Kenntniss des Harzes, seiner Geschichte, Literatur und seines Münzwesens. Eine Reihe von Abhandlungen, 2., sehr vermehrte Ausgabe, Verlag von L. Schnooks Buchhandlung, Aschersleben und Leipzig 1874, S. 101; Digitalisat über Google-Bücher
  7. Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde, Bde. 46–47 (1913); Vorschau über Google-Bücher
  8. [objektkatalog.gnm.de/objekt/Med4042 Angaben zur Medaille Nummer 4042]