Rudolf Hiestand

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Rudolf Hiestand (* 30. August 1933 in Zürich) ist ein Historiker, Diplomatiker.

Rudolf Hiestand wurde 1958 an der Universität Zürich mit einer Untersuchung über Byzanz und das Regnum Italicum promoviert. Er habilitierte sich 1972 am Lehrstuhl von Hans Eberhard Mayer an der Universität Kiel. Hiestand war als Nachfolger von Eduard Hlawitschka von 1976 bis 1998 Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 1987 bis 2005 war er Sekretär der Pius-Stiftung für Papsturkundenforschung.[1] Hiestand gilt aus ausgewiesener Spezialist in der Erforschung der Kreuzzüge, der byzantinischen Reichskirche, der Papstgeschichte sowie insbesondere der päpstlichen Urkundenpraxis und des Gesandtschaftswesens des Mittelalters. Er verantwortete die Herausgabe mehrerer maßgeblicher Bände kirchlicher Empfänger von Papsturkunden, darunter die Templer und die östlichen Kirchen der Kreuzfahrer. In diesem Bereich leistete er ebenso Grundlagenforschung wie in der Beschäftigung mit der Fälschungsproblematik mittelalterlicher Herrscher- und Papsturkunden. Auch nach seiner Emeritierung lehrte er weiterhin an der Heinrich-Heine-Universität. Zu seinen Schüler zählte u.a. Stefan Weiß.

Er ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.[2] Außerdem gehört er der Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii und dem Forschungsinstitut für Mittelalter und Renaissance (FIMUR) an der Heinrich-Heine-Universität an.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Byzanz und das Regnum Italicum im 10. Jahrhundert: Ein Beitrag zur ideologischen und machtpolitischen Auseinandersetzung zwischen Osten und Westen. Fretz & Wasmuth, Zürich 1964.
  • Die päpstlichen Legaten auf den Kreuzzügen und in den Kreuzfahrerstaaten: vom Konzil von Clermont (1095) bis zum vierten Kreuzzug. 3 Bände. Habilitationsschrift. Universität Kiel, 1972.
  • Initienverzeichnis und chronologisches Verzeichnis zu den Archivberichten und Vorarbeiten der Regesta pontificum Romanorum. Monumenta Germaniae Historica, München 1983, ISBN 3-88612-018-X.
  • Initien- und Empfängerverzeichnis zu Italia pontificia I–X. Monumenta Germaniae Historica, München 1983, ISBN 3-88612-017-1.
  • Gott will es! – will Gott es wirklich?: die Kreuzzugsidee in der Kritik ihrer Zeit. (= Beiträge zur Friedensethik. Band 29). Kohlhammer, Stuttgart/ Berlin/ Köln 1998, ISBN 3-17-015406-0.

Aufsätze

  • Das feierliche Privileg Hadrians IV. für das Kanonissenstift Fischbeck vom 11. Mai 1158: zugleich ein Beitrag zur Fälschungsproblematik von Papsturkunden aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. In: Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde. Band 41, 1995, S. 73–103.

Herausgeberschaften

  • mit Klaus Herbers und Theodor Schieffer: Regesta pontificum Romanorum. 12 Bände, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.
  • Papsturkunden für Templer und Johanniter. 2 Bände. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.
  • Papsturkunden für Kirchen im Heiligen Lande. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3-525-82417-3.
  • Das Buch in Mittelalter und Renaissance. (= Studia humaniora. Band 19). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-0824-3.
  • Hundert Jahre Papsturkundenforschung: Bilanz – Methoden – Perspektiven. (= Akten eines Kolloquiums zum Hundertjährigen Bestehen der Regesta Pontificum Romanorum 1996 in Göttingen). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-82533-1.
  • mit Heinz Finger (Hgg.): Bischöfe, Klöster, Universitäten und Rom. Gedenkschrift für Josef Semmler (1928–2011) (Libelli Rhenani 41), Köln 2012, ISBN 978-3-939160-35-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hiestand beim Verlag Vandenhoeck & Ruprecht
  2. Hiestand bei der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  3. Liste im Webauftritt der Regesta Imperii