Rundblättriges Hellerkraut

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Rundblättriges Hellerkraut
Rundblättriges Hellerkraut (Noccaea rotundifolia)

Rundblättriges Hellerkraut (Noccaea rotundifolia)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Noccaeeae
Gattung: Täschelkräuter (Noccaea)
Art: Rundblättriges Hellerkraut
Wissenschaftlicher Name
Noccaea rotundifolia
(L.) Moench

Das Rundblättrige Hellerkraut oder Rundblättriges Täschelkraut (Noccaea rotundifolia) ist eine Pflanzenart aus der Täschelkräuter (Noccaea) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Atlas der Alpenflora
Blütenstand mit den vierzähligen Blüten im Detail
Rundblättriges Hellerkraut (Noccaea rotundifolia)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rundblättrige Hellerkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 15 Zentimetern. Sie weist zahlreiche kriechende Stängel auf. Meist bildet sie sterile Blattrosetten und aufrechte Blühtriebe.

Die Laubblätter sind dunkel- bis bläulich-grün, etwas fleischig, ganzrandig oder schwach gezähnt und kahl. Die rundlichen Blätter haben einen aromatischen, kresseartigen Geschmack und werden von den Gämsen gerne gefressen, daher auch der Trivialname Gämskress.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird ein doldiger Blütenstand, der sich bis zur Fruchtreife ein wenig verlängert, gebildet. Es werden schon im Herbst Blütenanlagen vorgebildet, deshalb blüht das Rundblättrige Hellerkraut schon gleich nach dem Ausapern. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

Die zwittrigen, wohlriechenden Blüten sind vierzählig. Besonders bei Sonnenschein verströmt sie einen süßen, schweren, an Levkojen erinnernden Duft. Die vier freien lilafarbenen Kronblätter sind 6 bis 9 Millimeter lang. Die Staubbeutel sind gelb.

Die fast ungeflügelte Schötchen sind 4 bis 8 Millimetern länglich und scharf gekielt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rundblättrige Hellerkraut gedeiht in Höhenlagen von 1500 bis 3400 Metern und kommt in der ganzen Alpenregion vor.

Als Standort werden Kalkschutthalden bevorzugt und ist namensgebende Charakterart der Steinschuttgesellschaften. Das Rundblättrige Hellerkraut ist ein Schuttwanderer mit bis 40 Zentimeter tiefer Pfahlwurzel und durch den Schutt kriechenden, unbewurzelten Trieben, die bei Abriss von der Hauptwurzel zugrunde gehen. In sehr beweglichem Schutt oft nur noch diese Art. Noccaea rotundifolia ist eine Charakterart des Thlaspietum rotundifolii.[1]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Iberis rotundifolia durch Carl von Linné. Die Neukombination zu Noccaea rotundifolia (L.) Moench wurde 1802 durch Conrad Moench veröffentlicht. Weitere Synonyme für Noccaea rotundifolia (L.) Moench sind: Hutchinsia rotundifolia (L.) W.T.Aiton, Iberidella rotundifolia (L.) Hook. f., Thlaspi cepaeifolium subsp. grignense Greuter & Burdet, Thlaspi cepaeifolium subsp. rotundifolium (L.) Greuter & Burdet, Thlaspi lerescheanum (Burnat) A.W.Hill, Thlaspi rotundifolium (L.) Gaudin, Thlaspi rotundifolium subsp. rotundifolium (L.) Gaudin, Thlaspi rotundifolium var. lerescheanum Burnat.[2][3] Das Artepitheton rotundifolia bedeutet rundblättrig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 449–450.
  2. Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3, S. 549.
  3. Noccaea rotundifolia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 26. Oktober 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rundblättriges Hellerkraut (Noccaea rotundifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien