São Leopoldo

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São Leopoldo
Koordinaten: 29° 46′ S, 51° 9′ W
Karte: Brasilien
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São Leopoldo

São Leopoldo auf der Karte von Brasilien

Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio Grande do Sul
Stadtgründung 25. Juli 1824
Einwohner 212.498 (2006)
Stadtinsignien
Brasao Sao Leopoldo.jpg
Bandeira Sao Leopoldo.jpg
Detaildaten
Fläche 102 km2
Bevölkerungsdichte 2077 Ew./km2
Höhe 26 m
Gewässer Rio dos Sinos
Zeitzone UTC-3
Stadtvorsitz Ary José Vanazzi
Website saoleopoldo.rs.gov.br www.saoleopoldo.rs.gov.br/ saoleopoldo.rs.gov.br

São Leopoldo gehört zum Ballungsraum von Porto Alegre im südlichsten brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Die nach Maria Leopoldine von Österreich benannte Stadt hat rund 210.000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

São Leopoldo hat die Koordinaten 29° 46' Süd und 51° 09' West. Es liegt im Tal des Rio dos Sinos 35 km nördlich von Porto Alegre und 10 km südlich von Novo Hamburgo.

Die Fläche beträgt 102 km² und es liegt 26 m über dem Meeresspiegel. Das Klima ist subtropisch mit einer mittleren Jahrestemperatur von 19 °C.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1824[1] erreichten die ersten 39 (oder 126, lt. anderer Quelle) deutschen Einwanderer die Feitoria, ein nicht mehr funktionierendes Staatsgut, in der dann so genannten Colonia Alemã de São Leopoldo. Das Koloniegebiet reichte (heutige Städtenamen) von Esteio im Süden bis Caxias do Sul im Norden, von Taquara im Osten bis Porto dos Guimarães (São Sebastião do Caí) in Westen. Weitere Einwandererwellen besiedelten die Region. Sie galten als sehr arbeitsam und arbeiteten nicht nur als „Bauern“, sondern auch als „Handwerker“. Bis 1830 waren schon 3700 Einwanderer gekommen. Von 1835 bis 1844 geriet die Kolonie in Bürgerkriegswirren und wurde fast ausgelöscht. Es wurden aber weitere Auswanderungswillige in Deutschland gesucht, ihnen wurde vom brasilianischen Staat freie Überfahrt, Land (130 acres), Saatgut und Geld für die ersten zwei Jahre gegeben. Schon am 1. April 1846 wurde die Stadt gegründet, d.h. unabhängig von Porto Alegre.

1923 hielt sich hier Ferdinand Schröder auf, der spätere Leiter der Zentralstelle für die evangelische Auswandererbetreuung und Mitglied des Südamerika-Ausschusses der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands.[2]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die handwerkliche Produktion bildete den Kern einer frühen Industrialisierung, mit heute breit gefächerter Produktion. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 1,2 Mrd. Reais (FEE/2001)

Kurz vor der Jahrtausendwende wurde die Stadt an das S-Bahn-Netz Trensurb von Porto Alegre angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universidade do Vale do Rio dos Sinos (Unisinos) ist eine wichtige Universität in Rio Grande do Sul.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Igreja Nossa Senhora da Conceição, katholische Kirche im neogotischen Stil von 1865.
  • Igreja de Cristo, evangelische Kirche im neogotischen Stil von 1911.
  • Santuário Sagrado Coração do Jesus, katholische Kirche, erbaut 1958–1968, im Inneren: Grab von P. Johann Baptist Reus, daneben: Jesuiten-Friedhof.
  • Sociedade Orpheu, ältester Gesellschafts-Club Brasiliens, gegründet 1858.
  • Ponte 25 de Julho, historische Eisenbrücke über den Sinos-Fluss.
  • Praça do Imigrante, Platz mit dem Einwandererdenkmal von 1924.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museu histórico Visconde de São Leopoldo, Historisches Museum zur Geschichte der Einwanderung und Kolonisation in São Leopoldo, gegründet 1959, seit 1985 in einem Neubau, enthält außerdem ein historisches Archiv mit 140.000 Dokumenten, 38.000 Zeitungen, 13.000 Fotografien und einer Bibliothek von 9.000 Bänden über die Geografie, Geschichte, Kunst und Kultur von Rio Grande do Sul.
  • Casa do Imigrante, Gebäude der ehemaligen Feitoria (Fabrik) von 1788, diente als provisorische Unterkunft der ersten deutschen Einwanderer 1824, im März 1992 unter Denkmalschutz gestellt, beherbergt heute ein Museum mit Gegenständen zur deutschen Einwanderung, darunter Möbel, Waffen, Haushaltsgerät, landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge.
  • Museu do Trem, Eisenbahn-Museum im alten Bahnhof von 1874, enthält Dokumente und Gegenstände zur Geschichte der Eisenbahn in Rio Grande do Sul, darunter historische Eisenbahnwagen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Stricker. Die deutsche Colonie Sao Leopoldo in Südbrasilien In: Robert Prutz (Hg.). Zeitschrift für Literatur, Kunst und öffentliches Leben. Jahrgang 1. 1851. Oktober - December. Leipzig. Hinrichs'sche Buchhandlung. S. 279–285 (Online: [1] Abgerufen am 18. Dezember 2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: São Leopoldo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.auswanderung-rlp.de/auswanderung-nachbrasilien/19-jahrhundert/reise-und-ankunft-in-brasilien.html Reise und Ankunft in Brasilien
  2. Biografie Hans Wilhelm Ferdinand Schröder, Dr. phil., Evangelischer Pfarrer über die Archivsoftware Midosa der Archivschule Marburg