Séparée (Magazin)

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Séparée: Erotik ist weiblich.
Séparée
Beschreibung Erotikmagazin für Frauen
Fachgebiet Sexualität
Sprache DeS
Verlag UNA GlitzaStein GmbH (Deutschland)
Hauptsitz Berlin
Erstausgabe Juni 2014
Gründer Ute Gliwa, Janina Gatzky
Erscheinungsweise 4× jährlich
Weblink www.separee.com
ISSN (Print)

Séparée: Erotik ist weiblich. ist ein deutsches Erotikmagazin. Es wurde 2014 in Berlin als Hochglanzmagazin für Frauen von Ute Gliwa und Janina Gatzky im eigenen Verlag UNA GlitzaStein GmbH gegründet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zu Séparée entstand 2013 in Berlin. Die promovierte Übersetzerin Janina Gatzky suchte vergeblich nach einem Erotikmagazin für Frauen.[1] Zusammen mit Ute Gliwa recherchierten die beiden Frauen den Markt.[2] Bereits in den 1970er-Jahren entstand das Magazin Playgirl, dessen Leserschaft aber im Laufe der Jahre homosexuelle Männer dominierten. 2004 wurde Playgirl in Deutschland wieder eingestellt. 2008 erschien das Magazin „Alley-Cat“ zunächst als Diplomarbeit,[3] wurde dann für einige Ausgaben von Burda verlegt. Das „Jungsheft“ aus Köln, gemäß Untertitel ein „Porno für Mädchen“,[4] ist nur auf Bestellung verfügbar.

Gatzky und Gliwa entwarfen die erste Ausgabe von Séparée.[5] Die Idee, ein Heft selbst zu produzieren, wurde umgesetzt.[6] Die Finanzierung der ersten Ausgaben erfolgte teilweise über Crowdfunding.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Séparée gibt als Kernzielgruppe das Alter zwischen 25 und 50 Jahren an,[8] im Fokus stehe jedoch eher ein „Zielthema“: Die Publikation richte sich demnach an Frauen mit einem Bedürfnis nach Sinnlichkeit, Lust und Erotik.[9] Das Alleinstellungsmerkmal der weiblichen Zielgruppe unter den zahlreichen Erotikmagazinen führte zu einer in Relation zur Auflage umfangreichen Rezeption in den Medien.

In der MDR-TalkshowUnter uns“ wurde mit den Gründerinnen diskutiert, wie die Zeitschrift entstand und die Lücke von „Erotik mit Charme und Niveau“ für weibliche Ansprüche füllt.[10][11] Öffentlich leicht zugänglicher nackter weiblicher Haut stellt das Magazin aus Sicht der FAZ männliche Erotik gegenüber.[12] Die Deutsche Welle hob bei einer Betrachtung von Séparée hervor, dass eine Erektion nicht sichtbar sein darf, um nicht als Pornografie deklariert werden zu müssen.[13] Das Magazin beinhaltet Kurzgeschichten, Interviews und weitere Beiträge und populärwissenschaftliche Texte, die das Thema Erotik und Sexualität aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und zur Inspiration anregen wollen. Katja Hertin, Chef-Redakteurin der Frauenzeitschrift Donna aus dem Burda-Verlag, sieht die „verschiedenen Tonarten der Texte“: „bei Séparée darf Sex mitunter auch komisch oder peinlich sein“.[14] Die Welt am Sonntag beschreibt die Fotostrecken mit „nicht unrealistisch gestählten oder auffällig jungen“ männlichen Models, die von einer weiblichen Fotografin abgelichtet werden, als „angenehm unkitschig“.[15] Frauen entblößen sich in der Zeitschrift nach Ansicht des Spiegel „eher gedanklich“, auch wenn Fotos auf der Titelseite immer Paare zeigen.[9] Die taz sieht das Magazin sich dabei „auf einem konventionellen Pfad“ einpendeln. „Séparée bleibt brav“, was sich auch in der Sprache zeigt: statt weibliche Geschlechtsteile zu benennen, „wird verschämt von der Scham gesprochen“.[16]

Layout[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heftformat: 210 mm Breite / 270 mm Höhe plus 3 mm Beschnitt zu allen vier Seiten (im Offsetdruck mit Klebebindung)
  • Satzspiegel: 177 mm Breite / 234 mm Höhe

Vertriebswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Séparée wurde im Juni 2014 mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren gestartet.[15] Das 100-seitige Magazin ist mit vier Ausgaben pro Jahr[17] nahezu im ganzen deutschen Sprachraum erhältlich.[12][18]

Laut einer unbestätigten Mediaanalyse soll die Online-Ausgabe des Magazines, nach Angabe des Verlages, über 7 Mio. Leser pro Ausgabe erreichen, was in etwa einem Spread von 7 % innerhalb der weiblichen Bevölkerung des gesamten deutschsprachigen Raumes entspräche.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julian Heck: Warum es Erotikmagazine für Frauen nicht leicht haben In: Wirtschaftswoche. 28. April 2015.
  2. Tatjana Kerschbaumer: „Erotik gibt’s nur für Männer“ In: Der Tagesspiegel. 19. Juni 2015.
  3. Antje Hildebrandt: Im weiblichen Kopfkino der Lust. In: Die Welt. 22. Mai 2008.
  4. Michael Krause: Sex-Magazine Giddyheft und Jungsheft sind die Ü30-Bravo In: Der Tagesspiegel. 31. Mai 2013.
  5. Zwischen Playboy und Vogue: ein eigenes Magazin verlegen 11. Dezember 2015.
  6. Manuela Pauker: "Séparée": Lustvoller Titel für Frauen In: Werben & Verkaufen. 6. Juni 2014.
  7. Crowdfunding-Initiative zu Séparée
  8. a b Mediadaten auf der Homepage des Anbieters
  9. a b Alexander Kühn: Lustobjekt Hanswurst. In: Der Spiegel. Nr. 5, 2015 (online).
  10. Die Gäste der Sendung. In: Unter uns – Geschichten aus dem Leben. MDR, 8. April 2016, archiviert vom Original am 13. April 2016; abgerufen am 26. September 2017.
  11. Ute Gliwa, Janina Glatzky: Erotik für die Frau. In: Unter uns – Geschichten aus dem Leben. MDR, 8. April 2016, archiviert vom Original am 11. April 2016; abgerufen am 26. September 2017.
  12. a b Sonja Kastilan: Die Lust der Frauen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. August 2015.
  13. Caroline Schmitt: Sex-Therapeutin Ann-Marlene Henning: „Liebe kann man lernen“. In: Deutsche Welle. 29. August 2015.
  14. Markus Trantow: Blattkritik: Katja Hertin, Chefredakteurin „Donna“, über „Séparée“. 24. Mai 2015.
  15. a b Nicola Erdmann: Wie geht Erotik für Frauen?. In: Welt am Sonntag. 7. Juni 2014.
  16. Janina Bembenek: Bitte nur im Schlafzimmer. In: Die Tageszeitung. 6. Juni 2014.
  17. Vertrieb Séparée In: BPV Medien.
  18. Newcomer-Zeitschrift Séparée erweitert Vertriebswege. 29. August 2014.