Süderstapel

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Süderstapel
Gemeinde Stapel
Wappen von Süderstapel
Koordinaten: 54° 21′ 1″ N, 9° 13′ 6″ O
Höhe: 6 m
Fläche: 16,75 km²
Einwohner: 1001 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 2018
Postleitzahl: 25879, 25868, 25878
Vorwahl: 04883
Süderstapel (Schleswig-Holstein)
Süderstapel

Lage von Süderstapel in Schleswig-Holstein

Süderstapel (dänisch: Sønder Stabel) ist ein Ortsteil der Gemeinde Stapel im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Er grenzt an die beiden Kreise Dithmarschen und Nordfriesland.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süderstapel befindet sich am südlichsten Rand des Stapelholmer Geestrückens, der mit dem Twieberg in Norderstapel seinen höchsten Punkt hat. Süderstapel liegt an der Eider, so dass hier der Geestrücken bis zu 15 Meter über das angrenzende Eiderufer reicht. Auf dem Gemeindegebiet wird die Alte Sorge per Großer Schlote und Neuer Schlote in die Eider entwässert, die direkte Verbindung wird durch die Steinschleuse getrennt. Große Teile des Einzugsgebiets der Alten Sorge, wie auch der ehemalige Norderstapeler See, liegen unter dem Meeresspiegel, so dass ihr Wasser hier in die Eider geschöpft werden muss, während gleichzeitig der Fluss Eider abgedämmt ist. Am Eiderdeich selbst befindet sich eine Wehle von 1794.

Süderstapel liegt etwa 18 km südöstlich von Husum an der Bundesstraße 202 von Rendsburg in Richtung Nordseeküste. Die Eisenbahnstrecken Schleswig-Friedrichstadt (1905) und Rendsburg-Husum führten durch den Ort wurden aber 1934 bzw. 1974 eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süderstapel um 1895

In Süderstapel finden sich mehrere prähistorische Grabstätten, darunter ein Grabhügel auf dem Wollenberg, so dass die Region in dieser Zeit schon besiedelt gewesen sein muss. Süderstapel wurde wahrscheinlich um 1200 gegründet, da die Katharinenkirche aus dieser Zeit stammt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt jedoch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Süderstapel war damals Gerichtsort und nachdem die Dithmarscher die Tielenburg zerstört hatten, seit 1500 auch Sitz des Stapelholmer Landvogts. Nachdem bis ins 16. Jahrhundert die Dithmarscher vom südlichen Eiderufer die größte Gefahr für den Ort dargestellt hatten, zerstörte 1885 ein Großbrand Teile des Ortszentrums.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. März 2018 schlossen sich die Gemeinden Süderstapel und Norderstapel zur neuen Gemeinde Stapel zusammen.[1] Über die Zusammenlegung entschieden die Bürger bei einem Bürgerentscheid am 24. September 2017.[2]

Ehemalige Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die CDU nach der Kommunalwahl 2003 sechs Sitze, die SPD hatte vier und die Wählergemeinschaft WGS einen.

Nach der Kommunalwahl 2008 hatten die SPD und die Wählergemeinschaft WGS jeweils vier Sitze sowie die CDU drei Sitze. Seit der Kommunalwahl 2013 hatte die Wählergemeinschaft AfS vier Sitze, die Wählergemeinschaft WGS und die CDU hatten jeweils drei Sitze sowie die SPD einen Sitz.

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2013 war Alexander Schmitz-Neuber von der Wählergemeinschaft AfS Bürgermeister der Gemeinde. Er löste Ingo Endler von der SPD ab, der das Amt 2008 von Hans-Joachim Bellendorf von der CDU übernahm.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein aufrechter, kurzer, oben und unten mit einem Knauf abschließender, in der Mitte sich verdickender goldener Stab, der mit seiner unteren Hälfte drei silberne Wellenfäden überdeckt.“[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsgebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, es gibt jedoch auch einige Handels- und Gewerbebetriebe. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde. An der Eider befinden sich zwei Sportboothäfen mit 120 Liegeplätzen und ein Strand.

Kultur und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Katharinen

In der Liste der Kulturdenkmale in Süderstapel stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Die St. Katharinenkirche ist eine der ältesten heute noch erhaltenen Kirchen in Stapelholm. Der Chor mit der Halbrundapsis wurde vermutlich in zwei Bauphasen errichtet. Der Baubeginn wird um 1300 datiert. Später wurde der Kapelle das Kirchenschiff und der Turm hinzugefügt. Durch Angriffe der Dithmarscher wurde sie im 15. Jahrhundert mehrfach zerstört. Die letzte größere Veränderung fand nach einem Blitzeinschlag 1876 statt.

Ohlsenhaus

Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Süderstapel ist das Ohlsenhaus, ein Fachhallenhaus mit für die Gegend selten prächtigem Fachwerk zur Straße hin. Die Bauernglocke vor demselben Grundstück ist mit einem Erschaffungsdatum von 1874 relativ jung, da vorher die Glocke der Katharinenkirche diesbezügliche Aufgaben wahrnahm. Seit 2006 ist die Deele des denkmalgeschützten Hauses insbesondere zwischen Mai und September unter dem Motto Autoren-Bücher-Begegnungen Treffpunkt und Veranstaltungsort einer ambitionierten Literaturreihe Literatur im Ohlsenhaus.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Fjordgestüt Wegmann und die Gaststätte Eiderschleife in der Vogteistraße. 1821 wurde an das Apotheker- und Distriktarzthaus von 1810 die Landschreiberei, die Amtsstuben des Landvogtes, angebaut. Das Privileg von 1844 für den Apothekenbetrieb geht auf den dänischen König zurück. Im Sommer kommen viele Gäste an den Strand an der Eider.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf von Tiedemann

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Becker und Gert Kaster: Kulturlandschaft Eider-Treene-Sorge. Wachholtz Verlag, Neumünster 2005, S. 81–83.
  • Jörg Ewersen: Stapelholmer BaukulTour – Ein Rundweg zu bedeutenden Baudenkmälern in der Landschaft Stapelholm. Amt Kropp, Stapelholm 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Süderstapel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gero Trittmaack: Fusion mit Fingerspitzengefühl. In: Schleswiger Nachrichten. 27. Februar 2016, abgerufen am 28. September 2017.
  2. Wie aus zwei Dörfern eines wird. ndr.de, 25. September 2017, abgerufen am 28. September 2017.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein