Sō Aono

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Sō Aono (jap. 青野 聰, Aono Sō; * 27. Juli 1943 in der Präfektur Tokio) ist ein japanischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aono wurde als dritter Sohn des bekannten Literaturkritikers Suekichi Aono und von Matsui Matsue in Tokio geboren. Aonos Mutter starb, als er zwei Jahre alt war; er wurde von seiner Stiefmutter aufgezogen. Aono studierte japanische Literatur an der Waseda-Universität, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss, um zu reisen. Er bereiste Europa und Nordafrika und kehrte 1971 nach Japan zurück, um sein Debüt als Schriftsteller zu geben.

Von 1972 bis 1977 reiste er erneut durch Europa. Seit seiner Rückkehr nach Japan veröffentlichte er literarische Werke und Kritiken. Er lehrt gegenwärtig als Professor für Literatur an der Tama Art University in Tokyo. Er ist mit der Schauspielerin Moe Kamura (佳村 萌) verheiratet.

Aono zählt - neben Haruki Murakami, Ryū Murakami sowie Yamada Emi und Banana Yoshimoto - zu den herausragenden japanischen Schriftstellern der achtziger und neunziger Jahre, die auch "Die Internationalen" genannt werden [1] und deren Ziel es war, Japan internationaler zu machen.

Aono übersetzte Werke Charles Bukowskis ins Japanische. Zudem war er Mitglied des Auswahlkomitees für den Mishima-Preis und den Hirabayashi-Taiko-Literaturpreis.

In seinem, bereits 1991 erschienenen Roman "Haha yo" (Deutsch: "Mutter wo bist Du") spricht Aono sowohl über "den Himmel mit dem besonderen Blau über den Adatara-Bergen bei Fukushima" [2] als auch über die Gefährlichkeit der Atomkraftwerke Fukushima[3] mit den Worten: „Wenn ein Unglück geschähe, wäre diese Gegend, die ja nicht weit von der Küste entfernt ist, der Katastrophe hilflos ausgeliefert.“

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 Haha yo (母よ)
    • dt. Mutter wo bist du. Ein autobiografischer Roman. Übersetzt von Thomas Eggenberg, der hierfür mit dem Übersetzerpreis 2010 der Japan Foundation ausgezeichnet wurde. bebra Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86124-906-1.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 Charles Bukowski: Machi de ichiban no bijo (町でいちばんの美女, d.i. Die schönste Frau in der ganzen Stadt)
  • 1995 Charles Bukowski: Arikitari no kyōki no monogatari (ありきたりの狂気の物語, d.i. Schlechte Verlierer)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eduard Klopfenstein im Nachwort des Buches "Mutter wo bist du"
  2. Rezension des Buches "Mutter wo bist du" von Jürgen Betten in der FAZ
  3. Rezension des Buches "Mutter wo bist du" von Marissa
  4. 芥川賞受賞者一覧. In: Bungei Shunjū. Abgerufen am 27. Januar 2010 (japanese).