SC Dynamo Berlin

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Logo des SC Dynamo Berlin

Der SC Dynamo Berlin war ein DDR-Sportclub, der von 1954 bis 1991 existierte. Er war ein Zentrum leistungssportlicher Förderung der Sportvereinigung Dynamo (Sportvereinigung des Ministeriums des Innern/Polizei und des Ministeriums für Staatssicherheit).

Sportartenspektrum[Bearbeiten]

Das Sportartenspektrum war besonders in den 50er und 60er Jahren sportpolitisch motivierten Änderungen unterworfen. In den 80er Jahren gab es im SC Dynamo Berlin die Sektionen Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Radsport, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eishockey, Fechten, Rudern, Boxen und Volleyball. Die Sektion Fußball wurde 1966 ausgegliedert, es entstand der Fußballclub Berliner FC Dynamo.

Die 4-mal-100-Meter-Staffel nach dem Gewinn der DDR-Meisterschaft 1958 von links nach rechts: Mayer, Birkemeyer, Stubnick, Lehmann

Ansiedlung[Bearbeiten]

Der SC Dynamo Berlin nutzte einen großzügigen, noch heute existierenden Sportkomplex in Berlin-Alt-Hohenschönhausen, das sogenannte Sportforum (auch Dynamo-Sportforum) mit Leichtathletikstadion, Turnhallen, Schwimmhalle, Rollschuhbahn, Eishockeyhalle, Eisschnelllaufbahn, und Radrennbahn.

Erfolge[Bearbeiten]

Der SC Dynamo hat zahlreiche bekannte Sportler hervorgebracht, so Christoph Höhne (Leichtathletik - Olympiasieger im Gehen), Ilona Slupianek-Briesenick (Leichtathletik - Olympiasiegerin im Kugelstoßen), Karin Janz (Olympiasiegerin im Turnen), Axel Peschel (Radsport - Sieger der Friedensfahrt), die Eishockeyspieler Joachim Ziesche und Dietmar Peters, die Olympiasiegerin im Eisschnelllauf Helga Haase, die Olympiasiegerin im Schwimmen, Barbara Krause, den Volleyball-Weltauswahlspieler Günther Thomae und die Volleyball-Nationalspielerinnen Christine Mummhardt, Maike Arlt, Monika Beu, Susanne Lahme, Ute Langenau, Grit Jensen-Naumann, Ines Pianka und Ariane Radfan.

Nach der DDR[Bearbeiten]

Mit dem Beginn der Wende in der DDR 1989 und der Auflösung des MfS, fiel auch die hauptsächliche Unterstützung für Dynamo weg. Daher wurde der SC Dynamo Berlin am 21. März 1990 in 1. Polizei-Sportclub (PSC) Berlin umbenannt, der dabei die zwölf Sektionen Boxen, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Fechten, Handball, Judo, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Schwimmsport, Turnen, Volleyball übernahm. Zeitgleich machte sich die ehemalige Sektion Eishockey des SC Dynamo als EHC Dynamo Berlin selbständig. Träger beider Clubs wurde das Ministerium für Innere Angelegenheiten, als Clubvorsitzender des PSC fungierte Harold Dimke.[1]

Im weiteren Verlauf des Jahres wurde der PSC im April in 1. SC Berlin umbenannt, aus dem im Dezember 1990 bzw. Januar 1991 der SC Berlin als Rechtsnachfolger hervorging.[2][3][4][5] Auch von den übernommenen Sektionen machten sich in der Folge einige selbstständig: Die Handballer gingen zum SV Preußen Berlin, die Volleyball-Männer zum SCC Berlin und die Volleyball-Frauen zum CJD Berlin.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fischer: Erster Polizei-Sportclub. In: Neues Deutschland. 22. März 1990, abgerufen am 14. Februar 2013.
  2.  Jürgen Holz: Treuhand-Entscheid und Jobsuche. Vom Berliner Sportforum wird nichts verscherbelt / 20 Millionen Defizit. In: Neues Deutschland. 4. Januar 1991, S. 12 Sp. 3.
  3. Sven Webers: Die 24 Vereine der eingleisigen DDR-Oberliga Männer 1964 - 1991. In: www.bundesligainfo.de. Abgerufen am 11. Februar 2013.
  4. Jurij Robel: Ausflug in die Geschichte: Sportclub Berlin. In: home.arcor.de/j.robel. Abgerufen am 11. Februar 2013.
  5. Jürgen Bertko, Gerd Bertko: Vereinsgeschichte. In: www.eiskunstlauf-scberlin.de. SC Berlin, abgerufen am 11. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SC Dynamo Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien