Sportforum Hohenschönhausen

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Leichtathletikhalle im Sportforum

Das Sportforum Hohenschönhausen ist ein Komplex mit 35 Sportstätten[1] im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen, Bezirk Lichtenberg. Das ab 1954 entstandene Gelände ist nach dem Olympiapark das zweitgrößte Sport- und Trainingszentrum Berlins und beheimatet unter anderem den Olympiastützpunkt Berlin.[2][3]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte ab 1956 nach Entwürfen eines Architektenkollektivs unter Leitung von Walter Schmidt errichtete Gebäudeensemble (einschließlich der von 1956 bis 1958 gebauten Dynamo-Sporthalle)[4] steht unter Denkmalschutz.[5] Der ursprüngliche Bau wurde vom VEB Industriebau Berlin für das Ministerium des Innern und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR ausgeführt.[5]

Lage und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Komplex befindet sich im Westen des Ortsteils Alt-Hohenschönhausen. Im Norden begrenzt ihn ein Industriegebiet (auf dem sich unter anderem die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei befindet), im Osten der Friedhof der St.-Andreas- und St.-Markus-Gemeinde, im Süden die Konrad-Wolf-Straße und im Westen der Weißenseer Weg.

Das Areal ist zwischen 45 und 50 Hektar groß und umfasst (per 2015) 35 Sportanlagen, darunter drei Eissporthallen, zwei Turnhallen, ein Fußballstadion sowie weitere acht Hallen und Freianlagen für Leichtathletik, Handball, Volleyball, Judo, Fechten, Bogenschießen, Beachvolleyball und Fußball.

Aus der anfänglichen Ausstattung sind zu nennen: die von Wolfgang Frankenstein gestalteten Wandflächen in der Schwimmhalle sowie zwei Bronze-Skulpturen Sitzende Schwimmerin von Gustav Weidanz und Stehende Schwimmerinnen von Waldemar Grzimek am Freibad, das im Winter mit einem verschiebbaren Dach überdeckt werden konnte.[6]

Bestandteile des Sportforums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ab den 1950er Jahren in mehreren Teilschritten errichtete Sportforum mit seinem Haupteingang am Weißenseer Weg besteht aus einem um ein Stadion gruppiertes Ensemble auf einer trapezförmigen Grundfläche, das später weiter ausgebaut wurde:

  • 1954–1956 wurde als erstes ein Internatsgebäude gebaut.
  • 1955–1958 folgte die Dynamo-Sporthalle, die 1957–1960 um einen Turnhallenflügel erweitert wurde.
  • 1960–1962 entstand ein Sporthotel (dreistöckiges Hotel und angebautes achteckiges Restaurant).
  • 1958–1960 folgten Eissportanlagen.
  • 1959: Fußballstadion
  • 1960–1964 wurde eine Schwimmhalle gebaut und eröffnet. In ihr waren ein 50-m-Schwimmbecken, Sprunganlagen, Nebenbecken, Umkleide- und Sanitäreinrichtungen sowie im Vorraum ein Imbiss untergebracht.
  • Gleichzeitig entstanden eine (damals offene) 400-m-Eisschnelllaufbahn nebst einer 30 × 60 m großen Kunsteisfläche sowie ein Freibad.
  • 1963 erhielt die Eisschnelllaufbahn eine freitragende Überdachung und es wurden Trainingshallen mit dem Giebel zur Konrad-Wolf-Straße (damals noch Berliner Straße) gebaut.[6]
  • 1986: Eissporthalle

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptnutzer der ersten zehn Bauten des Sportforums war der Sportclub Dynamo Berlin mit seinem mehrere Sportarten umfassenden Kader. Es war und ist eine Trainingsstätte des Leistungssports.[6] Seit den späten 1980er Jahren wurde das Sportforum zum Olympiastützpunkt Berlin (OSB). Auf dem Gelände trainieren regelmäßig mehr als 300 Bundeskaderathleten. Hinzu kommen elf anerkannte Landesleistungszentren mit rund 800 Landeskaderathleten, ein Standort des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin (ehemals Sportschule „Werner Seelenbinder“), das „Haus der Athleten“ mit rund 200 Internatsplätzen sowie das Institut für Sportwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin mit rund 500 Studenten und ca. 20 weitere Sportvereine. Das erste Internatsgebäude aus den 1950er Jahren wurde Anfang des 21. Jahrhunderts an Privatinvestoren verkauft, die es zu einem Studentenwohnheim umgestalteten.

Zu den Hauptnutzern unter den Vereinen zählen der BFC Dynamo, die Eisbären Juniors Berlin, der SC Berlin und die SSG Humboldt zu Berlin, aber auch anderen Vereinen dient das Sportforum als Trainingsstätte: Berliner TSC, Füchse Berlin, ALBA Berlin (Nachwuchs), SC Charlottenburg, SV Preußen Berlin und Weißenseer SV Rot-Weiß.

Schwimmhalle und das Eisschnelllaufoval stehen auch der Bevölkerung offen.

Eissporthalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisschnellaufoval im Sportforum
Sportforum Hohenschönhausen
Daten
Ort Deutschland Berlin, Deutschland
Koordinaten 52° 32′ 26″ N, 13° 28′ 58″ OKoordinaten: 52° 32′ 26″ N, 13° 28′ 58″ O
Eröffnung 17. November 1986
Kapazität 5000[7]
Erweiterungen 262,5 Meter Kleinbahn
30 Meter × 60 Meter Eishockeyfeld
speziell
Konstruktion Halle (temperiert)
Oberfläche Kunsteis
Bahnlänge 400 Meter
Höhenlage 34 Meter
Kurvenradien 26/30[8] Meter
Gesamtpunkte 375,176 Punkte
Verein(e)
Veranstaltungen

Weltcup 2013/14 (6.–8. Dezember 2013)

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. November 1986 wurde im Sportforum die weltweit erste 400-Meter-Hallen-Eisschnelllaufbahn eröffnet, und zwar genau ein Jahr vor der Thialf-Halle im niederländischen Heerenveen. Eine Namenswidmung erfuhr die Halle bis heute nicht. Die Eisschnelllaufhalle wird international mit dem Namen Sportforum Hohenschönhausen bezeichnet. Eine separate Halle, der Wellblechpalast – nach dem äußeren Baumaterial benannt –, ist dem Eishockey vorbehalten, wo die Eisbären Berlin bis 2008 ihre Heimspiele austrugen, bevor sie in die O2 World Berlin (seit 2015: Mercedes-Benz-Arena) wechselten.

Internationale Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelstreckenweltmeisterschaften 2003
Sprintweltmeisterschaft 1998
Mehrkampfweltmeisterschaft 1993, 2008, 2016
Weltcup 1986/87, 1987/88, 1988/89, 1989/90, 1990/91, 1991/92, 1992/93, 1993/94, 1994/95, 1995/96, 1996/97, 1997/98, 1998/99, 1999/2000, 2000/01, 2001/02, 2004/05, 2006/07, 2008/09, 2010/11, 2011/12, 2013/14

Bahnrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sportforum Hohenschönhausen zählt zu den schnellsten Eisschnelllaufbahnen der Welt. Die folgende Übersicht enthält eine Auswahl der aktuellen Bahnrekorde.[9]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strecke Athlet Zeit Datum Wettkampf
0 0100 m Deutschland Jenny Wolf 000 10,58 28. Okt. 2005 Deutsche Meisterschaften 2006
0 0500 m Korea Sud Sang-hwa Lee 000 37,36 6. Dez. 2013 Weltcup 2013/14
01.000 m Vereinigte Staaten Heather Richardson 001.14,51 8. Dez. 2013 Weltcup 2013/14
01.500 m Niederlande Ireen Wüst 001.54,83 6. März 2016 Mehrkampf-WM 2016
03.000 m Tschechien Martina Sáblíková 003:58,11 6. März 2016 Mehrkampf-WM 2016
05.000 m Tschechien Martina Sáblíková 006.52,57 6. März 2016 Mehrkampf-WM 2016
10.000 m Deutschland Grit Mertens 017.21,72 8. März 2008 Mannschaftspokal des BTSC 2008
Team
Pursuit
(6 Runden)
Niederlande Niederlande
Ireen Wüst
Jorien ter Mors
Marrit Leenstra
002.58,19 8. Dez. 2013 Weltcup 2013/14
Mehrkampf Athlet Punkte Datum Wettkampf
2 × 500 m Deutschland Jenny Wolf 0075,690 9. Nov. 2012 Deutsche Meisterschaften 2013, an zwei Tagen hintereinander
Sprint-MK Deutschland Anni Friesinger 0154,530 21. Feb. 2009 Deutsche Meisterschaften 2013
Mini-MK Deutschland Judith Hesse 0166,954 8. Feb. 2002 Deutsche Meisterschaften 2002, an zwei Tagen hintereinander
Kleiner MK Deutschland Anni Friesinger 0162,147 29. Dez. 2006 Deutsche Meisterschaften 2006, an zwei Tagen hintereinander

Nicht oder nicht mehr im internationalen Wettkampf ausgetragen.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strecke Athlet Zeit Datum Wettkampf
0 0100 m Deutschland Denny Ihle 0000 9,78 6. Feb. 2010 Überprüfungswettkampf 2010
0 0500 m Japan Joji Kato 000 34,70 8. Nov. 2008 Weltcup 2008/09
01.000 m Vereinigte Staaten Shani Davis 001.08,53 6. Nov. 2009 Weltcup 2009/10
01.500 m Vereinigte Staaten Shani Davis 001.44,47 9. Nov. 2009 Weltcup 2009/10
03.000 m Polen Jan Szymański 003.44,59 8. Nov. 2014 1. Berlin-Pokal
05.000 m Niederlande Sven Kramer 006.09,76 17. Nov. 2006 Weltcup 2006/07
10.000 m Niederlande Sven Kramer 013.07,19 6. März 2016 Mehrkampf-WM 2016
Team
Pursuit
(8 Runden)
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Jonathan Kuck
Shani Davis
Trevor Marsicano
003.43,10 21. Nov. 2010 Weltcup 2010/11
Mehrkampf Athlet Punkte Datum Wettkampf
2 × 500 m Kanada Jeremy Wotherspoon 0069,970 13. März 2003
bis 14. März
Einzelstrecken-WM 2003
Sprint-MK Deutschland Nico Ihle 0140,495 16. Jan. 2016
bis 17. Jan.
Deutsche Meisterschaften 2016
Mini-MK Niederlande Wesly Dijs 0151,802 3. Dez. 2011
bis 4. Dez.
Junior Country Match 2012
Kleiner MK Deutschland Patrick Beckert 0157,041 1. Feb. 2008
bis 2. Feb.
Deutsche Meisterschaften 2008
Großer MK Niederlande Sven Kramer 0148,494 9. Feb. 2008
bis 10. Feb.
Mehrkampf-WM 2008

Nicht oder nicht mehr im internationalen Wettkampf ausgetragen.

Weltrekorde in dieser Halle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von im Sportforum Hohenschönhausen aufgestellten Weltrekorde im Eisschnelllauf
Nr. Disziplin Zeit / Punkte Athlet Datum
3 Teamlauf
(Männer)
3:46,44 Niederlande Niederlande
Carl Verheijen, Erben Wennemars, Mark Tuitert
21. Nov. 2004
2 Teamlauf
(Frauen)
3:03,07 Kanada Kanada
Cindy Klassen, Clara Hughes, Kristina Groves
20. Nov. 2004
1 1.500 Meter 1:49,81 Niederlande Ids Postma 29. Nov. 1997

Fußballstadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadion im Sportforum
Das Fußballstadion im Sportforum Hohenschönhausen am 28. Mai 2022
Das Fußballstadion im Sportforum Hohenschönhausen am 28. Mai 2022
Frühere Namen

Dynamo-Stadion im Sportforum

Daten
Ort Weißenseer Weg 53
Deutschland 13053 Berlin, Deutschland
Vorlage:Coordinate/Wartung/Stadion
Eigentümer Land Berlin
Eröffnung 1959
Renovierungen nach 1990
Oberfläche Naturrasen
Kosten 1 Mio. DDR-Mark
Architekt Walter Schmidt[4][11] und
Heinz Scharlipp[5]
Kapazität 12.400 Zuschauer
Kapazität (internat.) 2400 Zuschauer
Heimspielbetrieb
  • BFC Dynamo (1961–1972, 1986/87, 1992–2014, seit 2021)

Geschichte des Stadions[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion wurde 1959 fertiggestellt. Zuvor befand sich auf dem Gelände der Sportplatz Steffenstraße, den bereits der frühe Vorgänger des BFC Dynamo, die Fußballabteilung des Sportgemeinschaft SG Dynamo Berlin genutzt hatten. Die Fußballabteilung des SG Dynamo Berlin spielte hier in der DDR-Liga 1953/54.[12] Ab der Saison 1961/62 nutzte dann die Fußballabteilung des Sportclub SC Dynamo Berlin das Stadion im Sportforum, zog aber 1972 in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im damaligen Stadtbezirk Prenzlauer Berg um; das Sportforum blieb aber Sitz und Trainingsstätte des Gesamtvereins.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Folge diente das Stadion nur noch selten für größere Spiele. In der Saison 1972/73 trug der BFC seine Heimspiele im UEFA-Pokal gegen SCO Angers, Lewski-Spartak Sofia und den FC Liverpool hier aus. Die 20.000 Besucher zum Spiel gegen Liverpool bedeuten bis heute den gültigen Zuschauerrekord. Erst 1986 kam es wieder zu höherklassigem Fußball, als der BFC für die Oberliga-Spielzeit 1986/87 ins Sportforum zurückkehrte, da der Jahn-Sportpark renoviert wurde. Auch die beiden Heimpartien im Europapokal der Landesmeister gegen Örgryte IS und Brøndby IF fanden hier statt.[13]

Nach dem Mauerfall spielte der frühere DDR-Serienmeister BFC Dynamo (unter dem zwischenzeitlichen Namen FC Berlin) ab 1992 wieder im Sportforum. Für seine Heimspiele in der Oberliga Nordost nutzte der Verein das Hauptstadion, das über eine Kapazität von 10.000 Steh- und 2400 Sitzplätzen (davon 400 überdacht) verfügt.[14] In der Folge versuchte der Verein das Stadion zu kaufen oder ein neues Stadion zu errichten, was aber an den mangelnden finanziellen Mitteln scheiterte.[15][16]

Mit dem erreichten Regionalligaaufstieg 2014 und wegen des damit einhergehenden höheren Medien- und Zuschauerinteresses spielte der BFC zur Saison 2014/15 dauerhaft im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Dieser lag zudem verkehrsgünstiger und bot mehr Zuschauerplätze. Pokal- und Freundschaftsspiele trägt der BFC im Sportforum aus. Allerdings hat der Berliner Senat den Abriss des Stadions in Prenzlauer Berg beschlossen und die Betriebsgenehmigung zum 31. Dezember 2020 auslaufen lassen, sodass der BFC Dynamo das Stadion verlassen musste.[17]

Das Stadion im Sportforum erfüllt gemäß DFB nicht die Auflagen für die 3. Liga. Dafür wären einige Veränderungen nötig, wie das Schaffen neuer Presseplätze und ein besser abgetrennter Presseblock. Im März 2021 wurde eine Flutlichtanlage installiert, die zuvor im Jahn-Sportpark eingesetzt wurde.[18] Der BFC Dynamo gab am 21. März 2021 offiziell bekannt, dass das Team nun in das Sportforum Hohenschönhausen zurückgekehrt ist.[19] Für den Fall eines Aufstiegs in die 3. Liga plant der BFC Dynamo mit dem Jahn-Sportpark als Spielort.[20] Dessen Betriebsgenehmigung wurde nach dem Aufstieg des FC Viktoria 1889 Berlin 2021 und der Installation einer neuen Flutlichtanlage doch verlängert und stand so für die 3.-Liga-Saison 2021/22 zur Verfügung.

Dynamo-Sporthalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dynamo-Sporthalle (1958)

Die Dynamo-Sporthalle, am Weißenseer Weg gelegen, wurde am 25. Januar 1958 im Beisein unter anderem von Erich Mielke, Walter Ulbricht und der Sprinterin Christa Stubnick eingeweiht. Sie fasste je nach Sportart 2000 bis 4000 Zuschauer. Ihre Innenabmessungen (Breite 47 m, Länge 65 m, Höhe 15 m) ermöglichten Veranstaltungen in zahlreichen Sportarten wie Leichtathletik, Handball, Boxen, Judo, Basketball und Turnen. Erstmals in der DDR gab es hier eine transportable, 143 m lange Rundbahn mit überhöhten Kurven.[21]

Kongresse von DDR-Massenorganisationen gab es ebenfalls in der Halle: Am 8. und 9. Dezember 1989 fand hier die erste Tagung des Sonderparteitages der SED statt, auf dessen zweiter Tagung am 16. und 17. Dezember 1989 die Umbenennung der Partei in PDS beschlossen wurde.

Die Sporthalle ist noch vorhanden und wird für verschiedene kleinere Veranstaltungen genutzt.[22]

Sporthotel Hohenschönhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Unterbringung von prominenten Sportlern und Gästen wurde Ende der 1970er-Jahre im Südosten des Areals das Sporthotel Hohenschönhausen samt Kongresszentrum errichtet. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Gebäudekomplex, zu dem auch ein großes Restaurant gehörte, durch einen Investor erworben. Seitdem steht die Anlage leer und ist stetigem Verfall ausgesetzt. Die Pläne stagnieren, das Gelände zu entwickeln. Ein zu 2015 geplanter Abriss ist bisher nicht realisiert worden. Aktuell ist ein Neubau mit Büros, Wohnungen und einem Hotel geplant. 2020 sollten die Bauarbeiten beginnen.[23]

Perspektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gesamte denkmalgeschützte Areal vom Sportforum soll nach dem Willen des Berliner Senats umfangreich aufgebessert werden. Dazu gab es im Jahr 2021 einen Architektenwettbewerb, der vor allem eine bessere Nutzung sowohl für den Spitzen- als auch für den Volkssport vorsieht. Als Sieger gingen aus dem Wettbewerb die Büros Holzwarth Landschaftsarchitektur und das yellow z hervor. Beide Entwürfe sollen in einem zweistufigen Bauverfahren realisiert werden. Dabei werden etliche der alten maroden Anlagen abgerissen und neu errichtet oder baulich aufgewertet. Die Gesamtgestaltung des Geländes wird entlang von drei Hauptachsen vorgenommen, Autoverkehr soll auf dem Forum nicht mehr stattfinden. Stattdessen wird eine Tiefgarage am Weißenseer Weg ausgeführt. An den Achsen, die zu den Hallen und Sportplätzen führen, werden Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen angelegt. Auf dem Areal sind dann nur noch Fußgänger, Radfahrer sowie Nutzer von E-Cargobikes und Tretrollern zugelassen. Ein neu zu schaffender Mobilitätsstützpunkt bietet Abstellflächen und Ladepunkte, darüber hinaus soll es eine Fahrradwerkstatt und eine Ausleihmöglichkeit geben.[1][24]

Im Januar 2022 wurde bereits mit dem Neubau einer Typensporthalle begonnen, die im zweiten Quartal eröffnet werden soll. Ein Realisierungswettbewerb Athletiksporthalle Wintersport fand ebenfalls bereits statt. Nach dem Siegerentwurf lässt der Senat neben der bestehenden Eisschnelllaufhalle einen Ergänzungsbau errichten, Fertigstellungsziel ist 2023. Schließlich stehen noch der Neubau einer Bogensport-Halle, ein Ersatzbau der vorhandenen Traglufthalle und die Errichtung eines Sportfunktionsgebäudes Leichtathletik zusammen mit einem Vereinshaus auf der Agenda.[25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sportforum Hohenschönhausen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Wähner: Drei Hauptachsen und keinerlei Verkehr. Berliner Woche, Ausgabe Lichtenberg, 22. Januar 2022, S. 4.
  2. Sportstätten (Memento vom 24. November 2013 im Internet Archive)
  3. Spitzensport (Memento vom 3. April 2013 im Internet Archive)
  4. a b Walter Schmidt, Architekt auf sammlung-online.berlinischegalerie.de, abgerufen am 3. April 2021.
  5. a b c Bau- und Kulturdenkmal Sportforum Berlin
  6. a b c Joachim Schulz, Werner Gräbner: Berlin. Hauptstadt der DDR. Architekturführer DDR. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1974; S. 125 f.
  7. Eissporthalle Sportforum Berlin Hohenschönhausen. In: Berlinstadtservice. Abgerufen am 10. Mai 2022.
  8. isu.sportcentric.net (Memento vom 21. September 2013 im Internet Archive) Communication No. 1807 (29. Juli 2013)
  9. Berlin Sportforum Eisschnelllaufhalle (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive; PDF; 47 kB)
  10. a b Bahnrekorde Sportforum Berlin. (Memento vom 2. September 2016 im Internet Archive; PDF) Stand 6. März 2016.
  11. Wettbewerb: Sportforum Berlin – Berlin Lichtenberg – Auslobung. In: espazium.ch. Senat von Berlin, 5. Juni 2020, abgerufen am 3. April 2021.
  12. Auf eigenem Platz ist Motor Ob Favorit. In: Berliner Zeitung, 9. Januar 1954, S. 4.
  13. Wolter (2011), S. 242
  14. Rainer Lüdtke: Fakten. In: bfcdynamo.de. Abgerufen am 21. März 2021.
  15. Ingo Rößling: FC Berlin will Stadion im Sportforum kaufen. In: Berliner Morgenpost. 19. April 1998, abgerufen am 24. Juli 2012.
  16. BFC plant neues Stadion an alter Stelle. In: stadionwelt.de. 4. Juni 2006, abgerufen am 24. Juli 2012.
  17. Britt Schlehahn: Vor dem Abriss nochmal BFC Dynamo gegen BSG Chemie – Corona verhindert letztes Halali. In: Sportbuzzer. 17. Mai 2020, abgerufen am 23. Februar 2021.
  18. Sportforum Berlin bekommt Flutlicht. In: fupa.net. SBB-Wirtschaftsberatung GmbH, 19. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.
  19. Sportforum: Der BFC Dynamo kehrt zurück. In: bfc.com. Berliner Fußball Club Dynamo e. V., 21. März 2021, abgerufen am 3. April 2021.
  20. Der BFC Dynamo hat die Stadionfrage im Aufstiegsfall geklärt. In: kicker.de. 7. März 2022, abgerufen am 14. Mai 2022.
  21. Die Dynamo-Halle öffnet ihre Pforten. In: Neues Deutschland, 22. Januar 1958, S. 6.
  22. Oldtimer in der Dynamo-Halle. In: Der Tagesspiegel. 1. Februar 2012, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  23. rbb88.8: Bauzombies in Berlin - Sporthotel Hohenschönhausen
  24. Homepage zur Neugestaltungs-Planung, abgerufen am 22. Januar 2022.
  25. Bernd Wähner: Im Sportforum wird weiter gebaut. In: Berliner Woche, Lokales (Lichtenberg), 29. Januar 2022, S. 4.