Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel

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Logo der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH

Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH (SFK) ist 1996 aus der Kieler Verkehrs Aktiengesellschaft (KVAG) ausgegründet worden, deren Abteilung Schifffahrt sie vorher war. Die SFK ist wie die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) ein Tochterunternehmen des Eigenbetriebs Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel (EBK).[1]

Bei der SFK sind 53 Mitarbeiter beschäftigt. Die SFK besitzt fünf Fahrgastschiffe, sechs Schlepper und zwei Seepontons.

Fahrgastschifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrgastschiff Laboe

Es werden zwei Fährlinien betrieben:

  • Schwentinelinie (F2): Zwischen dem Kieler Westufer und der Schwentinemündung
    • Anlegestellen: Reventlou – Dietrichsdorf – Wellingdorf

Diese haben eine Länge von insgesamt 22,8 Kilometern. Die SFK ist Mitglied im Verkehrsverbund Region Kiel. Sie wendet den Schleswig-Holstein-Tarif an. Für die Personenbeförderung stehen fünf Fahrgastschiffe, Heikendorf, Laboe, Strande (alle 300 Passagiere), Schilksee (246 Passagiere) und Schwentine (200 Passagiere) zur Verfügung. Von der SFK werden zusätzlich Hafenrundfahrten sowie Ausflugs- und Charterfahrten angeboten. Die Schlepper Falckenstein und Kitzeberg können im Passagierverkehr eingesetzt werden, sie dürfen bis zu 180 Personen befördern.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Entstehung der KVAG 1938 aus der Neuen Dampfer Compagnie (NDC) und der 1906 gegründeten Hafenrundfahrt AG (Harufag) übernahm sie die vorhandenen Schiffe: unter anderem die Stadt Kiel und das Schwesterschiff Heikendorf, die etwas größere Laboe und die kleinere Kitzeberg.[3]

Zur Ablösung der alten Schiffe nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zwischen 1953 und 1968 sechs fast baugleiche Fahrgastschiffe von der Kröger-Werft aus Rendsburg bezogen, die eine Größe von um die 140 BRT hatten und 300 Passagiere fassen konnten: Schilksee, Falckenstein, Bellevue, Laboe, Möltenort und Mönkeberg.

1968 wurde die kleinere Gaarden mit 99 BRT für 198 Passagiere von der Kröger-Werft im gleichen Stil gebaut, zu den Olympischen Spielen 1972 die mit 170 BRT etwas größere Friedrichsort.

Zwischen 1979 und 1990 wurden diese Schiffe an verschiedene Reedereien verkauft, die meisten sind noch heute im Einsatz. Sie wurden zwischen 1981 und 1984 durch die vorhandenen, bei der Lindenau Werft gebauten drei Schiffe, und die bereits 1992 wieder verkaufte Friedrichsort (Baujahr 1981) ersetzt.

Aus Kostengründen wurde in den 1980er Jahren der Fahrplan gestrafft und eine Reihe von Anlegern aufgegeben: Wik und Holtenau auf der Westseite, Gaarden, Kitzeberg und Heikendorf auf der Ostseite der Förde.

Die Passagierschiffe Laboe, Strande, Heikendorf und Schilksee sollen bis 2022 durch Neubauten ersetzt werden, da die zum Teil 35 Jahre alten Schiffe technologisch überholt sind und der dieselmechanische Antrieb nicht mehr zeitgemäß ist. Die Werft Hollands Shipyards in Hardinxveld-Giessendam bei Rotterdam soll die Gaarden bauen und als erste der neuen Serie zur Sommersaison 2020 liefern. Der Antrieb erfolgt über zwei Festpropeller mit Elektromotoren. Den Strom liefern entweder zwei Generatoren oder Batterien. Damit soll das Schiff vom Bahnhof bis Bellevue im Batteriebetrieb fahren, für die weitere Strecke nach Laboe soll der synthetischen Treibstoff GTL eingesetzt werden. Die Kosten für den Neubau werden 3,9 Millionen Euro betragen. Für die drei Folgeschiffe Friedrichsort, Wik und Schilksee wurden nur Optionen unterschrieben, die bei Zufriedenheit zu Festaufträgen mit der Lieferung 2022, 2024 und 2026 umgewandelt werden können.[4]

Schleppschifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlepper Holtenau

Für die Schleppschifffahrt auf der Kieler Förde, auf der westlichen Ostsee und im Nord-Ostsee-Kanal besitzt die SFK sechs Schlepper (Stein mit 46 tbp, Kiel mit 68 tbp, Bülk mit 40 tbp, Holtenau mit 28,5 tbp sowie Falckenstein und Kitzeberg mit je 25 tbp) und zwei Seepontons.

Die Bülk ist in staatlichem Auftrag in das deutsche Notschleppkonzept integriert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten und Fakten, Der Kieler ÖPNV 2013. Landeshauptstadt Kiel, 31. Dezember 2013, archiviert vom Original am 19. März 2015; abgerufen am 29. November 2018.
  2. M/S FALCKENSTEIN. Faktaomfartyg, abgerufen am 29. November 2018 (schwedisch).
  3. MS Nordertor, Husum. In: ms-nordertor.de. Abgerufen am 29. November 2018.
  4. Frank Behling: 16 Millionen Euro für Kiels neue Fähren. In: kn-online.de. 29. November 2018, abgerufen am 29. November 2018.

Koordinaten: 54° 18′ 54,1″ N, 10° 8′ 3″ O