Schloss Eckberg

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Schloss Eckberg, Elbseite

Schloss Eckberg ist eines der drei Elbschlösser und befindet sich am rechten Elbhang in Dresden, etwa 3 Kilometer elbaufwärts vom Stadtzentrum entfernt. Westlich von Schloss Eckberg befindet sich das Lingnerschloss und neben diesem das Schloss Albrechtsberg.

Geschichte von Schloss Eckberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Schlosses Eckberg ist eng verbunden mit der Bebauung des Elbhanges zwischen Saloppe und Mordgrundbrücke. Die nach dem Süden offenen Hänge sollen schon seit 1660 dem Weinbau gedient haben. Als sich nach der Jahrhundertwende durch die steigende Industrialisierung Dresdens immer mehr reiche Leute in Dresden ansiedelten, kaufte ein reicher schottischer Lord, Graf von Findlater, um 1800 mehrere Weinberge auf, so dass sich sein riesiger Besitz auf Elbhang ausdehnte. Nach dem frühen Tod Findlaters 1811 wechselte der Besitz des umfangreichen Weinberggeländes mehrfach.[1] Bereits im Jahr 1832 wurde Eckberg aus dem Findlaterschen Besitz gelöst und wechselte wiederholt seinen Besitzer.

Das Schloss Eckberg entstand von 1859 bis 1861 im Auftrag des Großkaufmannes Johann Souchay, so dass es damals im Volksmund auch Villa Souchay genannt wurde. Souchay verwendete einen Teil seines großen Vermögens auch für Wohltätigkeitsstiftungen in Loschwitz und erwarb sich um die Entwicklung dieses Ortes große Verdienste. Mit dem Erwerb des Loschwitzer Weinberges Eckberg entschied sich der englische Großkaufmann Johann Daniel Souchay im Jahr 1859, seinen Lebensmittelpunkt in das Dresdner Elbtal zu verlegen. In seinem Auftrag errichtete der Semper-Schüler Christian Friedrich Arnold an Stelle des 1675 auf dem Eckberg errichteten Klengelschen Landhauses den reich gegliederten neugotischen Schlossbau.

Bei dem Bau von Schloss Eckberg bediente sich Arnold der im Sinne seiner Zeit umgewandelten gotischen Bauweise. Bei dem Bau des Schlosses sollen dem Baumeister etliche Landsitze und Landschaftsparks (Tudorstil) als Vorbild gedient haben. Mit der Gestaltung seines 15 Hektar großen Landschaftsgartens betraute Johann Daniel Souchay den preußischen Obergärtner Hermann Sigismund Neumann, der einige Jahre zuvor für die Anlage der Gärten im benachbarten Schloss Albrechtsberg und Villa Stockhausen (Lingnerschloss) nach Dresden geholt wurde. Gleichzeitig mit dem Schloss entstanden an der Bautzner Straße zahlreiche Nebengebäude, unter anderem Pferdeställe, Remise, Gärtnerhaus und ein großes neugotisches Glashaus.

Souchay erwarb 1861 auch das Mohrenhausanwesen in der Niederlößnitz und verkaufte es 1866 weiter. Der neue Eigentümer nahm sich bei seinen umfangreichen Umbauten des Mohrenhauses zu einem „stilvollen Schlösschen“ Souchays Schloss Eckberg zum Vorbild.

1883 erwarb der Generalkonsul Arthur Bruno Wunderlich das Anwesen. Nach dessen frühzeitigem Tod bewohnte seine Witwe das Schloss, ehe sie in das benachbarte ehemalige Weingut Dinglingers übersiedelte. 1909 vermietete die Witwe das Schloss an den österreichischen Süßwarenfabrikanten Josef Weiser, dessen damals 18-jährige Frau Grethe Weiser später als Schauspielerin Berühmtheit erlangte. Und um 1920 verpachtete Frau Wunderlich den Wohnsitz an den berühmten Sänger Tino Patiera.

Als 1925 der Industrielle Ottomar Heinsius von Mayenburg Schloss Eckberg kaufte, kam neues Leben in Schloss und Park. Die Innenräume des Obergeschosses wurden nach den Plänen seines Bruders, des Architekten von Mayenburg, zeitgemäß erneuert, wobei der Stilcharakter des unteren Bereiches vollständig bewahrt blieb. Mit der Erfindung von Zahncreme und Aluminiumtube unter dem Namen „Chlorodont“ und der Gründung der „Leo-Werke“ hatte von Mayenburg Reichtum erworben und konnte sich seinen Lebenstraum erfüllen. Als studierter Botaniker und leidenschaftlicher Gärtner widmete er sich vor allem der Umgestaltung des Parks. Steingarten, Tulpen- und Krokuswiesen sind seine Schöpfung. Besonders große Anerkennung in der Stadt Dresden erwarb sich der Besitzer des Schlosses, weil er diese Blumenpracht im Frühjahr und die Rosenblüte jedes Jahr der Öffentlichkeit zugänglich machte. Zehntausende bewunderten das Blumenmeer dieser herrlichen Anlage Jahr für Jahr. 1932 starb von Mayenburg, seine Witwe bewohnte das Haus noch bis 1947.

Nach der Enteignung der Familie von Mayenburg im Jahr 1952 wurde Schloss Eckberg als Studentenwohnheim, Gewerkschaftsschule und zur Fabrikation von Elektronikteilen genutzt. Nach einer Sanierung 1980–1985 betrieb der Jugendtourist-Reiseverband der DDR das Schloss Eckberg als Hotel.

Nach der Wende ging es zurück in den Besitz der Familie von Mayenburg, die es aber verkaufte, so dass das Anwesen 1994 in den Besitz der ARGENTA-Unternehmensgruppe München überging. Man ließ die Schlossanlage und den Park 1997 von Grund auf renovieren und nach Plänen des italienischen Innenarchitekten Danilo Silvestrin zum Luxushotel ausbauen.

Die früheren Leo-Werke, heute Dental Kosmetik GmbH, produzieren wieder erfolgreich Zahncreme und Mundhygieneprodukte unter der Marke „el-ce-med“. Das daneben liegende Lingnerschloss, das der Dresdner Unternehmer Karl August Lingner bewohnte, der das Mundwasser Odol auf den Markt brachte, wird durch Spenden wieder aufgebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Eckberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EINE LANGE GESCHICHTE

Koordinaten: 51° 3′ 49″ N, 13° 47′ 58″ O