Schmelzteich

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Schmelzteich
Schmelzteich Bad Sachsa.jpg
Geographische Lage Bad Sachsa, Südniedersachsen
Zuflüsse mehrere
Abfluss Uffe
Inseln 1 Insel für Wasservögel
Daten
Koordinaten 51° 36′ 3″ N, 10° 32′ 44″ OKoordinaten: 51° 36′ 3″ N, 10° 32′ 44″ O
Schmelzteich (Niedersachsen)
Schmelzteich
Fläche 7 ha
Länge 320 m
Breite 130 m

Besonderheiten

Bootsverleih, Wasserspiele mit einer Lichtorgel, Flying Fox - Seilbahn

Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITE

Der Schmelzteich ist ein im 16. Jahrhundert künstlich angelegter See im Kurviertel der niedersächsischen Stadt Bad Sachsa am Südharz. Er ist der Mittelpunkt des Vitalpark.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schmelzteich wird bereits 1550 erwähnt und gehört damit zu den ältesten „Talsperren“ im Harz. Leider konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass er zur Wasserversorgung einer „Erzschmelze“ angelegt worden ist, obwohl viele Indizien dafür sprechen.[1]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Westufer mit der Bismarckstraße durchgängig bebaut. Hier stehen einige sehr schöne historische Villen, eine davon ist heute Teil des 1978 eröffneten Fünf-Sterne-Hotels Romantischer Winkel.[2] An der Ostseite des Schmelzteichdamms steht das 1962/63 nach Plänen des Architekten Hans Jaeckel erbaute Kurhaus.[3]

Am 5. Juli 1910 ließ der Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Reinhardt (* 1844 in Sachsa; † 1920 in Leipzig), Ehrenbürger und großer Wohltäter seiner Heimatstadt, mitteilen, dass er auf seine Kosten den Schmelzteich verlängern und durch Ausbaggerung verschönern wolle, eine Privat-Initiative, die ihn dann 12.000 Goldmark gekostet hat.[1]

Schon 1903 wurde auf dem Schmelzteichdamm ein mit Schilfrohr gedecktes Birkenhäuschen als Bootsstation erbaut, welches 1924 erneuert werden musste. Wegen Baufälligkeit wurde dieses 1956 abgebrochen, zugleich erhielt der Damm eine neue Betonmauer, während ein neues Bootshaus an der Bismarckstraße seinen Platz erhielt.[1]

Der Teich ist etwa 320 Meter lang, 130 Meter breit und hat eine Fläche von 7 Hektar. Er wird von Zuflüssen aus dem Massiv des Ravensbergs überwiegend zur Zeit der Schneeschmelze gespeist. Noch heute ist er Teil des Hochwasserschutzes. Der Staudamm des Schmelzteiches ist rund 130 Meter lang und etwas mehr als fünf Meter hoch.[4] Ein Wehr auf der Dammmitte regelt den Wasserabfluss über eine kleine Kaskade in den historischen Teil des Kurparks.

Auf dem Teichdamm sowie an vielen Uferabschnitten stehen zahlreiche Relax- und Parkbänke.[4] Im Zuge der Umgestaltung des Kurparks zum Vitalpark wurde am Hauptzufluss eine kleine Insel für Wasservögel angelegt (siehe Foto).

Der Schmelzteich bietet Heimat dicker Karpfen, die nur darauf warten gefüttert zu werden.[5]

Vor einigen Jahren wurde die alte Fontäne auf der Nordseite des Schmelzteich durch neue beleuchtete Wasserspiele auf der Südseite ersetzt.[6]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Sommermonaten besteht die Möglichkeit zu Bootsfahrten, Ruder- und Tretboote können am Bootshaus ausgeliehen werden.[7] Im Winter wird der Schmelzteich als Natureisbahn genutzt.[4]

Seit dem Jahr 2014 bietet das Team Outddoorfriend Flüge über den Schmelzteich mit einer 140 Meter langen und 30 km/h schnellen Flying Fox - Seilbahn an. Startpunkt ist die Bismarckstraße, direkt am Hotel Romantischer Winkel.[8]

Im Sommer 2016 wurde auf dem Schmelzteichdamm das erste Weiße Dinner in Bad Sachsa, mit rund 100 Besuchern und live Musik, gefeiert.[9]

Hinter der großen Schmelzteichwiese sind einige Outdoor Fitnessgeräte, eine Minigolfanlage und drei Tennisplätze zu finden. Rund 1,5 km vom Schmelzteich, richtung Ravensberg, liegt der Märchengrund und der Harzfalkenhof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dr. Kurt Schmidt: Von den Anfängen der Stadt Bad Sachsa – Neue Forschungen zur Stadtgeschichte. Otto Zander Druckerei und Verlag, Herzberg am Harz-Pöhlde, 1. Auflage 1978, 2. erweiterte Auflage 1981, S. 27–28, 41, 48
  • Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 8, 17, 18, 47, 57–59, 91, ISBN 3-89264-233-8.
  • Ralph Boehm, Michael Reinboth: Bad Sachsa – Bauwerke erzählen Geschichte. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld, 2015, S. 36, 40, 49, 57, 59, 68, 69, ISBN 978-3-86948-464-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Günter König: Bad Sachsa – Vom Bauernstädchen zum Kurort. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, S. 57, ISBN 3-89264-233-8.
  2. https://www.romantischer-winkel.de
  3. https://www.bad-sachsa.de/bad-sachsa/kurhaus
  4. a b c https://www.harzlife.de/teiche/schmelzteich.html
  5. https://www.komoot.de/highlight/180768
  6. https://www.facebook.com/pages/Schmelzteich/108464975883534
  7. https://de-de.facebook.com/pages/category/Locality/Bootshaus-am-Schmelzteich-206626429366102
  8. https://www.bad-sachsa.de/natur-aktiv/am-wasser/flying-fox-seilbahn
  9. https://www.facebook.com/weissesdinnerbadsachsa