Bad Sachsa

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Sachsa
Bad Sachsa
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Sachsa hervorgehoben
Koordinaten: 51° 36′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterode am Harz
Höhe: 310 m ü. NHN
Fläche: 33,13 km²
Einwohner: 7431 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37441
Vorwahlen: 05523, 05525
Kfz-Kennzeichen: OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 56 003
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bismarckstraße 1
37441 Bad Sachsa
Webpräsenz: Stadt Bad Sachsa
Bürgermeister: Axel Hartmann (CDU)
Lage der Stadt Bad Sachsa im Landkreis Osterode am Harz
Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Lauterberg im Harz Bad Sachsa Elbingerode Hattorf am Harz Hattorf am Harz Herzberg Hörden am Harz Osterode am Harz Walkenried Wieda Wulften am Harz Zorge Harz (Landkreis Osterode am Harz) Landkreis Osterode am Harz Niedersachsen Thüringen Landkreis Göttingen Landkreis Northeim Landkreis Goslar Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Blick auf die Stadt
Blick auf Bad Sachsa vom Aussichtspunkt Philippsgruß

Bad Sachsa (bis 1905 Sachsa) ist eine Kleinstadt in Niedersachsen am Südrand des Harzes im Landkreis Osterode am Harz, etwa 50 km östlich von Göttingen. Der Ort ist ein staatlich anerkannter heilklimatischer Kurort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird von der Uffe durchflossen; in der Nähe des Ortskerns liegt der künstlich angelegte Schmelzteich. Die höchste Erhebung im näheren Umfeld ist der Ravensberg mit 659 m über NHN etwa 5,5 km nordwestlich des Stadtzentrums.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bad Sachsa besteht aus vier Ortsteilen.

Ortsteil Einwohner[2]
Bad Sachsa * 6.311
Steina 773
Neuhof 690
Tettenborn ** 648
Stadt Bad Sachsa 8.402

* mit dem Ortsteil Nüxei
** mit dem Ortsteil Tettenborn-Kolonie

(Stand: 1. März 2013)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sachsa um 1900
Eine weitere Ortsansicht um 1900

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes war 1219; unzutreffend ist der Verweis auf eine Urkunde, die von dem Kloster in Walkenried als Kaufvertrag für einen See bei der damaligen Siedlung Saxa – heute Bad Sachsa – ausgestellt wurde aus der Zeit um 810, in der der Ort erstmals erwähnt worden sein soll. Da 1229 von einem Pfarrer Siegfried aus Sachsa die Rede ist, ist anzunehmen, dass Sachsa damals schon bestand. Das älteste erhaltene Bauwerk ist der Turm der (heute evangelischen) St.-Nikolai-Kirche; sein Bau wird auf die Jahre zwischen 1180 und 1200 datiert. Auf dem Sachsenstein, an der Bahnstrecke Bad Sachsa – Walkenried bei Neuhof, befindet sich die Ruine der Sachsenburg, die der deutsche Kaiser Heinrich IV. um das Jahr 1070 erbauen ließ, die jedoch aufgrund des lokalen Widerstands bereits im Jahr 1074 – noch unfertig – als Bestandteil des Friedens von Gerstungen wieder abgebrochen werden musste.

Spätestens seit 1238 gehörte Sachsa zur Grafschaft Honstein, zuvor gehörte es zur Grafschaft Klettenberg. Zwischen 1516 und 1525 (vermutlich 1525) erwarb Sachsa Stadtrechte. Nachdem die Grafen von Honstein 1593 ausgestorben waren (Ernst VII. hinterließ keinen männlichen Erben), beanspruchten die Grafen von Schwarzburg und die Grafen von Stolberg die Grafschaft. Aber der Administrator des Bistums Halberstadt ergriff Besitz von der Grafschaft, die er als erledigtes Lehen einzog und an den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel weiterverlehnte (das Besondere daran ist, dass der Administrator des Bistums Halberstadt und der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel ein und dieselbe Person waren; es handelte sich um Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel). Obwohl die von den Grafen von Schwarzburg und von Stolberg angestrengte Klage vor dem Reichskammergericht zu einem sie begünstigenden Urteil führte, weigerten sich Heinrich Julius und seine Nachfolger, die Grafschaft zu veräußern. Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs wechselte dann mehrfach die Herrschaft, bis die Grafschaft 1648 schwedisch besetzt war.

Im Westfälischen Frieden wurde das Fürstentum Halberstadt samt der Grafschaft Hohenstein an den Kurfürsten von Brandenburg gegeben. Seither war Sachsa brandenburgisch-preußisch, ausgenommen die Franzosenzeit 1807 bis 1813. Nachdem Preußen im Wiener Kongress erhebliche Territorien hinzu gewann, gliederte das Königreich sich 1816 in zehn Provinzen. Eine davon war die neu geschaffene Provinz Sachsen. Sachsa lag in dieser Provinz im Regierungsbezirk Erfurt und im Kreis Nordhausen, der ab 1888 den Namen Grafschaft Hohenstein trug. Diese Zugehörigkeit blieb bis Juli 1945 bestehen.

Der Tourismus in Bad Sachsa begann etwa ab 1860, und der Kurbetrieb setzte 1874 ein.[3] Im Jahre 1900 zählte man 4051 Kurgäste und 2123 Einwohner.[4] Seit 1905 heißt die Stadt offiziell Bad Sachsa. Mitte der 1920er Jahre wurden 3195 Einwohner gezählt.[5]

Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit des Nationalsozialismus entwickelte sich der Ort zu einem Schwerpunkt der NSDAP im Parteikreis Nordhausen-Südharz (das Kreisschulungszentrum Fritz-Sauckel-Haus wurde hier errichtet). Aus diesem Grunde wurden die Kinder aus den Familien der Attentäter vom 20. Juli 1944 im Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa interniert. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war in Bad Sachsa der Arbeitsstab Dornberger mit 450 Führungskräften der ehemaligen Heeresversuchsstelle Peenemünde untergebracht. Wegen der Bedrohung durch alliierte Bombenangriffe wurden die Raketentechniker, darunter auch Walter Dornberger und Wernher von Braun, nach Bad Sachsa und Orte der näheren Umgebung verlegt. Die Produktion der V1- und V2-Raketen wurde vom oben genannten Stab im nahe gelegenen Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen geleitet.

Besatzungszonen 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. April 1945 wurde Bad Sachsa von amerikanischen Truppen nach kurzen Kämpfen besetzt. Die Amerikaner zogen sich ab Anfang Juli in die ihnen mit dem Londoner Protokoll vom 12. September 1944 zugewiesene Besatzungszone zurück. Die ihnen folgenden sowjetischen Truppen ließen Bad Sachsa, das in der sowjetischen Besatzungszone lag, allerdings unbesetzt, bis am 23. Juli britische Truppen die Stadt besetzten. Vorausgegangen war ein Gebietstausch zwischen dem britischen und dem sowjetischen Oberkommando, bei dem für Bad Sachsa und Umgebung (auch der Nachbarort Tettenborn war betroffen) der Ostteil des braunschweigischen Landkreises Blankenburg an die sowjetische Besatzungszone fiel. Dem Landkreis Osterode am Harz, dem Sachsa seit Mitte Juli 1945 de facto angehörte, wurde es per 1. September 1945 auch de jure eingegliedert.

1960 bis 1961 wurde vor Ort die Jugendherberge nach Plänen des Architekten Hans Jaeckel errichtet. Auch der Kursaal Bad Sachsa entstand in den Jahren von 1962 bis 1963 nach Jaeckels Entwürfen.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Nachbarorte und Gemeinden Neuhof (ehemals braunschweigisch), Steina (ehemals hannoversch) und Tettenborn eingemeindet.[7]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Sachsa waren in den Jahren 1219 Saxa, 1232 Sassa, 1237 Saxa und 1238 Sassa. Sachsa ist ein kompliziert zu erklärender Ortsname. Am ehesten auf „Sahs-aha“ für sehen dürfen zu begründen. Im Grundwort ist vermutlich das germanische „aha“ für „Wasser, Fluss, Bach“ enthalten. Außerdem ist vermutlich das erschlossene „Sahs-“ für „Stein“ enthalten. Der Name hätte dann „Steinbach“ bedeutet. Möglicherweise bezog er sich als Teilabschnittsname, der im Ortsnamen erhalten blieb auf den Fluss Uffe beziehungsweise den Sachsengraben.[8]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Sachsa befinden sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Nikolai und Gemeinden in den Ortsteilen Neuhof, Steina und Tettenborn. Die Kirchengemeinde Bad Sachsa gehörte früher zur Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und wurde während der deutschen Teilung durch die Evangelische Kirche von Westfalen betreut. Erst durch Vertrag der beiden Kirchenleitungen vom Oktober 1996 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde in den damaligen Kirchenkreis Herzberg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers; mit der Zusammenlegung der Kirchenkreise Herzberg, Osterode und Clausthal-Zellerfeld zum Kirchenkreis Harzer Land am 1. Januar 2013 gehört die St. Nikolai-Gemeinde nun diesem Kirchenkreis an. Die Gemeinde verfügt über die gleichnamige Kirche an der Kirchstraße und das benachbarte Luther-Haus.

Die römisch-katholische Kirche St. Josef befindet sich an der Herderstraße, sie gehört zur Pfarrgemeinde St. Benno in Bad Lauterberg. Bereits 1931 wurde eine kleine katholische Kirche St. Josef an der Herderstraße eingeweiht. Von 1961 bis 1963 erfolgte der Bau der heutigen Kirche. Das katholische Haus Tannenried an der Bismarckstraße, 1910 ursprünglich als Wohnhaus eines Fabrikanten erbaut, wurde 2009 geschlossen. In dem Haus befand sich eine kleine Kapelle.

Die neuapostolische Gemeinde Bad Sachsa wurde 1977 gegründet, sie gehört zum Kirchenbezirk Göttingen und verfügt über eine 1979 eingeweihte Kirche an der Ringstraße.

Die Zeugen Jehovas verfügen über einen Königreichssaal an der Steinaer Straße.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[9]
Wahlbeteiligung: 56,32 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,14 %
33,88 %
9,91 %
7,40 %
4,93 %
2,12 %
1,62 %
BfBS e
BV g
Anmerkungen:
e Wählergruppe Bürger für Bad Sachsa
g Bürgerverein
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Stadt Bad Sachsa besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern.[10] Die 20 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Stadtrat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Axel Hartmann von der CDU.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[11]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit dem 1. November 2014 Axel Hartmann (CDU). Er gewann die Bürgermeisterwahl im Juli 2014 gegen die langjährige Amtsinhaberin Helene Hofmann (SPD), die die erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „Gespalten und halb geteilt; vorne in Silber auf grünem Boden ein aus dem Spalt hervorgehender grüner Eichbaum mit sechs goldenen Eicheln, hinten oben in Silber ein schreitender, schwarzer, rotbezungter Hirsch, hinten unten rot-silbern geschacht (3:3:3:2).“

Das heutige Wappen der Stadt Bad Sachsa entspricht dem vom Staatsarchivrat Otto Korn im Reichsarchiv in Magdeburg 1938 angefertigten Wappenentwurf. Das Motiv ist aber bedeutend älter. Bereits 1838 erhielt der Stadtförster ein Koppel mit Koppelschloss, auf dem der „halbe Eichbaum mit sechs Früchten“ zu sehen war. Die Eiche im Wappen von Bad Sachsa ist also keinesfalls erst im „Dritten Reich“ als Wappensymbol aufgenommen worden. Der Rat der Stadt Bad Sachsa beschloss am 14. September 1950, dass das Wappen der Stadt in der vom Staatsarchiv Magdeburg gefertigten Ausführung weiterhin Gültigkeit haben sollte. Das Wappen wurde am 2. April 1953 durch das Niedersächsische Innenministerium genehmigt.

Die vordere Wappenhälfte zeigt über die Jahrhunderte entweder einen Nadel- oder Laubbaum. In jedem Falle steht der Baum für die Jagdgerechtsame der Stadt im Harzwald.

Im Wappen von Bad Sachsa blieb die hintere Wappenhälfte seit 1525 unverändert. Der schwarze Hirsch ist das Wappenzeichen der Grafen von Klettenberg, zu deren Grafschaft Sachsa im 12./13. Jahrhundert gehörte. Im Jahre 1238 fiel Sachsa an die Grafen von Hohnstein. Deren Turnier- und Kampfzeichen war der geschachte Schild. Durch die Hohnsteiner erhielt Sachsa die Stadtrechte. Das Geschlecht erlosch im Jahre 1593.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sachsa hat mit der französischen Gemeinde Castelnau-de-Médoc im Département Gironde 1973 eine Partnerschaft geschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum Bad Sachsa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Heimatmuseum (Hindenburgstraße) wird der Ursprung des Ortes mit seiner wechselvollen Geschichte in Wort und Bild dargestellt. Gezeigt werden eine Schuhmacher-, Klempner- sowie eine vierhundertjährige Böttcherwerkstatt. Daneben ist ein Webstuhl aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Ein Schwerpunkt ist dem Wintersport gewidmet; unter anderem sind der selbst gebaute Lenkschlitten des deutschen Rodelmeisters (1952, 1954) sowie viele Skier aus der heimischen Fabrikation zu sehen.

Grenzlandmuseum Tettenborn

Grenzlandmuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Tettenborn besteht im Dorfgemeinschaftshaus seit 1992 ein Grenzlandmuseum. Es liegt nur wenige hundert Meter von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Eröffnet wurde das Museum am 12. November, genau drei Jahre nach der provisorischen Grenzöffnung an der dortigen B 243. Es zeigt die Entwicklung der Sperranlagen der DDR im Südharz von 1945 bis 1990. Das Museum präsentiert eine Vielzahl originaler Ausstattungsstücke der DDR-Grenztruppen und dokumentiert spektakuläre Grenzdurchbrüche, und auch das Leben im Grenzgebiet.

Weitere Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das NatUrzeitmuseum Bad Sachsa bietet einen Überblick über 290 Millionen Jahre Naturgeschichte des Südharz.[12] Im Ortsteil Steina gibt es ein Glasmuseum, das über die Glasherstellung und das Harzer Waldglas informiert.[13]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus der Stadt Bad Sachsa, welches sich im Stadtpark mit Schmerlbrunnen befindet, wurde im Jugendstil mit Erkern und einem Pavillon erbaut. Besonders beachtenswert ist der ganz im Jugendstil gehaltene Sitzungssaal.[14]

St.-Nikolai-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Nikolai-Kirche

Die St.-Nikolai-Kirche ist das älteste Bauwerk der Stadt. Der um die Mitte des 12. Jahrhunderts im Stil der Romanik erbaute Westturm der Kirche, an den um 1300 das heutige Kirchenschiff angefügt wurde, beherrscht die Innenstadt von Bad Sachsa. Der Altar wurde 1595 von dem damaligen Bürgermeister Hansen Hartmann gestiftet, und 1680 erhielt die Kirche innen eine umlaufende Empore sowie 1691 außen einen Fachwerkvorbau mit einem Portal.[15] Die barocke Innenausstattung mit einer Kanzel von 1711 ist sehenswert. Von der Anhöhe, auf der sich die Kirche in der Stadtmitte erhebt, bietet sich ein schöner Blick in die belebte Marktstraße, die Hauptgeschäftsstraße der Stadt.

Sachsenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls etwas südlich von Bad Sachsa ist auf einem Hügel im Wald die Ruine der Sachsenburg sehenswert. Besonders eindrucksvoll ist der Stumpf eines Turmes von 10 m Durchmesser. Ausgrabungen fanden hier 1891-93 statt.[16]

Römerstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist eine südlich der Stadt befindliche, sagenumwobene, zerklüftete Felsformation, die nach einem Jüngling mit Namen Roman aus einem Geschlecht von Riesen benannt sein soll. Nicht weit vom Römerstein entfernt wurden Reste einer Siedlung aus der Zeit um 10 000 v. Chr. entdeckt.[17]

Ravensberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 659 m über N.H.N. hohe Ravensberg ist der Hausberg von Bad Sachsa. Auf ihm befindet sich ein 1970 gebauter und weithin sichtbarer Sendeturm, der heute von der Deutschen Telekom genutzt wird. Der Ravensberg ist der einzige mit dem PKW befahrbare Berg des Westharzes. Markierte Wanderwege und Mountainbike-Touren mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad beginnen hier. Wintersportler können ein Skigebiet mit mehreren Liften, zwei Rodelbahnen und die Anbindung an das Südharzer Loipennetz nutzen. Auch eine Flutlichtanlage ist vorhanden. Der Berggipfel bietet einen Rundumblick, bei dem der Kyffhäuser, das Weserbergland sowie verschiedene Harzberge, darunter der Brocken, zu sehen sind.

Harzfalkenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ortsrand von Bad Sachsa liegt auf dem Katzenstein der Greifvogelpark Harzfalkenhof. Hier werden verschiedene Greifvogelarten gezeigt und es finden Flugvorführungen statt.

Märchengrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Märchengrund in der Katzentalstraße ist 1910 errichtet worden und zählt zu den ältesten Märchenparks Deutschlands.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit des Ortes befinden sich die Naturschutzgebiete „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried[18] und „Priorteich/Sachsenstein“.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Den Städtebeinamen Bad als Kurort trägt die Stadt seit 1905.

Sparkasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Stadtsparkasse Bad Sachsa

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa ist die kleinste unabhängige Sparkasse Deutschlands. Die Stadtsparkasse hat 2013 eine Bilanzsumme von 127,44 Millionen Euro und 45 Beschäftigte.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internatsgymnasium Pädagogium und Schülerdenkmal "Frechdachs" davor
Die Uffe in Bad Sachsa

Das im Ostertal in der Nähe des Kurparks gelegene Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa (auch "Päda" genannt) bezeichnet sich als älteste Schule in freier Trägerschaft in Norddeutschland. Das Pädagogium mit seinen alten Schulgebäuden aus verschiedenen Epochen und die denkmalgeschützte alte Turnhalle prägen das Stadtbild im Ostertal. Vor dem Eingang des Schulgeländes steht das von ehemaligen Schülern gestiftete Schülerdenkmal – der Frechdachs. Unter den namhaften Persönlichkeiten, die in ihrer Schulzeit das Pädagogium besuchten, findet sich auch Rolf Kalmuczak, der Autor der Jugendkrimi-Serie TKKG. Daher finden sich Schauplätze des Hörspiels zum Teil in Bad Sachsa und Umgebung wieder.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sachsa ist durch die Südharzstrecke an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen und verfügt über einen Bahnhaltepunkt am Rande des Ortes Neuhof etwa 2 km vom Ortszentrum entfernt. Da dieser Bahnhof erst später eingerichtet wurde, war der Bahnhof in Tettenborn bis zu diesem Zeitpunkt der einzige Bahnhof von Bad Sachsa. Er ist jedoch geschlossen und abgerissen worden.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sachsa ist mit den Buslinien 470, 471 und 472 des Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen mit dem Umland verbunden. Eine Linie erschließt die Ortsteile Tettenborn und Steina, die beiden anderen Linien erschließen den Ortsteil Neuhof. Alle Linien bedienen zudem den Bahnhof Bad Sachsa. Betrieben wird der Linienbusverkehr in Bad Sachsa von einem privaten Unternehmen im Auftrage des VSN.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Sachsa hat Anbindung an die B 243. Außerdem verfügt Bad Sachsa über Anbindung an mehrere Kreis- und Landesstraßen. Innerhalb der Stadt sind viele Straßen zum Teil stark beschädigt, das Stadtzentrum bildet eine Ausnahme. Die bisherigen Instandhaltungen wurden mit EU-Geldern finanziert.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Umspannwerk Neuhof war schon vor der Grenzöffnung 1989 über eine 110-kV-Doppelleitung mit dem Umspannwerk Wolkramshausen verbunden. Über diese Leitung exportierte die DDR Elektroenergie nach Niedersachsen. Um die Frequenzschwankungen auszugleichen, war im Umspannwerk Neuhof ein 6-MVA-Frequenzumrichter installiert.[20]

Campingplatz im Borntal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Borntal befindet sich ein im Jahr 2001 eröffneter Campingplatz. Er liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Kinderkrankenhauses, das in den Jahren 1935/36 in acht Holzhäusern eingerichtet wurde. Eine Bremer Stiftung hatte die Gebäude errichtet, um Stadtkindern eine Kur im Südharz zu ermöglichen. Allerdings konnte das "Kindererholungsheim" seine Arbeit nicht richtig aufnehmen, da das Gelände bereits 1936 von der NS-Regierung enteignet wurde. Dort sollte ein Müttergenesungsheim entstehen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurden dort 46 Kinder der Beteiligten in Sippenhaft genommen und unterlagen der strengen Bewachung durch die Gestapo. Außerdem lebte und arbeitete auf dem Gelände 1944/45 der geheime Stab um Wernher von Braun und Walter Dornberger. Nach der Befreiung durch die Amerikaner wurde das Kinderheim wieder an die Bremer Stiftung übertragen, aber nach einiger Zeit wieder verkauft. Später richtete man in den Gebäuden ein überregional bekanntes Kinderkrankenhaus mit Kreißsaal, Intensivstation und einer für damalige Verhältnisse modernen Röntgenstation ein. Außerdem entstand auf dem Gelände ein dreistöckiges Schwesternwohnheim. Für die Umbauten zum Campingplatz wurden zwei der geschichtsträchtigen Holzhäuser abgerissen. Heute sind große Teile des Geländes des ehemaligen Kinderkrankenhauses verwildert und einige der Gebäude sind durch Vandalismus und fehlende Instandhaltung zum Teil stark beschädigt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Sachsa wurden geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bad Sachsa sind verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benno Kühn (1865–1949), Geologe, verbrachte seinen Lebensabend in Bad Sachsa
  • Werner Issel (1884–1974), Architekt, lebte in Bad Sachsa
  • Willi Müller (1896–1964) war Bürgermeister, Gemeindedirektor, Ehrenbürger und Stadtdirektor von Bad Sachsa
  • Wilhelm Bobring (1912–2003), Maler und Grafiker, Schüler Kokoschkas, bekannt durch seine Gemälde von Bäumen, lebte seit 1965 in Bad Sachsa und arbeitete hier in seinem Atelier.
  • Klaus Holzkamp (1927–1995) besuchte das Pädagogium bis kurz vor seinem Abitur, später Begründer und wichtigster Vertreter der kritischen Psychologie
  • Rolf Kalmuczak (1938–2007), Schriftsteller, Schüler des Pädagogiums
  • Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 1938), Rechtsanwalt und Politiker; war als Kind nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 seines Vaters auf Adolf Hitler in Bad Sachsa interniert
  • Veruschka Gräfin von Lehndorff (* 1939), Schauspielerin, Fotomodell, Malerin und Fotografin; war als Kind nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 ihres Vaters auf Adolf Hitler in Bad Sachsa interniert
  • Alexandra (1942–1969), Sängerin, verbrachte häufig Urlaubstage in Bad Sachsa und wurde durch Wilhelm Bobring zum Lied "Mein Freund der Baum" inspiriert
  • Hans-Heinrich Sander (* 1945) (FDP) Umweltminister und Landtagsabgeordneter in Niedersachsen, war Schüler am Pädagogium
  • Lutz Hoffmann (1959–1997), Turner, war am Pädagogium als Lehrer tätig

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Gundlach: Die innerdeutsche Grenze im Südharz. Schicksale – Erlebnisse – Ereignisse. Gundlach, Bad Sachsa 2004, ISBN 3-00-014335-1.
  • Gerhard Möller: „Keine Gebietsänderung verlief aber so dramatisch …“ Wie Bad Sachsa und Tettenborn „in den Westen“ gelangten. – In: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, 30. Band, Nordhausen 2005, S. 121–149.
  • Ralph Boehm, Michael Reinboth: Bad Sachsa – Bauwerke erzählen Geschichte. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld, 2015, ISBN 978-3-86948-464-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Sachsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Sachsa – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. http://stadt.bad-sachsa.de/ Siehe dort: Leben in Bad Sachsa
  3. Josef Walz: Der Harz, S. 295. Köln 1995
  4. W. Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, Bd. 2, S. 930. Leipzig 1905
  5. Dr. Adolf Genius: Habbels Konversationslexikon, Bd. 4, S. 227. Regensburg 1926
  6. Friedrich Lindau: Hannover. Wiederaufbau und Zerstörung. Die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität, 2., überarbeitete Auflage, Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2001, ISBN 3-87706-607-0, passim; Vorschau über Google-Bücher
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.
  8. Der „Ortsnamenforscher“ auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  9. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/156003_000021/index.html
  10. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 18. März 2015.
  11. Bad Sachsa: Ergebnis der Kommunalwahl 2011, abgerufen am 18. März 2016
  12. NatUrzeit-Museum Bad Sachsa
  13. Glasmuseum Steina
  14. Josef Walz: Der Harz, S. 295. Köln 1995
  15. G. Ulrich Großmann: Hannover und Südniedersachsen, S. 199. Köln 1999
  16. Josef Walz: Der Harz, S. 295. Köln 1995
  17. Hans Pusen:: Harz, Hannover, Lüneburger Heide, S. 47. München 1972
  18. Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 23. August 2011.
  19. Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 23. August 2011.
  20. Walter-Schossig Aufsätze pdf