Schulenburg (Pattensen)

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Schulenburg
Stadt Pattensen
Wappen von Schulenburg
Koordinaten: 52° 11′ 42″ N, 9° 46′ 39″ O
Höhe: 78 m
Einwohner: 2397 (1. Jan. 2006)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30982
Vorwahl: 05069

Schulenburg ist der südlichste und nach der Kernstadt zweitgrößte Ortsteil der Stadt Pattensen in Niedersachsen und liegt im Calenberger Land direkt an der Leine.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Calenberger Mühle
Die Goldlunula von Schulenburg

Verschiedene Funde weisen auf eine Besiedelung bereits in der Steinzeit hin. Erste urkundliche Erwähnung findet 1282 eine Kapelle in Schulenburg. 1298 wird Schulenburg selbst als Ansiedlung urkundlich erwähnt. Der Bau der Sandsteinbrücke über die Leine erfolgt 1751.

Bei Schulenburg befindet sich die Ruine der Feste Calenberg weist noch heute auf die ehemalige Bedeutung Schulenburgs als Residenz der welfischen Herzöge hin. Herzog Otto der Strenge errichtete Ende des 13. Jahrhunderts (Erwähnung 1290 als „castrum calenberg“) die Burg gegen die Bischöfe von Hildesheim. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Schulenburg war bis 1867 Sitz des Amts Calenberg.

Die Marienburg nahe Schulenburg wurde in den Jahren von 1857 bis 1867 von König Georg V. für seine Frau Marie errichtet.

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Schulenburg (Leine) (offizieller Name) in die Stadt Pattensen eingegliedert.[1]

Goldschmuckfund von 1911[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Goldlunula von Schulenburg

Die Goldlunula von Schulenburg wurde im April 1911 von dem Landwirtssohn Alten jun. gefunden. Dies geschah bei der Rodung eines Waldstückes in der Flur 8 von Schulenburg. Der Fund wurde im Wurzelwerk eines Ahornbaumes in 30 cm Tiefe freigelegt und anschließend an das Provinzialmuseum Hannover verkauft. Da es keine Nachuntersuchung des Fundortes gab, blieb ungeklärt, ob es sich um einen Grabfund, einen Opferfund oder um einen Verwahrfund handelte.[2]

Das Fundstück ist eine der wenigen Goldlunulae, die in Deutschland und auf dem europäischen Festland ausgegraben wurden. Sie entstand in der Frühen Bronzezeit und wurde damals wahrscheinlich aus Irland importiert. Dieser Fund in der Nähe von Adensen weist auf die bereits damals bestehenden weitreichenden Handelsbeziehungen nach Irland hin. Dort sind die meisten der Goldlunulae aufgefunden worden; deshalb gilt Irland als ihr Herstellungsort. Der Fund ist im Original im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover und in Kopie in dem Museum auf dem Burghof in Springe ausgestellt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Heilig-Kreuz-Kirche (2011)

In Schulenburg befindet sich die evangelische Thomas-Kirche, an der Schulstraße gelegen und heute zum Kirchenkreis Laatzen-Springe gehörend.

Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche von 1960 wurde 2012 profaniert. Sie gehörte zuletzt zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Sarstedt. Heute befindet sich die nächstgelegene katholische Kirche im 7 km entfernten Nordstemmen.

1987 wurde an der Hauptstraße eine Neuapostolische Kirche errichtet. 2009 wurde die neuapostolische Kirchengemeinde aufgelöst. Das Kirchengebäude wurde verkauft, es wird heute von einer Firma zur Herstellung von Schiffsbeleuchtungen genutzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Svenja Blume (CDU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leinebrücke aus Sandstein
Thomas-Kirche

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Schulenburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckard Steigerwald: Pattensen. Zur Geschichte und Entwicklung der Dörfer (bis Ende des 16. Jahrhunderts). Herausgabe und Vertrieb: Stadt Pattensen 1986, OCLC 844044794.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/ Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 202.
  2. Quellen:
    1) Hans Hahne: Das Goldgeschmeide von Schulenburg. In: JB Provinzial-Museum Hannover. 1911/12, S. 86ff.
    2) Frühes Gold. Ur- und Frühgeschichtliche Goldfunde aus Niedersachsen. (Fundgeschichten und kulturhistorische Impressionen) Niedersächsisches Landesmuseum Hannover. Isensee Verlag, Oldenburg 2003, ISBN 3-89995-066-6, S. 31–34.
    3) Hans-Jürgen Häßler: Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2002, S. 501.
    4) Eckard Steigerwald: Pattensen. Zur Geschichte und Entwicklung der Dörfer (bis Ende des 16. Jahrhunderts) Herausgabe und Vertrieb: Stadt Pattensen 1986, S. 15f.