Schweisfurth Stiftung

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Schweisfurth Stiftung
Rechtsform: Öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts[1]
Zweck: Satzung[2]
Vorsitz: Franz-Theo Gottwald
Bestehen: 1985
Stifter: Karl Ludwig Schweisfurth
Stiftungskapital: 15 Millionen Euro[3]
Mitarbeiterzahl: 4 (davon 3 in Teilzeit)[4]
Sitz: München
Website: www.schweisfurth-stiftung.de

Die Schweisfurth Stiftung fördert seit ihrer Gründung durch den ehemaligen Wurst-Industriellen und Öko-Pionier Karl Ludwig Schweisfurth im Jahre 1985 in München Wege in eine lebenswerte Zukunft.

Stiftungsauftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Schaffung einer gerechten, nachhaltigen und verantwortungsbewussten Land- und Lebensmittelwirtschaft. Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur ist dabei ebenso maßgeblich wie die kreative Gestaltung kultureller Zusammenhänge. Wesentliches Leitmotiv für die Stiftungsarbeit seit 2005 ist „Gutes Wirtschaften im Ernährungssektor“. Hierbei sind die Schwerpunkte: Verbesserung der Lebensbedingungen der landwirtschaftlich genutzten Tiere; Erhalt und Entwicklung des Lebensmittelhandwerks und der Qualität von Lebensmitteln; Behandlung von Fragen der Zukunft ländlicher Räume in agrarethischer und agrarkultureller Perspektive. Die Stiftung ist eine der wenigen Nichtregierungsorganisationen in Deutschland, die sich beim Tierschutz auf den Schutz von so genannten Nutztieren spezialisiert hat. Die Stiftung fördert das Bewusstsein für den Wert von lebendigen Lebensmitteln – dazu gehören sämtliche Themen rund um die Herstellung, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln, über eine ökologische, handwerkliche Produktion, Fragen der Ernährungsgerechtigkeit bis hin zu einer ethisch verantwortbaren, tiergerechten Zucht und Haltung landwirtschaftlich genutzter Tiere. Daher fühlt sie sich Vordenkern der Zukunft ebenso verpflichtet wie Praktikern und Kunstschaffenden aus den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Tierzucht, Bildung und Erziehung.

Stiftungsvorstand ist der Agrarethiker, Publizist und Unternehmensberater Franz-Theo Gottwald.

Von 1998 bis 2002 vergab sie in Kooperation mit der Vereinigung für Ökologische Ökonomie den Schweisfurth-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie. Die Stiftung vergibt jährlich den Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft, bei dem Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten ausgezeichnet werden, die Ideen und Lösungsansätze für Nachhaltigkeitsfragen im Bio-Ernährungssektor bieten.[5] Die Stiftung vergibt seit 2015 den Wolfgang Staab-Naturschutzpreis für besondere Leistungen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung von Fluss- und Auenlandschaften. Der Preis wird jährlich vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Weiterhin ist die Stiftung Träger des Projekts Tierschutz auf dem Teller, das Gastronomiebetriebe, Tagungshäuser und Gemeinschaftsverpflegungen mit einer Tierschutzkochmütze auszeichnet, die auf tiergerechte, ökologische Herkunft der Zutaten tierischen Ursprungs achten.[6]

2002 verfassten Stifter Karl Ludwig Schweisfurth, Franz-Theo Gottwald und Meinolf Dierkes das Leitbild Agrar- und Ernährungskultur, das auch als konzeptioneller Hintergrund der Stiftungsarbeit dient.[7] Vorstand Franz-Theo Gottwald war außerdem bei der Erarbeitung der Leitbilder für das Bayerische Metzger- sowie das Bäckerhandwerk beteiligt. Die Stiftung ist Herausgeberin der Buchreihe Agrarkultur im 21. Jahrhundert, die im Metropolis-Verlag erscheint.

2013 erhielt die Stiftung den Münchner Umweltpreis.[8][9] 2012 wurde die Stiftung für ihr Projekt Tierschutz auf dem Teller ausgezeichnet als ausgewählter Ort im Wettbewerb "Deutschland – Land der Ideen".[10] Außerdem wurde das Projekt „Tierschutz auf dem Teller“ wurde in den Jahren 2011, 2012 und 2015 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N-Projekt“ ausgezeichnet.[11]

Karl Ludwig Schweisfurths Tochter Anne ist stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweisfurth Stiftung ist Herausgeberin der Buchreihe Agrarkultur im 21. Jahrhundert im Metropolis-Verlag. Daneben ist sie an zahlreichen Publikationen beteiligt, etwa dem jährlich erscheinenden Kritischen Agrarbericht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.schweisfurth-stiftung.de/impressum/
  2. http://www.schweisfurth-stiftung.de/stiftung/anliegen/
  3. Lexikon der Nachhaltigkeit, Aachener Stiftung Kathy Beys
  4. Association for the Promotion of the Economy for the Common Good: Gemeinwohl-Ökonomie. Gemeinwohl-Bilanz, Einstiegsbericht für den Zeitraum 2013/2014 download
  5. http://www.forschungspreis-bio-lebensmittel.de/index.php?id=55
  6. http://www.tierschutz-auf-dem-teller.de/
  7. http://www.schweisfurth.de/leitbild-agrar-ernaehrung.html (Memento vom 8. Juli 2007 im Internet Archive)
  8. http://www.schweisfurth.de/index.php?id=96&backPID=897&tt_news=904
  9. http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt/Foerderungen_und_Auszeichnungen/Umweltpreis/Preistraeger_2013.html (Memento vom 16. März 2015 im Webarchiv archive.is)
  10. https://www.land-der-ideen.de/365-orte/preistraeger/projekt-tierschutz-auf-teller
  11. Tierschutz auf dem Teller, Genuss mit gutem Gewissen (Memento vom 14. April 2016 im Webarchiv archive.is) , Werkstatt N, 2011, 2012, 2015
  12. [1]