Erziehung

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Dieser Artikel befasst sich mit der Erziehung von Menschen. Für weitere Bedeutungen siehe Erziehung (Begriffsklärung).
Der erste Schritt. Burmesische Familie

„Unter Erziehung versteht man die pädagogische Einflußnahme auf die Entwicklung und das Verhalten Heranwachsender. Dabei beinhaltet der Begriff sowohl den Prozeß als auch das Resultat dieser Einflußnahme.“[1] Der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Brezinka definiert Erziehung als „Handlungen [...], durch die Menschen versuchen, das Gefüge der psychischen Dispositionen anderer Menschen in irgendeiner Hinsicht dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Bestandteile zu erhalten oder die Entstehung von Dispositionen, die als schlecht bewertet werden, zu verhüten.“[2]

Der Ausdruck „Erziehung“ bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch sowohl die Gesamtheit allen erzieherischen Handelns, das die Personalisation, Sozialisation und Enkulturation eines Menschen steuert, als auch einzelne Teile dieses Gesamtprozesses, wie z. B. die Sexualerziehung, Gesundheitserziehung oder Verkehrserziehung.

Erziehung wird von Erziehungsnormen geleitet. Sie erfolgt im Rahmen von Erziehungskonzepten, die auf Erziehungsziele ausgerichtet sind, und greift auf Erziehungsmittel und Erziehungsmethoden zu.

Wortherkunft und Bedeutungsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort erziehen geht auf ahd. irziohan (herausziehen) zurück und nimmt unter dem Vorbild des Wortes educare (lateinisch für großziehen, ernähren, erziehen) bald die Lehnbedeutung jemandes Geist und Charakter bilden und seine Entwicklung fördern an.[3]

Aus dem Ursprungsbegriff hat die Sprachgebung in der Folge ein differenziertes Vokabular geschaffen, um die Nuancen des komplizierten Erziehungsprozesses genauer zu erfassen: Bezeichnungen wie „Aufziehen“, „Betreuen“, „Fördern“, „Belehren“, „Unterrichten“, „Sozialisieren“, „Ausbilden“, „Bilden“ oder „Enkulturieren“ spiegeln das breite Spektrum an Erziehungsvorstellungen, Einflussnahmen und Erziehungspraktiken, mit denen es „Erziehen“ zu tun hat. Es handelt sich teils um Synonyme, teils um Teilbereiche des sehr komplexen Erziehungsprozesses mit unterschiedlichen Niveauansprüchen, die sich in den unterschiedlichsten Definitionen von Erziehung wiederfinden.[4][5]

Erziehung in den wissenschaftlichen Disziplinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wissenschaftliche Disziplin, die sich in erster Linie und schwerpunktmäßig mit der Theorie und Praxis von Erziehung befasst, ist die Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft. Mit den gesellschaftlichen Strukturen des Erziehungssystems beschäftigt sich die Erziehungssoziologie, während die Pädagogische Psychologie und die Schulpsychologie die psychologischen Dimensionen der Erziehung im Blickfeld haben. Weitere Wissenschaften machen Erziehung im Rahmen ihres fachlichen Zuständigkeitsbereichs ebenfalls zum Gegenstand der Betrachtung, wie etwa die Philosophie, die Religionswissenschaft, die Rechtswissenschaft, die Politikwissenschaft, die Sportwissenschaft, die Psychologie, die Soziologie, die Sozialgeschichte oder die Kulturgeschichte. Sie tragen jeweils eine Verantwortung für einen essentiellen Beitrag aus ihren Fachgebieten zu der lebendigen Reflexion und Weiterentwicklung der Erziehungsnotwendigkeiten.

Theoretische Begründung des Erziehungsbegriffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Seiten der Pädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachrichtung innerhalb der Pädagogik, die sich mit der theoretischen Begründung des Erziehungsbegriffs beschäftigt, ist die Allgemeine Pädagogik.

Der früheste Versuch, den Begriff der Erziehung theoretisch zu begründen, stammt von Johann Friedrich Herbart (1776–1841), für den Erziehen eine gewollte, geplante, organisierte Veranstaltung ist; sie ist nicht natürlich und ereignet sich bloß, ist nicht nur Sozialisation, die gleichsam naturwüchsig geschieht, sondern eine rationale Handlung, die nach bewussten Zwecken verfährt. Sie folgt dem Wollen, aber nicht irgendeinem Wollen, sondern demjenigen Wollen, das aus einem bestimmten Gesichtskreis bzw. Gedankenkreis ergibt.[6]

Siegfried Bernfeld schrieb 1929 aphoristisch: „Die Erziehung ist […] die Summe der Reaktionen einer Gesellschaft auf die Entwicklungstatsache.“[7]

Eduard Spranger (1882–1963) hat seinen Versuch, Erziehung theoretisch zu begründen, anthropologisch gefasst. In seiner berühmten Parabel vom Bogenschnitzer hat er den Ursprung der Erziehung zunächst sinnfällig beschrieben. Der in vorgeschichtlicher Zeit lebende Bogenschnitzer unterbricht seine Arbeit, um einen Knaben zu zeigen, wie dieser selbst einen Bogen herstellen kann. Spranger zielt hier vor allem darauf, dass Erziehung erst möglich ist, wenn die Lebensumstände es dem Menschen erlauben, sein Kernanliegen der Überlebenssicherung einen Moment zurückzustellen.[8]

Von einer anthropologischen Grundlage ging ein halbes Jahrhundert später auch Wolfgang Sünkel (1934–2011) aus, für den Erziehung dazu dient, die kollektive Kulturalität des Menschen zu tradieren, weil diese ja nicht genetisch übergeben werden kann. Erziehung löst das Problem, wie die nichtgenetischen Tätigkeitsdispositionen – „das sind Kenntnisse, Fertigkeiten und Willensstellungen (Motive)“ – „über die Mortalitätsschwelle hinüber gebracht werden“ können.[9] Als Definition ergibt sich für Sünkel daraus: „Erziehung ist die vermittelte Aneignung nichtgenetischer Tätigkeitsdispositionen.“[10]

Klaus Prange (1996) versteht Erziehung als Synchronisierung und Symmetrisierung von Zeigen und Lernen.[11]

Von Seiten der Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Seiten der Psychologie gibt es keine prominenten Anstrengungen, den Erziehungsbegriff theoretisch zu begründen; einige Autoren haben sich jedoch um die theoretische Begründung von Begriffen verdient gemacht, die als Bestandteile einer Definition für „Erziehung“ herangezogen werden können.

So unterscheiden die Autoren Heinz Walter Krohne und Michael Hock zwischen Erziehungskonzepten und Erziehungsstilen. Während Erziehungskonzepte Bündel von Einstellungen, Zielen und Überzeugungen sind, bezeichnet der Ausdruck Erziehungsstil die individuellen Verhaltenstendenzen von Eltern und Erziehern. Beispiele für Erziehungskonzepte sind eine leistungs- oder bildungsorientierte, emanzipatorische, antiautoritäre oder christliche Erziehung. Unterschiedliche Erziehungsstile dagegen zeichnen sich durch ein unterschiedlich hohes Niveau von Autorität, Responsivität und Empathie aus. Der Erziehungsstil kann sich ‒ der individuellen emotionalen und sozialen Kompetenz und dem Temperament des Erziehenden entsprechend ‒ von Person zu Person stark unterscheiden, ist beim Einzelnen aber meist recht stabil.[12]

Von Seiten der Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vertreter der Soziologie hat sich etwa Émile Durkheim um eine theoretische Begründung des Erziehungsbegriffes bemüht. In seiner pädagogischen Hauptschrift, L’éducation morale (postum, 1923), hat er Erziehung als methodische Sozialisation bestimmt. Erziehung sei diejenige Teilmenge der Sozialisationsvorgänge, die das Kompetenzgefälle zwischen den Erwachsenen und der jüngeren Generation aufheben soll. Erziehung mache den Menschen zum sozialen Geschöpf und diene der Bestandssicherung des sozialen Systems, in dem sie stattfindet. Als eine Tätigkeit, die von pädagogischen Normen geleitet wird, sei sie allerdings keine urmenschliche Gegebenheit, sondern setze historisch erst zu einem Zeitpunkt ein, an dem die Erziehung über Religion und Familie allein nicht mehr ausgereicht habe.[13]

Wie Durkheim, so begriff auch Niklas Luhmann Erziehung als „eine intentionale Tätigkeit, die sich darum bemüht, Fähigkeiten von Menschen zu entwickeln und in ihrer sozialen Anschlussfähigkeit zu fördern.“[14] Auch Luhmann unterscheidet ausdrücklich zwischen Erziehung und Sozialisation; weil sein (systemtheoretisches) Interesse an Erziehung vorrangig autopoietischen Merkmalen gilt, die am offensichtlichsten in der institutionellen, d.h. schulischen Erziehung gegeben sind, spielt die Unterscheidung von „Erziehung“ und „Bildung“ bei ihm jedoch nur eine untergeordnete Rolle.[15]

Begriffsabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erziehung vs. Sozialisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erziehungswissenschaftler Peter Menck definiert Sozialisation: Als ›Sozialisation‹ wird der Prozess bezeichnet, in dem ein Mensch sich unter Aufnahme von und in Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen, kulturellen und materiellen Umwelt zu einer Persönlichkeit entwickelt.[16] Er umfasst mit dieser globalen Aussage den gesamten Bildungsprozess des Menschen einschließlich der Fremd- und Selbsterziehung, vermeidet aber eine Binnendifferenzierung der Begriffe Erziehung, Bildung und Sozialisation. Die Begriffe Erziehung und Sozialisation greifen nach Menck ineinander, sind aber nicht deckungsgleich. Er spricht von "sich überschneidenden Kreisen".[17] Der Didaktiker Siegbert Warwitz spricht von "wachsenden Ringen", in denen sich der lebenslang zu gestaltende Bildungsprozess von Erziehung und Sozialisation vollzieht.[18] Die Begriffe im Einzelnen für den Erziehungsalltag realitätsnah klar voneinander zu unterscheiden, ist nicht einfach. Beiträge zu dieser Frage stammen etwa aus der Soziologie, z.B. von Émile Durkheim (siehe weiter unten) oder von Friedhelm Neidhardt, für den Erziehung ein normatives Konzept ist, in dem bestimmte ideale pädagogische Vorstellungen umgesetzt werden, während Sozialisation als Sammelbegriff alle faktischen Bedingungen des Hineinwachsens in eine Gesellschaft bezeichnet.[19] Der Soziologe Matthias Grundmann definierte 2009, dass unter Erziehung „die Etablierung sozial erwünschter Eigenschaften von Personen durch Bezugspersonen“ und unter Sozialisation „der ganz allgemeine, anthropologisch fundierte Sachverhalt der sozialen Gestaltung von verlässlichen Sozialbeziehungen und der intergenerationalen Tradierung von sozialem Handlungswissen“ zu verstehen sei.[20] Auch die Bestandsaufnahme, die die Erziehungswissenschaftlerin Solvejg Jobst 2008 zum Begriff Sozialisation vorgenommen hat, war in erster Linie soziologisch ausgerichtet.[21]

Erziehung vs. Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht selbstverständlich ist weiterhin die Unterscheidung von Erziehung und Bildung. Wie Philipp Eggers bereits 1971 gezeigt hat, ist diese Unterscheidung vor allem im deutschsprachigen Raum gebräuchlich.[22] Im englischen Sprachraum, der geistesgeschichtlich stark vom Positivismus geprägt ist, fällt Bildung vollständig mit Erziehung zusammen (education).[23] Bekannt ist die Unterscheidung jedoch auch in den slawischen Sprachen, etwa im Russischen (воспитание vs. образование) und im Polnischen,[24] und mit Einschränkungen auch im Französischen. Im deutschsprachigen Raum hat der Begriff seinen Ursprung im deutschen Idealismus und bezieht sich stärker als Erziehung auf die Kognition. Die ausdrücklich normativen Komponenten von Erziehung fehlen, ebenso wie die affektiven, und die Eigentätigkeit des sich bildenden Individuums steht im Vordergrund, wodurch der Begriff ein Element von Emanzipation erhält.[25] So ist Bildung für Matthias Grundmann „die Kultivierung von Handlungswissen einzelner Individuen“.[20]

Während Humboldt im ausgehenden 18. Jahrhundert noch die Bildung aller Menschen im Auge gehabt hatte, entwickelte Bildung sich zum 20. Jahrhundert hin tatsächlich zum Instrument sozialer Distinktion einer bildungsbürgerlichen Minderheit.[26] Max Horkheimer und der Erziehungswissenschaftler Wolfgang Klafki haben sich darum bereits in den 1950er Jahren um eine zeitgemäße Neufassung des Bildungsbegriffs bemüht. Weithin geriet der Bildungsbegriff unter Legitimationszwang, als in den ausgehenden 1960er Jahren die Pädagogik von ihrer ursprünglich geisteswissenschaftlichen Orientierung zu einer modernen, empirisch orientierten Sozialwissenschaft umgebaut wurde, die auf Förderungsegalität ausgerichtet war.[26]

Obwohl der Bildungsbegriff obsolet und inhaltlich hohl geworden war, erfuhr er seit Mitte der 1960er Jahre auch einen inflationären Gebrauch und wurde in massiver Überdehnung immer wieder auf Sachverhalte angewandt, die nach allen Definitionskriterien Erziehung sind.[23] Auf die Problematik der Verwischung der Begriffe Erziehung und Bildung, die mit solchem inflationären Wortgebrauch verbunden ist, hat in jüngerer Zeit besonders nachdrücklich Klaus Prange hingewiesen, der dahinter vor allem Etikettenschwindel vermutet: „Mit dem Gütesiegel ‚Bildung‘ verliert Erziehung den Nimbus der Bevormundung und präsentiert als Offerte, was der Sache nach eben doch Erziehung ist.“[27]

Erziehung vs. Pädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht selbstverständlich ist weiterhin die Unterscheidung von Erziehung und Pädagogik. Noch Kant hat beide Ausdrücke meist synonym verwendet,[28] und viele Autoren folgen ihm darin bis heute.[29] Die Schwierigkeit der Unterscheidung beider Begriffe rührt insbesondere daher, dass die Pädagogik nicht nur eine um wissenschaftliche Erkenntnis bemühte Disziplin ist, sondern in erheblichem Umfang auch als „Erziehungskunst“, als Leitfaden für die erzieherische Praxis verstanden wird, also aktiv Erziehungsnormen setzt und damit selbst zum Erziehungsfaktor wird.[30]

Klar trennbar sind die Begriffe Erziehung und Pädagogik hingegen vom Standpunkt der Empirischen Pädagogik, die Erziehungsnormen zwar beschreibt, anders als die Praktische Pädagogik aber nicht selbst setzt.[31]

Probleme des Begriffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erziehung als Zumutung und Entwürdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Erziehung“ hat im deutschsprachigen Raum heute oftmals ein schlechtes Image.[32] Wie unter anderem Werner Loch aufgewiesen hat, wird ihr ein autoritärer Beigeschmack und eine Belastung mit Tendenzen von Unterdrückung, Entmündigung, Gängelung oder Engstirnigkeit zugeschrieben.[33] Auch innerhalb der Pädagogik wird, wie unter anderem Niklas Luhmann und Dieter Lenzen gezeigt haben, Erziehung häufig als Zumutung empfunden.[34]

Insbesondere bei Erwachsenen wird der Begriff „Erziehung“ im Sinne einer Erziehung durch andere Personen in neueren Publikationen vermieden und nur noch als „Selbsterziehung“ akzeptiert. So spricht man etwa im Verkehrsleben bei der Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche von Verkehrserziehung, bei erwachsenen Verkehrsdelinquenten dagegen von Belehrung oder Verkehrsunterricht. Auch der deutsche Gesetzgeber schließt sich in den Formulierungen zum Verkehrsrecht, etwa in § 48 StVO, dieser Sprachregelung an. Eine theoretisch fundierte Aussage darüber, warum Erziehung nur im Jugendalter funktionieren und zumutbar sein soll, gibt es von Seiten der Pädagogik jedoch nicht, und Psychologie und Soziologie gehen davon aus, dass die Sozialisation ein lebenslanger Prozess ist, der – etwa mit Mitteln der Psychotherapie, der Sozialtherapie oder der Geragogik – auch im Erwachsenenalter noch methodisch beeinflusst werden kann.

Der gelegentlich euphemistische Missbrauch des Wortes „Erziehung“ für Indoktrination und Gehirnwäsche hat bei einigen Autoren Skepsis geweckt, dass Euphemismen auch bei anderweitigem Gebrauch des Ausdrucks im Spiel sein könnten.[35] Die radikalste Ausformung dieser Skepsis findet sich in antipädagogischen Konzepten, wie sie heute z. B. noch von Hubertus von Schoenebeck vertreten werden.

Unschärfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund dieses Hautgouts des Wortes Erziehung – und nicht aufgrund einer theoretisch fundierten Begriffsbestimmung – wird der Terminus im aktuellen pädagogischen Diskurs häufig gemieden, wobei die Autoren auf vermeintliche Synonyme wie z. B. „bilden“ oder „helfen“ ausweichen.[36] Klaus Prange schrieb dazu ironisch: „Folgte man der Nomenklatura der sich avantgardistisch gebenden Pädagogik, dann dürfte von alleinerziehenden Müttern und Vätern nicht mehr die Rede sein, sondern man hätte von alleinversorgenden Lebensbegleitern und teilhabebehilflichen Beziehungsarbeiterinnen zu sprechen, die es im unglücklichen Fällen nicht mehr mit schwererziehbaren Kindern zu tun haben, sondern mit aushandlungsresistenten Fällen in erschwerten Lebenslagen“.[37]

Für die Pädagogik erwächst hier das Problem, dass sie sich als wissenschaftliche Disziplin einen Begriff zum zentralen Gegenstand gesetzt hat, über dessen inhaltliche Bestimmung sie bislang keine Einigkeit gefunden hat, und der vielen Pädagogen aufgrund seiner Konnotationen sogar suspekt ist.[38][36] Weil diese Konnotationen außerhalb des deutschen Sprachraumes überdies kaum eine Entsprechung haben, ergeben sich für die deutschsprachige Pädagogik im internationalen fachlichen Austausch – schon allein im europäischen Rahmen – zahlreiche Verständigungsschwierigkeiten.[39]

Geschichte der Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Pädagogik

Die Erziehung war in der westlichen Welt bis ins 20. Jahrhundert hinein vor allem vom Christentum geprägt, wobei das Ideal der christlichen Erziehung der gläubige Mensch war. Der mittelalterlichen Scholastik ist es zu verdanken, dass in die christliche Pädagogik auch aristotelisches Gedankengut einging. Die Aufklärung, der Neuhumanismus und der deutsche Idealismus führten vom 17. Jahrhundert an zur Entstehung einer säkularisierten bürgerlichen Erziehungsphilosophie, deren Ideal der gebildete, aufgeklärte Mensch war, der gleichzeitig ein nützliches Mitglied der Gesellschaft ist. In einer zweiten, von Jean-Jacques Rousseau ausgehenden Traditionslinie entstanden seit dem 19. Jahrhundert verschiedene Strömungen der Reformpädagogik, die sich gegen Lebensfremdheit und Autoritarismus wandten und ihre Pädagogik vom Kinde her zu entwickeln versuchten. Das bewusste, reflektierte, später auch von Ratgeberliteratur beeinflusste Erziehen im Elternhaus setzte mit der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft im 17./18. Jahrhundert ein, die die Erziehung zum zentralen Zweck der Institution Familie machte.

Der Nationalsozialismus brachte im 20. Jahrhundert keine eigenständige Erziehungsphilosophie hervor, der systematische Missbrauch, den dieses Regime mit Erziehung trieb, hatte im deutschen Sprachraum nach 1945 jedoch eine langwierige Diskreditierung von Autorität zur Folge. Diese kam insbesondere in den pädagogischen Diskursen der 68er-Bewegung und der Außerparlamentarischen Opposition zum Ausdruck, prägt den gesellschaftlichen Erziehungsdiskurs in Deutschland und Österreich jedoch bis heute. In den Vereinigten Staaten dagegen, wo für einen vergleichbaren Autoritätsdiskurs die historischen Voraussetzungen fehlten, entstanden in den 1990er Jahren Ansätze zu einer modernen Charaktererziehung, die die Ideale der bürgerlichen Erziehung mit Einsichten der aktuellen psychologischen Forschung und den gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu vereinbaren sucht.

Pädagogische Perspektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mensch kommt als ein hilfloses Wesen zur Welt, das ohne fremde Fürsorge nicht einmal Tage überleben könnte. Er wird außerdem nur mit rudimentären körperlichen, geistigen und seelischen Anlagen geboren, die es im Laufe des Lebens so zu entwickeln gilt, dass aus dem hilfsbedürftigen Geschöpf ein vollwertiges Mitglied der menschlichen Gemeinschaft werden kann. Die Pädagogik charakterisiert den jungen Menschen insofern mit einem Fachbegriff als Educandus, als ein Wesen, das der Erziehung bedarf. Diese Erziehung beginnt mit einer Fremderziehung des Heranwachsenden, die in eine Selbsterziehung des Erwachsenen münden sollte.[40] Schon Herbart stellte den Educandus dabei ausdrücklich an die Spitze der erzieherischen Bemühungen, wollte, dass dieser „sich selbst finde“ und wies dem Erzieher dabei lediglich die Rolle des Unterstützers, eines „Aufforderers zur Selbsttätigkeit“, nicht die eines Regelvorgebers zu.[41]

Nach Warwitz vollzieht sich Erziehung mit dem Bild des Dichters Rilke in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn: Der junge Mensch erweitert mit jeder Erfahrung und jeder neuen Erkenntnis seinen Horizont. Er muss für sich eine fortgesetzte Welterweiterung leisten, die in der Regel mit Wagnis verbunden ist, weil sie auch scheitern kann. Der Heranwachsende muss es wagen, sich ständig auf Neues, Unbekanntes einzulassen, um innerlich und äußerlich wachsen zu können. Der Erzieher muss es einerseits wagen, die Verantwortung des Erziehens auf sich zu nehmen und andererseits auch, seinen Zögling in die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu entlassen.[42]

Erziehung wird von der Erziehungswissenschaft nicht als Nürnberger Trichter mit Erfolgsgarantie, sondern als Hilfe zur Selbstgestaltung der Persönlichkeit verstanden, wobei die tatsächliche Umsetzung letztendlich bei dem zu Erziehenden liegt, seitens des Erziehers also mit dem Prinzip Hoffnung verbunden ist. Der Didaktiker Siegbert A. Warwitz formuliert zu der Frage des Lerntransfers: Der Charakter der Freiheit menschlicher Entscheidungen bestimmt jedoch, dass jedes Lernen letztlich mit Transferhoffnung verbunden bleibt und die Auswirkungen von Lernprozessen nicht programmiert werden können.[43]

Erziehende und zu Erziehende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erziehungsinstanz
Hauptartikel: Edukand

Erziehung ist ein Prozess, der sich zwischen Erziehenden einerseits und Zu-Erziehenden andererseits vollzieht. Eltern und Lehrer bilden heute die wichtigsten und in der wissenschaftlichen Literatur am häufigsten behandelten Erziehungsinstanzen. Daneben bestehen zahlreiche weitere Institutionen, die Erziehungsverantwortung tragen und deren Angestellte Erziehung ausüben, wie z. B. Einrichtungen der Früherziehung, der Religionsgemeinschaften oder Sportvereine. Im alten, von der Zunftordnung geprägten Handwerk waren auch das Meisterehepaar eine Erziehungsinstanz, indem sie die im Hause lebenden Lehrlinge ebenso erzogen wie die eigenen Kinder.[44] Letztendlich und als Zielvorgabe jeder Erziehung durch andere ist aber der Einzelne seine eigene Erziehungsinstanz, indem er im Sinne des lebenslangen Lernens in Form der Selbsterziehung selbst die Verantwortung für die eigene Entwicklung übernehmen muss, wenn die "Fremderziehung" mit dem Auszug aus dem Elternhaus bzw. dem Ende der Berufsausbildung ausläuft.[45]

Die Kinder und Jugendlichen, auf die Erziehung abzielt, werden fachsprachlich als Edukanden bezeichnet. Historisch sprach man auch von „Zöglingen“. Der Erzieher wird fachsprachlich auch als Educator bezeichnet.

Erziehungsstandards in der Westlichen Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschränkt sich Erziehung in einfach strukturierten Gesellschaften und bildungsfernen Familien weitestgehend auf ein „Großziehen“ oder „Aufziehen“, das lediglich die elementaren Lebensbedürfnisse und die für die Alltagstauglichkeit benötigten Handlungstechniken abdeckt, so wird Erziehung in den hoch entwickelten Kulturen darüber hinaus zu einer komplizierten, anspruchsvollen Aufgabe, die entsprechend qualifizierter Erzieher bedarf und wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch bereits seit der griechischen Antike intensiv reflektiert und diskutiert wird. Ein Mensch mit Erziehung gilt seitdem als eine reife Persönlichkeit mit einem den gesellschaftlichen Normen entsprechenden Bildungsstand und guten Umgangsformen.[46][47][48]

Erziehung findet im Rahmen der unterschiedlichen Werteordnungen der jeweiligen Gesellschaften statt. Die Zielsetzungen bestimmen sich in westlichen Kulturen zunächst durch weitestgehend konsensfähige formale Tugenden wie Toleranz, Gewaltlosigkeit, Dialogbereitschaft, Kompromissfähigkeit, Mut, Zivilcourage oder Leistungsbereitschaft. Sie werden in Teilen der Gesellschaft ergänzt durch inhaltliche oder weltanschauliche Wertvorstellungen wie eine humanistische oder eine Christliche Erziehung.[49]

Angemessenes Handeln wird nicht andressiert, sondern miteinander erarbeitet. Es muss einerseits den gesellschaftlichen Normen, andererseits der Persönlichkeitsstruktur des Heranwachsenden entsprechen. Das schließt bei unsozialem, uneinsichtigem Verhalten Sanktionen nicht aus. Was allgemein als angemessen erscheint, bestimmt sich aus den Wertsetzungen und Verhaltensregeln der jeweiligen Gesellschaft.[50]

Wer erzieht, erzieht nicht automatisch schon förderlich. Falsche Erziehung kann zu Fehlentwicklungen führen. So warnt der Verhaltensforscher Felix von Cube etwa vor einer Verwöhnpädagogik, die zu wenig fordert.[51] In gleichem Sinne spricht der Didaktiker Siegbert A. Warwitz von einer Bewährpädagogik, die die veraltete Bewahrpädagogik ablösen müsse:[52] Erziehung benötigt sachkundige Helfer, die das Potenzial ihres Zöglings nicht unter-, aber auch nicht überschätzen. Beides kann gravierende negative Folgen für die Entwicklung haben. Mit seiner viel beachteten Streitschrift Lob der Disziplin hat der Pädagoge und Schulleiter Bernhard Bueb wieder mehr Mut zur Erziehung eingefordert, Grundtugenden wie Disziplin und Fleiß wieder in die pädagogische Diskussion eingebracht und sie der verbreiteten Resignation und dem Laissez-Faire-Verhalten im Erziehungsbereich entgegengestellt.[53]

Zeitgemäße Erziehung folgt angesichts des sehr komplexen Phänomens und der anspruchsvollen Aufgabenstellung, Jugendliche auf dem Weg zu kritischen, kreativen, eigenverantwortlichen, mündigen Persönlichkeiten zu fördern, methodisch dem Prinzip des Mehrdimensionalen Lernens, d. h. der Erziehungsansatz ist ganzheitlich ausgerichtet. Das bedeutet: Er beschränkt sich nicht nur auf Einzelaspekte des menschlichen Eigenschaftsspektrums wie die körperlichen, emotionalen, volitiven, sozialen, intellektuellen und lebenspraktischen Dispositionen, sondern nimmt das Gesamtprofil der werdenden Persönlichkeit in den Blick. Er orientiert sich dabei einerseits an den Gegebenheiten des einzelnen Heranwachsenden und andererseits an den Erfordernissen der sozialen Gemeinschaft, in die sich der Einzelne integrieren muss.[54]

Wagniserziehung im Kindergarten (Thüringen 1955)

Zeitgemäße Erziehung vollzieht sich nicht in abstrakten Räumen („das tut man, das tut man nicht“), sondern in konkreten Bewährungssituationen.[55] Dazu dienen spezielle Erziehungsbereiche, die für sich wiederum didaktisch und methodisch spezialisierte Aufgabenfelder und Vorgehensweisen entwickeln. Als solche haben sich in den hoch entwickelten Gesellschaften Unterformen wie beispielsweise die Bewegungserziehung, die Persönlichkeitserziehung, die Gesundheitserziehung, die Sexualerziehung, die Sozialerziehung, die Medienerziehung, die Spracherziehung, die Spielerziehung, die Umwelterziehung, die Verkehrserziehung oder die Wagniserziehung im Erziehungswesen etabliert.

Die psychologische Komponente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lehrer-Schüler-Verhältnis

Die psychologische Komponente im Erziehungsprozess betrifft vor allem das Erziehungsklima zwischen Zögling und Erzieher. Die Akzeptanz von Erziehung durch den Heranwachsenden und die dauerhafte Wirkung auf seine Entwicklung hängen entscheidend von der Überzeugungskraft des Erziehers ab. Diese wiederum ergibt sich wesentlich aus dessen Vertrauenswürdigkeit, Dialogfähigkeit und positiver Vorbildwirkung:

Redensarten wie Quod licet jovi, non licet bovi oder Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, bestimme ich, was du tust zerstören das notwendige Vertrauen, weil sie das Abhängigkeitsverhältnis ausnutzen und statt über Argumente und Überzeugungskraft ihre Autorität aus der Macht des Stärkeren herleiten, was als unfair erkannt wird und verbittert. Das Einfordern von blindem Gehorsam dokumentiert eine Hilflosigkeit des Erziehers.[56]

Der streitbare Pädagoge und Schulleiter Bernhard Bueb befasst sich in seinem Buch "Lob der Disziplin" eingehend mit dem Thema der Selbstbeherrschung, die sowohl für den Erziehenden als auch für den Zu-Erziehenden Geltung habe. Nach seiner Auffassung darf der Erzieher keine Diskrepanz entstehen lassen zwischen den Forderungen an den Jugendlichen und dem eigenen Verhalten. Er muss einen sachlichen, von Respekt getragenen Umgang pflegen, der sich auch bei Kritik an Verfehlungen nicht von Emotionen und Beschimpfungen leiten lässt, sondern mit Selbstbeherrschung und Ruhe selbst bei Provokationen des Jüngeren zur Deeskalation beiträgt. Strafmaßnahmen werden nur als gerecht empfunden, wenn sie angemessen sind und aus der Sache erwachsen, wie etwa das Wiedergutmachen eines angerichteten Schadens.[57]

Rechtliche Perspektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erziehungsrecht

Erziehungsrecht und Erziehungspflicht der Eltern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erziehung in Elternhaus und Schule ist in vielen Ländern gesetzlich geregelt. Zu den Rechten und Pflichten der Elternerziehung in Deutschland heißt es in Art. 6 Abs. 2 Grundgesetz: Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. In der Schweiz besteht mit Art. 296 Zivilgesetzbuch (ZGB) eine ähnliche Regelung. In Österreich spricht man von „Obsorge“. Eltern, die ihren Erziehungspflichten zum Wohle des Kindes nicht nachkommen, kann der Staat gemäß Art. 6 Abs. 2 Satz 2 GG das Erziehungsrecht entziehen und Fürsorgeeinrichtungen übertragen.

Staatlicher Erziehungsauftrag in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatliche Erziehungsauftrag geht aus Artikel 7 (1) GG hervor. Er stellt das Schulwesen unter die Aufsicht des Staates und ist dem elterlichen Erziehungsrecht gleichgestellt. Die gesetzliche Schulpflicht dient dem Ziel der Durchsetzung dieses staatlichen Erziehungsauftrags (BVerfG, Kammerbeschluss vom 29. April 2003 - 1 BvR 436/03 - DVBl 2003, 999), der nicht nur die Vermittlung von Wissensstoff, sondern auch das Heranbilden des Kindes zu einem selbstverantwortlichen Mitglied der Gesellschaft zum Ziel hat (BVerfG, Urteil vom 6. Dezember 1972 - 1 BvR 230/70 u.a. - BVerfGE 34, 165 <183>; Beschlüsse vom 21. Dezember 1977 - 1 BvL 1/75 u.a. - BVerfGE 47, 46 <71 f.> und vom 16. Mai 1995 - 1 BvR 1087/91 - BVerfGE 93, 1 <21>).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fachliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines

  • Wolfgang Brezinka: Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft, 5. Auflage, Ernst Reinhardt Verlag, München 1990.
  • Bernhard Bueb: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift. List, Ullstein Taschenbuch, Berlin 2008, ISBN 978-3-548-36930-3.
  • Felix von Cube: Fordern statt Verwöhnen – Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie in der Erziehung. Piper, München 1986.
  • Urs Fuhrer: Lehrbuch Erziehungspsychologie. 2., überarbeitete Auflage. Huber, Bern 2009, ISBN 978-3-456-84360-5.
  • Erich E. Geissler: Die Erziehung. Ihre Bedeutung, ihre Grundlagen und ihre Mittel. Ergon, Würzburg 2006, ISBN 3-89913-535-0.
  • Peter Menck: Was ist Erziehung? Eine Einführung in die Erziehungswissenschaft. Siegen 2012
  • Jürgen Oelkers: Einführung in die Theorie der Erziehung. Beltz, Weinheim 2001, ISBN 3-407-25519-5.
  • Eduard Spranger: Der geborene Erzieher. Quelle & Meyer, Heidelberg 1958.
  • Siegbert A. Warwitz: Die Frage des Lerntransfers, In: Ders.: Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen–Spielen–Denken–Handeln, Schneider Verlag, 6. Auflage, Baltmannsweiler 2009, S. 280–281, ISBN 978-3-8340-0563-2.
  • Siegbert A. Warwitz: Wenn Wagnis den Weg weist des Werdens, In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. 2. erweiterte Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 260–295.

Geschichte der Erziehung

Spezialthemen

  • Marius Harring, Oliver Böhm-Kasper, Carsten Rohlfs und Christian Palentien: Peers als Bildungs- und Sozialisationsinstanzen – eine Einführung in die Thematik, In: Mariua Harring u. a.: (Hrsg.): Freundschaften, Cliquen und Jugendkulturen Peers als Bildungs- und Sozialisationsinstanzen, VS-Verlag, Wiesbaden 2010.
  • Ulrike Prokop (Hrsg.): Erziehung als Unterhaltung in den populären TV-Ratgebern „Super Nanny“ und „S.O.S. Schule“. Tectum Verlag, Marburg 2008, ISBN 978-3-8288-9652-9.

Ratgeberliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Po Bronson, Ashley Merryman: 10 schockierende Wahrheiten über Erziehung. Was eine Stunde Schlaf mit ADS zu tun hat, warum Sie Ihr Kind besser nicht loben sollten und warum besonders gut gemeinte Erziehung keine 'Engel' produziert. (Originaltitel: Nurture Shock). Riemann Verlag, 2010, ISBN 978-3-570-50119-1.
  • Andreas Dutschmann: Das Konfliktlösungstraining für Eltern und Pädagogen (KLT). verlag modernes lernen, Dortmund 2005, ISBN 3-938187-06-9.
  • Urs Fuhrer: Erziehungskompetenz. Was Eltern und Familien stark macht. Huber, Bern 2007, ISBN 978-3-456-84370-4.
  • Britta Hahn: Ich will anders, als du willst, Mama! Junfermann, Paderborn 2007, ISBN 978-3-87387-665-1.
  • Michael Köditz: Wenn Kinder schwierig sind. Eine Hilfestellung für Eltern, Lehrer und Erzieher. dtv Verlag, München 2004, ISBN 3-423-34117-3.
  • Norbert Kühne: Erziehen und Fördern – die 100 wichtigsten Fragen (FAQ). Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2004, ISBN 3-427-19372-1.
  • Monika Löhle: Wie Kinder ticken. Vom Verstehen zum Erziehen. Huber Verlag, Bern 2007, ISBN 978-3-456-84496-1.
  • Walter Schmidt: Solange du deine Füße ... – Was Erziehungsfloskeln über uns verraten. Eichborn, Köln 2014, ISBN 978-3-8479-0563-9.
  • Bernd Seemann, Anna Seemann: Bedienungsanleitung Kind. LOBmedia-Lehmanns, Berlin 2007, ISBN 978-3-86541-210-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erziehung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Erziehung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Erziehung – Zitate

Ratgeberseiten

Rechtliche Gesichtspunkte

Redewendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • für mangelhafte Erziehung/Umgangsformen: Er/sie hat die Kinderstube im Schnellzug durcheilt oder er/sie ist im Galopp durch die Kinderstube geritten
  • für gehobene Erziehung: Er/sie ist ein Mensch mit (von) Erziehung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brockhaus Enzyklopädie, Stichwort Erziehung, Bd. 5, 17. Auflage, Wiesbaden 1968, S. 707
  2. Wolfgang Brezinka: Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft, 5. Auflage, Ernst Reinhardt Verlag, München 1990, S. 95
  3. Duden: das Herkunftswörterbuch: Etymologie der deutschen Sprache. 4. Auflage. 2007
  4. Peter Menck: Was ist Erziehung? Eine Einführung in die Erziehungswissenschaft. Siegen 2012
  5. Timo Hoyer: Sozialgeschichte der Erziehung. Von der Antike bis in die Moderne. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015
  6. Johann Friedrich Herbart: Allgemeine Pädagogik aus dem Zweck der Erziehung abgeleitet. Röwer, Göttingen 1806. zitiert nach: Klaus Prange: Von Plato bis Hegel (= Schlüsselwerke der Pädagogik). Kohlhammer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-17-019605-6, S. 29 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Siegfried Bernfeld: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung. Frankfurt/M. 1973, S. 51.
  8. Eduard Spranger: Der geborene Erzieher. Quelle & Meyer, Heidelberg 1958, S. 14 f.
  9. Wolfgang Sünkel: Erziehungsbegriff und Erziehungsverhältnis (= Allgemeine Theorie der Erziehung. Band 1). Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-1269-9, S. 22 f.
  10. Wolfgang Sünkel: Erziehungsbegriff und Erziehungsverhältnis (= Allgemeine Theorie der Erziehung. Band 1). Juventa, Weinheim 2010, ISBN 978-3-7799-1269-9, S. 63.
  11. Klaus Prange: Übergänge. Zum Verhältnis von Erziehung und Lernen. In: Michelle Borelli, Jörg Ruhloff (Hrsg.): Deutsche Gegenwartspädagogik. Schneider, Baltmannsweiler 1996, S. 136–147, hier: S. 146.
  12. Heinz Walter Krohne, Michael Hock: Elterliche Erziehung und Angstentwicklung des Kindes: Untersuchung über die Entwicklungsbedingungen von Ängstlichkeit und Angstbewältigung. Huber, Bern 1994; Heinz Walter Krohne, Michael Hock: Erziehungsstil. In: D. H. Rost (Hrsg.): Handwörterbuch pädagogischer Psychologie. Beltz, Weinheim 1998.
  13. Klaus Prange: Schlüsselwerke der Pädagogik. Band 2: Von Fröbel bis Luhmann. Kohlhammer, 2009, ISBN 978-3-17-019607-0, S. 118–130.
  14. Niklas Luhmann: Das Erziehungssystem der Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt 2002, ISBN 978-3-518-29193-1, S. 15 (Online [PDF]).
  15. Niklas Luhmann: Das Erziehungssystem der Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt 2002, ISBN 978-3-518-29193-1, S. 186 ff. (Online [PDF]).
  16. Peter Menck: Was ist Erziehung? Eine Einführung in die Erziehungswissenschaft. Siegen 2012, S. 103
  17. ebenda S. 104
  18. Siegbert Warwitz: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Baltmannsweiler 2016, S. 260–295
  19. Friedhelm Neidhardt: „Modernisierung“ der Erziehung: Ansätze und Thesen zu einer Sozialisation. In: Franz Ronneberger (Hrsg.): Sozialisation durch Massenkommunikation. Enke, Stuttgart 1971, ISBN 3-432-84691-6, S. 1–20.
  20. a b Matthias Grundmann: Sozialisation – Erziehung – Bildung: Eine kritische Begriffsbestimmung. In: Rolf Becker (Hrsg.): Lehrbuch der Bildungssoziologie. Springer, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-14794-9, S. 61.
  21. Wolfgang Hörner, Barbara Drinck, Solvejg Jobst: Bildung, Erziehung, Sozialisation. Barbara Budrich, Opladen 2008, ISBN 978-3-8252-3089-0, S. 159 ff.
  22. Philipp Eggers: Der Bildungsbegriff im interkulturellen Vergleich. In: Volker Lenhart, Ulrich Baumann (Hrsg.): Festschrift für Hermann Röhrs zum 65. Geburtstag am 21.101980. Frankfurt 1980, S. 180 ff.
  23. a b Hans-Jürgen Fraas: Bildung und Menschenbild in theologischer Perspektive. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-61381-4, S. 11 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  24. Eugen Lemberg: Das Bildungswesen als Gegenstand der Forschung. Quelle&Meyer, Heidelberg 1963, S. 33 f.
  25. Wolfgang Hörner, Barbara Drinck, Solvejg Jobst: Bildung, Erziehung, Sozialisation. Barbara Budrich, Opladen 2008, ISBN 978-3-8252-3089-0, S. 12 (Online).
  26. a b Hans-Christoph Koller: Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft: eine Einführung. 4. Auflage. Kohlhammer Urban, 2009, ISBN 978-3-17-020885-8, S. 93 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  27. Klaus Prange: Erziehung im Reich der Bildung. In: Zeitschrift für Pädagogik. Band 52, Nr. 1, 2006, S. 4–10, hier: S. 4 (Online [PDF]).
  28. Immanuel Kant: Über Pädagogik. Robinson dos Santos: Moralität und Erziehung bei Immanuel Kant. Diss. Kassel University Press, Kassel 2007, ISBN 978-3-89958-344-1, S. 22;
  29. Z. B. Albert Wunsch: Abschied von der Spaßpädagogik.
  30. Theodor Meyer: Über die pädagogische Verwendung von Beweisen. W. Ratz, Jena 1873, S. 3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Klaus-Dieter Graf: Kybernetik und Pädagogik. In: Brigitte S. Meter, Wolfgang Schmid (Hrsg.): Kybernetische Pädagogik. Schriften 1958–1972. 1973, S. 325. Wolfgang Brezinka: Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft. Reinhardt, München, Basel 1990, ISBN 978-3-497-00958-9, S. 13.
  31. Rudolf Tippelt: Zum Verhältnis von Allgemeiner Pädagogik und empirischer Bildungsforschung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft. Band 1, Nr. 2, 1998, S. 239–260, hier: S. 245 (Online [PDF]).
  32. Stadt Nürnberg, Jugendamt: „Stark durch Erziehung“. In: Holger Jung, Henning von Vieregge (Hrsg.): GWA EFFIE 2005. Die effizientesten Kampagnen des Jahres. Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA, Frankfurt 2005, ISBN 3-86641-022-0, S. 290–297, hier: S. 291 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  33. Werner Loch: Die Allgemeine Pädagogik in phänomenologischer Hinsicht. In: W. Brinkmann, J. Petersen (Hrsg.): Theorien und Modelle der Allgemeinen Pädagogik. Eine Orientierungshilfe für Studierende der Pädagogik und in der pädagogischen Praxis Tätige. Auer, Donauwörth 1998, S. 308–333, hier: S. 312.
  34. Niklas Luhmann, Dieter Lenzen: Bildung und Weiterbildung im Erziehungssystem. Lebenslauf und Humanontogenese als Medium und Form. Suhrkamp, Frankfurt 1997, ISBN 978-3-518-28944-0, S. 7.
  35. Karl Ernst Nipkow: Erziehung als Motor der soziokulturellen Evolution. Zur Würdigung des pädagogischen Denkens von Alfred K. Treml. In: Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik. Band 29, Nr. 1/2, 2006, S. 11–18, hier: S. 17 (Online [PDF]).
  36. a b Jürgen Raithel, Bernd Dollinger, Georg Höhttps://www.google.com/webhp?hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjCkIiSv87RAhUC7iYKHbmpD-cQPAgDrmann: Einführung Pädagogik. Begriffe, Strömungen, Klassiker, Fachrichtungen. 3. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16320-8, S. 10 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  37. Klaus Prange: Plädoyer für Erziehung. Schneider, Baltmannsweiler-Hohengehren 2000, ISBN 978-3-89676-220-7, S. 12.
  38. Klaus Prange: Plädoyer für Erziehung. Schneider, Baltmannsweiler-Hohengehren 2000, ISBN 978-3-89676-220-7, S. 7.
  39. Peter Kauder: Niedergang der Allgemeinen Pädagogik?: die Lage am Ende der 1990er Jahre. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2010, ISBN 978-3-7815-1736-3, S. 114 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  40. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Auf der Suche nach Identität. Von der Erziehung zur Selbstbildung, Adamas-Verlag, Köln 1991
  41. Dietrich Benner: Johann Friedrich Herbart: Systematische Pädagogik. Deutscher Studienverlag, Weinheim 1997, S. 49
  42. Siegbert A. Warwitz: Wenn Wagnis den Weg weist des Werdens, In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. 2. erw. Aufl., Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 260–295
  43. Siegbert A. Warwitz: Die Frage des Lerntransfers, In: Ders.: Verkehrserziehung vom Kinde aus. Wahrnehmen-Spielen-Denken-Handeln, Baltmannsweiler (Schneider-Verlag). 6. Auflage 2009, S. 281
  44. Heidi Rosenbaum: Formen der Familie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-518-07974-3, S. 131, 137, 147, 177 f.
  45. Ludwig Kerstiens: Der Mensch erschliesst sich die Welt. (= Wege der Menschwerdung; Band 2). Spee-Verlag, Trier 1967
  46. Ludwig Kerstiens: Der gebildete Mensch. Unterscheidungen und pädagogische Perspektiven. Herder, Freiburg im Breisgau 1966
  47. Peter Menck: Was ist Erziehung? Eine Einführung in die Erziehungswissenschaft. Siegen 2012
  48. Timo Hoyer: Sozialgeschichte der Erziehung. Von der Antike bis in die Moderne. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015
  49. Ludwig Kerstiens: Der gebildete Mensch. Unterscheidungen und pädagogische Perspektiven. Herder, Freiburg im Breisgau 1966
  50. Bernhard Bueb: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift. List, Ullstein Taschenbuch, Berlin 2008
  51. Felix von Cube: Fordern statt Verwöhnen – Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie in der Erziehung. Piper, München 1986
  52. Siegbert A. Warwitz: Wenn Wagnis den Weg weist des Werdens, In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. 2. erweiterte Auflage, Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, S. 260–295
  53. Bernhard Bueb: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift. List, Ullstein Taschenbuch, Berlin 2008
  54. Siegbert Warwitz, Anita Rudolf: Das Prinzip des mehrdimensionalen Lehrens und Lernens. In: Dies.: Projektunterricht. Didaktische Grundlagen und Modelle. Verlag Hofmann. Schorndorf 1977. S. 15–22.
  55. Herbert Gudjons: Didaktik zum Anfassen. Lehrer/in-Persönlichkeit und lebendiger Unterricht. 3. Auflage, Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2003
  56. Walter Schmidt: Solange du deine Füße ... – Was Erziehungsfloskeln über uns verraten. Eichborn, Köln 2014
  57. Bernhard Bueb: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift. List, Ullstein Taschenbuch, Berlin 2008, ISBN 978-3-548-36930-3