Seebruck

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Dieser Artikel behandelt einen Ort am bayerischen Chiemsee. Für den teilweise gleich bezeichneten Ort am baden-württembergischen Schluchsee siehe Seebrugg.
Seebruck am Chiemsee
Wappen von Seebruck am Chiemsee
Koordinaten: 47° 56′ 5″ N, 12° 28′ 40″ O
Höhe: 526 m
Fläche: 9,31 km²
Einwohner: 993 (25. Mai 1987)
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1980
Postleitzahl: 83358
Vorwahl: 08667
Seebruck, Ansicht von Südosten
Seebruck, Ansicht von Südosten
Hinweisschild auf die historische Bedeutung Seebrucks

Seebruck am Chiemsee ist nach Seeon der zweitgrößte Ortsteil und der Sitz der Gemeinde Seeon-Seebruck im oberbayerischen Landkreis Traunstein und liegt am Nordende des Chiemsees, der dort in die Alz abfließt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist der Ort aus dem römischen Stützpunkt Bedaium, der den Römern etwa ab dem Jahr 50 n. Chr. als befestigter Brückenkopf auf der Fernreiseroute von Salzburg nach Augsburg (die heutige Via Julia) diente. Am Ende des 3. oder 4. Jahrhunderts sicherte an der Stelle der heutigen Kirche ein Kastell den Ort und die Brücke. Bald nach 400 zog das Militär ab.

Aus dem römischen „Bedaium“ wurde das frühchristliche „Potena“ und schließlich das mittelalterlich-bayerische „Prucca“ als Vorläufer des heutigen Seebruck. Der Ort wird 924 erstmals genannt und stand unter der Herrschaft des Klosters Frauenchiemsee. Auf dem Platz des ehemaligen römischen Kastells steht heute die Kirche St. Thomas und St. Stephan (1474–1478).

Seebruck wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 1980 wurde die neue Gemeinde Seeon-Seebruck durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Seebruck, Seeon und Truchtlaching neu gebildet.[1] Zur früheren Gemeinde Seebruck gehörten neben dem gleichnamigen Hauptort und Pfarrdorf vier weitere Dörfer (Burgham, Dorf, Fembach, Graben) und fünf Weiler (Esbaum, Lambach, Pullach, Stetten, Straßham) mit zusammen 993 Einwohnern zum Stand der Volkszählung am 25. Mai 1987, davon 480 im Dorf Seebruck selber.

Zahlreiche archäologische Funde aus Seebruck und der Umgebung sind heute im Römermuseum „Bedaium“ ausgestellt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Chiemsee

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor des Orts ist der Tourismus. Größter Arbeitgeber ist die Regnauer Fertigbau GmbH & Co. KG, Hersteller von Fertighäusern und Industriebauten. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Segelsport: Seebruck verfügt über einen Yachthafen, einschließlich Slipanlage und Boothebekran.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seebruck liegt an der Staatsstraße St 2095. Im Ort gibt es keine Ampel zum Überqueren dieser Straße, obwohl dies von der Lokalpolitik mehrmals gefordert wurde. Seebruck hat einen Anleger der Chiemsee-Schifffahrt, der jedoch außerhalb der Saison nicht angesteuert wird.

Nächstgelegene Bahnhöfe sind in den jeweils ca. 15 bis 17 km entfernten Ortschaften Bad Endorf, Prien am Chiemsee und Traunstein. Anschluss nach Prien und Traunstein bestehen mit dem RVO-Bus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Weyerer: Seebruck am Chiemsee, Eine Studie zur Heimatkunde. Selbstverlag Seebruck, Seebruck 1930.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seebruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien